Brisant im «Mostblatt»: Wenn ein Plakatstreit zweier Baarer ausufert

Das «Mostblatt» ist nicht so umfangreich wie das Zuger «Feuerhorn». Den Machern ist aber ein gutes Werk gelungen.

Marco Morosoli
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Die beiden Baarer Zari Dzaferi (Gemeinderat/SP) und Thomas Aeschi (Nationalrat/SVP) haben das politische Heu nicht auf der gleichen Bühne. Das überrascht aufgrund der Parteizugehörigkeit nicht wirklich. Was sich zwischen diesen zwei Mandatsträgern laut «Mostblatt» zugetragen hat, darf keine Schule machen.

Streitpunkt ist das Aufstellen von Wahlplakaten. Diesbezüglich hat die Gemeinde Baar ein Reglement erlassen. Dieses schreibt unter anderem auch den erforderlichen Abstand diesen Werbeflächen zur Strasse hin vor. Die beiden Parteien schickten einander E-Mail um E-Mail in dieser Angelegenheit zu. Wie das «Mostblatt» berichtet, habe Aeschi immer ein paar Adressaten mehr in die elektronische Post hineinkopiert. Aber auch das hat nicht geholfen, um den Streit zu schlichten.

Dzaferi hat daraufhin Thomas Aeschi das Folgende geschrieben: «Entspann dich doch endlich. Und greif doch mal zum Telefon, statt wegen jeder Bagatelle ein E-Mail zu schreiben, um aus dem Schriftenwechsel ausreichend Textbausteine für eine Beschwerde zu gewinnen.» Dieser Wink hat nichts genutzt. Vielmehr hat Aeschi Dzaferi wegen persönlichkeitsverletzender, wahrheitswidriger und unsachlicher Falschaussage bei der Zuger Staatsanwaltschaft verzeigt. Das «Mostblatt» macht aus seiner Meinung in dieser Sache kein Geheimnis und vermisst in dieser Angelegenheit den «glasklaren Blick für das Wesentliche».

Dzaferi zum Zweiten

Dass Zari Dzaferi immer wieder mal einen guten Spruch auf Lager hat, beweist er erneut, als es an der letzten Gemeindeversammlung im Dezember 2019 um die Neuordnung der Parkraumbewirtschaftung gegangen ist. Die heisse Kartoffel hat mehrere Legislaturen überlebt und kommt auch jetzt kaum vom Fleck. Dzaferi hat sich nun an das Geschäft gewagt und bekommt von der Opposition wieder Haue, noch ehe ein pfannenfertiger Vorschlag auf dem Tisch liegt. An der Gemeindeversammlung sagte der Baarer SP-Gemeinderat: Dieses Geschäft sei in den letzten Monaten häufiger in der Zeitung erschienen als der ehemalige Gemeinderat Paul Langenegger zu seinen besten Zeiten. Damit ist Zari Dzaferi zweimal im diesjährigen Baarer Fasnachtsblatt erschienen.

Doch Päuli Langenegger zieht gleich: Als der aktuelle Gemeinderat ihm «Pöstchen und Ämtchen» weggenommen hat, zürnte er. Er kündigt gar seinen Austritt aus der CVP Baar an. Umgesetzt hat er diesen bis anhin aber nicht. Auch bei der Fröschenzunft Inwil fühlt sich Langenegger ungerecht behandelt, habe diese ihn doch nicht für das Jubiläum-OK angefragt. Beim Baarer Umzug am Sonntag war Paul Langenegger dann aber wieder im Umfeld der Frösche zu sehen.

Das «Mostblatt» rät dem ehemaligen Gemeinderat aber trotzdem, sich nicht zu weit aus dem Fenster seiner Wohnung zu lehnen. Dieser Ratschlag erfolgt aber nicht etwa, um so allfälligen Schaden von ihm abzuhalten. Vielmehr schreibt der Verfasser: «Sonst landet Paul Langenegger am Ende noch unsanft bei den Stadtzugern, und das wünsche man keinem Baarer.»

Das Restaurant gibt es nur noch online

Der Mensch ist vergesslich, das Internet für die Ewigkeit. Kaum zu glauben, aber es ist wahr: Das Restaurant Landhaus in Baar gibt es noch immer – wenigstens ein bisschen. Wer die Adresse www.landhaus-baar.ch in die Suchmaske eingibt, der landet doch wirklich auf der Website dieses Restaurants – das es seit mehr als sechs Jahren gar nicht mehr gibt. Heute stehen auf dem Gelände dieses Restaurants Wohnhäuser, und es ist nichts mit: «Wir bieten gesellige Atmosphäre mit kulinarischen Glanzlichtern.» Dem Betreiber der Website sei gesagt: Papier ist recycelbar, fürs Internet braucht es einen Helfer, der dafür sorgt, damit diese falsche Nachricht ins digitale Nirwana befördert werden kann.

Im aktuellen «Mostblatt» finden sich weitere sehr interessante Geschichten. Wie zum Beispiel über den verheerenden Brand beim amtierenden Räbevater oder über das zerrüttete Verhältnis zwischen dem Baarer Korporationspräsidenten und der ehemaligen Direktorin des Innern des Kantons Zug. Diese seien sich, so weiss der Verfasser, nicht grün gewesen.