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BREITENSPORT: Auch Erwachsene müssen laufen lernen

Volksläufe boomen, Laufgruppen und -treffs erfreuen sich hoher Mitgliederzahlen. Eine Übersicht über Angebote im Kanton Zug und eine Suche nach den Gründen, warum man sich lieber in der Gruppe quält.
Im Rekordjahr 2014 hat der Ägeriseelauf bei bestem Wetter 1585 Teilnehmer angelockt.

Im Rekordjahr 2014 hat der Ägeriseelauf bei bestem Wetter 1585 Teilnehmer angelockt.

Nicht jeder ist ein Forrest Gump und läuft gern allein. Für das gegenseitige Antreiben und im Bedarfsfall Aufrichten gibt es Lauftreffs und -gruppen. Diese haben einen regen Zulauf, wie eine Umfrage bei Anbietern im Kanton Zug zeigt. Das kann beispielsweise Patricia Morceli bezeugen. Die mehrfache WM- und EM-Teilnehmerin (Marathon und 10000 Meter) hat vor wenigen Tagen eine Firma gegründet, die ihre seit 2009 bestehende Laufgruppe Cham sowie weitere Gruppen umfasst.

Morceli kämpft zurzeit mit hartnäckigen gesundheitlichen Problemen, deshalb stellt sie ihre Läuferkarriere bis zur Genesung hintenan und hat das Trainieren zum Beruf gemacht, als Gruppentrainerin, aber auch als Privattrainerin. «Ich habe lange mit diesem Gedanken gespielt, jetzt ist der ideale Zeitpunkt dafür», hält die 42-jährige zweifache Mutter fest. Gegenwärtig umfassen die verschiedenen Gruppen insgesamt 134 Personen, darunter 19 Jugendliche. Wie gelingt es der Leistungssportlerin, die nötige Geduld für die Hobbyläufer aufzubringen? «Es ist einfach schön, zu sehen, wie sich die Teilnehmer freuen, wenn ihr Niveau Schritt für Schritt steigt», erklärt sie. Die Preise teile sie Interessierten persönlich mit.

Traditionsreich ist der Lauftreff Zug, er besteht seit 1983. Dienstags treffen sich die Mitglieder auf der Leichtathletikanlage Herti – schliesslich ist der Treff dem LK Zug angegliedert. Darüber hinaus gehört er seit drei Jahren der Vereinigung Swiss Lauftreff an. Als Gegenleistung für einen «Laufbatzen», wie der Treffleiter Adrian Baumgartner es nennt, werden Themenläufe, Events oder Weiterbildungen der verschiedenen Gruppenleiterinnen und -leiter finanziert. 35 Teilnehmer joggen und walken das ganze Jahr über. Bei den Walkern sind gemäss Baumgartner auch Teilnehmer erwünscht, die sich motivieren können, «sich auch während des Rests der Woche minimal zu bewegen», also zum Beispiel die Treppe statt den Lift zu benutzen.

Auch Expats sind organisiert

Erwähnte Vereinigung Swiss Lauftreff hat ihren ersten Standort im Kanton Zug im Jahr 2003 in Cham eröffnet. «Es war bitterkalt, und die kleine Gruppe freute sich auf eine faszinierende Zukunft», erinnert sich der damalige Standortleiter Peter Gemperli an den Beginn. Heute sind nach eigenen Angaben über 60 Teilnehmer von 20 bis über 70 Jahren in den Disziplinen Laufen, Walking und Nordic Walking in Cham, Hünenberg und Hagendorn unterwegs. Speziell diese Saison ist ein zehnteiliger Einsteigerkurs, der am 29. März gestartet ist. Die Angebote des Lauftreffs sind seit eh und je kostenlos.

Auch im Berggebiet gibt es eine organisierte Laufgruppe. Der Fit- und Lauftreff Oberägeri zählt 30 Personen im Alter von 11 bis 80 Jahren und bietet Jogging, Walking und Nordic Walking an – ebenfalls kostenfrei. «Viele sind sich nicht bewusst, dass es auch im Laufsport eine Technik zu lernen gibt. Dass man unter Anleitung eines Trainers laufen lernen muss, ist für manche gewöhnungsbedürftig», hat Urs Kühne festgestellt. Er gehört dem Fit- und Lauftreff an, der auch den beliebten Aegeriseelauf organisiert.

Eine besondere Geschichte steckt hinter der Laufgruppe Höllgrotten Harriers. 2009 wurde sie von einigen Müttern, deren Kinder die International School of Zug and Lucerne besuchen, gegründet, wie die Ansprechperson Tiffany Sheerin ausführt. Jedermann sei zum kostenlosen Mitlaufen willkommen, Englisch sei neben weiteren Sprachen die Hauptsprache der Gruppe, die sich vor allem über Facebook austauscht. Diese nimmt an der Zuger Trophy teil. Nach der Saison läuft man gemeinsam durch die Wälder um die Höllgrotten.

Für alle Gruppen und Treffs gilt nach übereinstimmenden Äusserungen: Einsteiger sollten es ruhig angehen, auch wenn es zu Beginn nicht extrarund laufen sollte. «Viele wollen zu viel und überfordern sich, indem sie zu schnell oder zu weit aufs Mal laufen», hat Urs Kühne beobachtet. Er weist auf die Wichtigkeit von Ruhepausen hin und rät, Pulsuhren und dergleichen «eher vorsichtig und mit Bedacht» einzusetzen, da diese «einen unter einen gewissen Druck setzen können». Der Swiss-Lauftreff gibt Einsteigern eine Checkliste für eine Selbsteinschätzung ab.

Auf den Arzt hören

Vom Laufen abzuraten sei Personen, wenn dies aus medizinischen Gründen erforderlich ist. Patricia Morceli, die das Ringen zwischen Vernunft und Ehrgeiz aus ihrer Karriere sehr gut kennt, sagt: «Wenn der Arzt einem klarmacht, dass man seinen Zustand durch einen Start verschlimmert, dann muss man davon absehen.» Grundsätzlich gilt aber, wie Peter Gemperli formuliert: «Der Mensch ist geschaffen, sich zu bewegen.»

Laufevents im Kanton

Zuger Trophy (diverse Daten bis am 6. Oktober). Zugerberg Classic (Sonntag, 7. Mai). Ägeriseelauf (Freitag, 21. Juli). colorrun.ch (Sonntag, 20. August).(red)

Raphael Biermayr

raphael.biermayr@zugerzeitung.ch

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