Unterägeri: Dutzende Brotlaibe im Hüribach entsorgt

Ein Einwohner hat zum zweiten Mal zahlreiche Brotlaibe im Wasser entdeckt. Woher das Brot stammt und ob dafür eine Ordnungsbusse fällig wäre, ist offen.

Charly Keiser
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Mehr als ein Dutzend Laibe Brot liegen in Unterägeri im Hüribach. (Leserbild: Paul Meienberg)

Mehr als ein Dutzend Laibe Brot liegen in Unterägeri im Hüribach. (Leserbild: Paul Meienberg)

Das habe er im Hüribach entdeckt, hat Paul Meienberg aus Unterägeri unlängst in einer Mail an unsere Zeitung geschrieben. Der elektronischen Nachricht sind zwei Bilder angehängt, die den Bach auf der Höhe der Höfnerstrasse 96 in Unterägeri zeigen, wo Meienberg seine Firma hat. Er beschrieb selbst, was die Fotos zeigen: «Es hat im Bach ganze Brote und nicht nur dieses Dutzend, das man auf den beiden Bildern sieht – sondern es lagen noch einige Brote mehr im Hüribach. Sie waren überall verteilt.»

Es sei «eine Schande» und im Übrigen bereits das zweite Mal, dass er eine grosse Zahl entsorgter Brote im Bach gesehen habe, ergänzt Meienberg. Und auch ein Bekannter habe Fotos gemacht, auf denen 27 Brotlaibe zu erkennen seien.

«Tiere müssen im Winter nicht gefüttert werden»

«Viel Brot in ein Gewässer zu werfen ist sicher nicht gut», sagt Felix Ammann, Jagd- und Fischereiaufseher des Zuger Amts für Wald und Wild, der gestern Pikettdienst hatte. Denn die Tiere müssten im Winter nicht gefüttert werden – sie hätten genug zu essen. «Wir suchen mit Leuten das Gespräch, wenn wir sehen, dass sie Wildtiere zu viel Futter geben. Denn wichtig ist vor allem, dass die Tiere im Winter Ruhe haben und möglichst wenig gestört werden», betont Ammann.

Ob das Entsorgen von ganzen Brotlaiben in einem Bach verboten ist, konnte gestern niemand schlüssig beantworten. Im sogenannten Zuger Litteringgesetz steht dazu, dass die «Verunreinigung durch Kleinabfälle wie Dosen, Flaschen, Papier, Verpackungen, Überreste von Raucherwaren, Kaugummi und Essensresten» mit 100 Franken gebüsst wird. Voraussetzung für diese Ordnungsbusse ist natürlich die Eruierung des Täters sowie eine Anzeige.

Keine gute Werbung für die Bäckereien

Er habe auch schon gehört, dass Brote in den Hüribach geworfen worden seien, sagt Gustav Iten, der vor acht Jahren seinem Sohn Marcel die Bäckerei Kreuzmühle in Unterägeri übergeben hat. «Wir geben unser unverkauftes Brot seit Jahrzehnten einigen Hasenbauern. Wir packen das Brot immer sofort ein, damit es keinen Schimmel bekommt und für die Tiere unbedenklich ist. Es ist natürlich keine gute Werbung für uns Bäcker, wenn Brot statt zur Fütterung von Tieren in irgendeinem Bach landet», betont er.

Er gehe jeden Tag an der Stelle vorbei, wo er die Brote im Bach entdeckt habe, sagt der aufmerksame Paul Meienberg, der in nächster Zeit ein besonderes Augenmerk auf mögliche weitere Brote im Bach legen will. «Brot wegzuwerfen ist einfach eine Schweinerei», enerviert sich Meienberg. «Enten mit kleinen Brotstücken füttern ist doch nicht das Gleiche, wie zahlreiche ganze Brote einfach in den Bach zu werfen.»