BUDGET: Stadt Zug plant 2016 mit leichtem Gewinn

Einen kleinen Überschuss von 400‘000 Franken: Mit diesem Ergebnis rechnet die Stadt Zug im kommenden Jahr. Weniger optimistisch sieht der Blick in die nächsten Jahre aus.

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Der Stadtzuger Finanzchef Karl Kobelt. (Bild: Stefan Kaiser)

Der Stadtzuger Finanzchef Karl Kobelt. (Bild: Stefan Kaiser)

Bereits zum zweiten Mal in Folge legt die Stadt ein ausgeglichenes Budget vor. Die schreibt die Stadt Zug in einer Medienmitteilung vom Dienstag. «Die Revision des Zuger Finanzausgleichs hat dazu geführt, dass die Stadt weniger Geld in den kantonalen Topf überweisen muss. Dieser Punkt trägt wesentlich zum erfreulichen Ergebnis bei», sagt Karl Kobelt, Vorsteher Finanzdepartement.

Die Belastung durch den Zuger und den Nationalen Finanzausgleich ist aber nach wie vor hoch: Die Abgaben an Bund und Kanton betragen 55,2 Millionen Franken, das sind 21,5 Prozent der Gesamtausgaben.

Höhere Steuererträge

Der Stadtrat geht für das kommende Jahr von einem moderaten Wachstum der Steuererträge sowohl bei den natürlichen als auch bei den juristischen Personen aus.

Der Steuerfuss wird unverändert bei 60 Prozent belassen. Karl Kobelt: «Wir können mit Blick ins Jahr 2016 von stabilen Verhältnissen sprechen.» Die vorgesehenen geldwirksamen Investitionen betragen 22,3 Millionen Franken, wovon die Hälfte in Schulbauten fliesst.

Ab 2017 wieder im Minus

Ab 2017 rechnet das Finanzdepartement allerdings wieder mit negativen Abschlüssen. Grund dafür ist das Entlastungspaket des Kantons, das bei der Stadt zu Mehrausgaben von 5,4 Millionen Franken führt. Ausserdem drohen Steuerausfälle in noch unbekannter Höhe durch die Unternehmenssteuerreform III.

«Eine Arbeitsgruppe der Stadtverwaltung hat deshalb Sparmassnahmen vorbereitet, die der Stadtrat nun prüft und für das Jahr 2017 umsetzt», sagt Karl Kobelt. Genauere Informationen dazu gibt es im Verlauf des nächsten Jahres.

Bald über 30'000 Einwohner

Ausserdem zieht das Bevölkerungswachstum in verschiedenen Bereichen neue Aufgaben oder den Ausbau von Dienstleistungen nach sich. Bis ins Jahr 2019 wird mit einem Zuzug von rund 1500 Personen und damit einer Bevölkerungszahl von 30‘350 Personen gerechnet. Der Stadtrat versucht, diese Entwicklung im Verwaltungsbereich durch Effizienzsteigerungen aufzufangen.

Die Verwaltung baut auf das Jahr 2016 hin knapp sechs Stellen ab, weil die Abfallentsorgung neu durch eine auswärtige Firma ausgeführt wird. Weitere Stelleneinsparungen sollen durch die Zusammenführung der Verwaltung im ehemaligen Landis&Gyr-Gebäude im Jahr 2019 realisiert werden.

Mehr Senioren und mehr Schüler

Zwei eigentlich erfreuliche gesellschaftliche Entwicklungen führen zu höherem Aufwand für die Stadt: Einerseits steigen die Kosten für die Alters- und Pflegekosten, weil die Stadtzuger immer länger leben. Andererseits ist die Stadt Zug sehr beliebt bei Familien. Die Anzahl der Schulkinder steigt stärker an als diejenige der Gesamtbevölkerung. Jedes Jahr kommen rund 40 Schüler, 2019/20 sogar 60 – sprich zwei bis drei Schulklassen – hinzu. Dies hat zur Folge, dass nebst zusätzlichem Schulraum auch neue Stellen für Lehrer geschaffen werden müssen.

pd/zim

Kennzahlen Budget 2016 der Stadt Zug

Gewinn:0,412 Millionen Franken (2015 1,3 Millionen Franken)
Steuerertrag: 190,2 MillionenFranken (2015: 190,6 Millionen Franken)
Selbstfinanzierungsgrad: 108.5 Prozent (104,7 Prozent)
Ausgleichszahlungen ZFA:41 Millionen Franken (2015: 43,6 Millionen Franken)
Ausgleichszahlungen NFA: 14,2 Millionen Franken (14,7 Millionen Franken)
Vollzeitstellen Verwaltung und Schulen:564 (565)