Buebegunte
Naturverbände bleiben hartnäckig: Der Holzsteg im Baarer Wald bleibt vorerst Vision

Wahrscheinlich wäre der Spaziersteg im Wald zwischen Burgmatt und Lorzendamm bereits begehbar, würde das Projekt der Korporation Baar-Dorf nicht auf grossen Widerstand stossen. Bislang konnte trotz Einigungsverhandlungen kein Kompromiss gefunden werden.

Linda Leuenberger
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So könnte der Treppenturm dereinst aussehen.

So könnte der Treppenturm dereinst aussehen.

Bild: pd

Im Wald oberhalb des Lorzendamms zwischen Buebegunte und Vogelwinkel hätte Ende 2020 der Bau eines hölzernen Fussgängerstegs samt 28 Meter hohem Aussichtsturm beginnen sollen. Bevor es so weit kommen konnte, gingen per Ende März 2020 sieben Einsprachen gegen das Baugesuch ein. Heute, beinahe zwei Jahre später, steht die Gesuchstellerin Korporation Baar-Dorf immer noch am selben Punkt: Keine der sieben Einsprachen wurde bislang zurückgezogen. Und dies trotz eines mittlerweile erstellten Erholungskonzepts und einer Einigungsverhandlung. Wie lange sich der Bewilligungsprozess noch hinzieht, lasse sich nicht abschätzen, sagt Korporationsschreiberin Corinna Müller.

Im Januar 2021 musste die Korporation Baar im Januar 2021 ein Erholungskonzept für das entsprechende Waldgebiet Ruggeren–Langmoos–Höllstrasse nachreichen. Ein solches fordert der kantonale Richtplan, da der Steg und vor allem der Treppenturm über die Grundausstattung eines Erholungswalds hinausgehen. Darauf haben Naturverbände in ihren Einsprachen gegen das Projekt im März 2020 hingewiesen. Mit Grundausstattung sind etwa Bänke, Feuerstellen oder Wege gemeint.

Das neue Konzept bringt die Korporation ihrem Ziel aber nur formell näher. Mitte November 2021 folgte eine Einigungsverhandlung. Anwesend waren unter anderen Vertreterinnen und Vertreter der Korporation Baar-Dorf, der Gemeinde Baar sowie ein Teil der Einsprecher, darunter die Stiftung Landschaftsschutz Schweiz (SL) und Pro Natura Zug. Wie diese Verhandlung verlaufen ist, darüber äussern sich weder die Naturverbände noch die Korporation Baar-Dorf. «Wir haben eine Stellungnahme verfasst, in der wir auf die an der Einigungsverhandlung vereinbarten Themen eingehen», so Korporationsschreiberin Corinna Müller. «Wie das weitere Vorgehen geplant ist, wissen wir nicht. Dies ist Sache der Gemeinde Baar.»

Der Inhalt der Stellungnahme ist nicht einsehbar. Der Bauvorsteher der Gemeinde Baar Jost Arnold hat auf eine schriftliche Anfrage nicht reagiert.

«Vielleicht braucht es andere Architekten»

Die Stiftung Landschaftsschutz (SL) und Pro Natura Zug erwarten derweil nach wie vor, dass das Projekt «grundsätzlich überarbeitet wird», wie Raimund Rodewald, Geschäftsleiter der SL, auf Anfrage schreibt. Die SL und Pro Natura Zug haben gemeinsam auf die Stellungnahme der Korporation Baar geantwortet. Sie stellen vier Forderungen:

  1. Verschieben des Turms um etwa neun Meter bis an den Hangfuss, damit er hinter den vordersten Bäumen und im Schatten steht.
  2. Verzicht aufs Dach, damit die Höhe um 6,3 Meter reduziert werden kann. Bei Regen und Schnee werde der Schlaufensteg nicht genutzt, womit der Witterungsschutz des Turms hinfällig sei.
  3. Eine zusätzliche Treppensequenz von 20 Stufen zwischen dem Turm und der ersten Plattform, um den Turm um ein Geschoss zu reduzieren.
  4. Verzicht auf die Holzverschalung des Turms, damit der Turm filigraner wirkt.

«Der viel zu massige und zu hohe Turm muss architektonisch deutlich redimensioniert und verfeinert werden», so Rodewald. «Vielleicht braucht es dazu andere Architekten.»

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