Das Plus des Budget 2019 von Walchwil ist trügerisch

Der Doppelspurausbau und ein Systemwechsel haben Auswirkungen auf das Budget 2019. Trotzdem blickt die Gemeinde optimistisch in die Zukunft und macht sich für diese bereit.

Zoe Gwerder
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Die Gemeinde Walchwil rechnet für das kommende Jahr mit einem Plus von 1,1 Millionen Franken. Dies bei einem Ertrag von 23,3 Millionen und Ausgaben von 22,2 Millionen Franken. Damit kann der gemeindliche Finanzchef, Tobias Hürlimann, nach zwei Jahren mit budgetiertem Minus, nun wieder ein Plus voranschlagen.

Freudensprünge bleiben bei ihm aber aus: «Das Resultat ist nicht so berauschend, wenn man weiss, wie es zustande kam.» Hürlimann spricht damit den Hauptgrund für das positive Resultat an. Dieses entstand einzig aus einer buchhalterischen Änderung: So verlangt das kantonale Gesetz, dass die Gemeinden in den kommenden Jahren von der degressiven Abschreibung auf die lineare umstellen. «So konnten wir für das kommende Jahr 2,4 Millionen Franken weniger Abschreibungen budgetieren.» Heisst: Würde diese Umstellung nicht bereits für das Budget 2019 berücksichtigt und noch wie in diesem Jahr gerechnet, resultierte ein Minus von rund 1 Million Franken.

Denn der Aufwand ging trotz der 2,4 Millionen Franken weniger, nur um 2 Millionen zurück: Die Gemeinde erwartet höhere Ausgaben bei der Abteilung Soziales/Gesundheit sowie beim Posten «Spezialfinanzierung Entwässerung». Bei den Mehrausgaben für die Abteilung Soziales/Gesundheit handle es sich um einen nationalen Trend. «Wir hatten in den vergangenen Jahren eher tiefe Sozialausgaben, entsprechend erhöhen sich diese», so der Gemeindepräsident.

SBB-Projekt als Wachstumshemmer

Grund für die stagnierenden Zahlen des Budgets – das ohne die Systemänderung das dritte Jahr in Folge im Minus wäre – sind gemäss Hürlimann, die ebenfalls stagnierenden Steuereinnahmen. «Die Gemeinde Walchwil lebt zu fast 100 Prozent von den natürlichen Personen – also den Einwohnern.» Und dort hätten die Verzögerungen rund um den SBB-Doppelspurausbau am Ostufer des Zugersees für Unsicherheit gesorgt. Leute seien weggezogen und neue so gut wie keine gekommen. «Wir sind froh, dass jetzt klar ist, dass die Doppelspur im kommenden Jahr realisiert wird.» Und mit den Investitionen der vergangenen Jahre sei man nun auch bereit für die Zukunft.

Ein Panoramaweg der Bahn entlang

Ein Teil der Investitionen werden auch noch im anstehenden Jahr getätigt – total 2,5 Millionen Franken. 1,5 Millionen fliessen dabei in die Abschlussarbeiten an der Oberdorfstrasse. 580 000 Franken werden zur Sanierung der Vorderbergstrasse eingeplant und eine weitere halbe Million für die erste Etappe des Panoramawegs entlang der Gleise vorgesehen. Dieser soll dereinst von der Haltestelle Hörndli bis ins Dorf führen. Für die anstehende Ortsplanungsrevision budgetiert die Gemeinde 100 000.

Trotz stagnierender Steuereinnahmen setzt die Gemeinde auf die Zukunft und belässt den Steuerfuss auf den aktuellen 55 Prozent.