Bürgerliche sichern sich das Vizepräsidium

Zoe Gwerder
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Bruno Zimmermann (SVP). (Bild: Stefan Kaiser (Zug, 13. Dezember 2016))

Bruno Zimmermann (SVP). (Bild: Stefan Kaiser (Zug, 13. Dezember 2016))

Wahlen Auch das Vizepräsidium ist wieder besetzt: SVP-Mann Bruno Zimmermann ist neuer Vizepräsident des Grossen Gemeinderates (GGR) der Stadt Zug. Anders als der gewählte Präsident Hugo Halter war seine Wahl jedoch alles andere als deutlich. Ihr ging eine Grundsatzdiskussion voraus.

Die Bürgerlichen kritisierten den Umstand, dass die vorgeschlagene Tabea Zimmermann von der Alternative-die Grünen erst seit zwei Jahren im GGR sitzt. Für die CVP und FDP ist dies zu kurz, um bereits als Vizepräsidentin gewählt zu werden.

Ein unwillkürliches Feigenblatt

Dass die Bürgerlichen die kurze Amtszeit von Tabea Zimmermann anführten, bezeichnete SP-Fraktionschef Urs Bertschi als willkürliches Feigenblatt, mit welchem die Bürgerlichen den Anspruch der Linken auf den Sitz im Vizepräsidium verdecken wollten. Denn er glaube, so Bertschi weiter, dass dieser Job auch mit zwei Jahren Ratserfahrung machbar sei.

Die Diskussion liess dann auch durchblicken, dass es tatsächlich mehr um den Sitzanspruch ging als um die Dauer des Einsitzes der Kandidaten im Rat.

SVP-Fraktionschef Jürg Messmer rechnete vor, dass, wenn man den Rat in Blöcke aufteilen – in Bürgerliche und Linke – und dem Anteil entsprechend den Turnus wählen würde, dann jeweils einem linken Politiker zwei aus dem bürgerlichen Block folgen würden. Somit wären nach der SP-Frau Karin Hägi nun zwei bürgerliche Politiker an der Reihe. In diesem Fall also Bruno Zimmermann von der SVP. Diese Rechnerei gefiel SP-Mann Bertschi grundsätzlich, obwohl er sich für die Kandidatur von Tabea Zimmermann aussprach. Denn so wäre dann doch jedes dritte Jahr eine Vertretung der Linken im Vizepräsidium und voraussichtlich zwei Jahre später im Präsidium. So wäre die Linke deutlich häufiger im Präsidium vertreten, als dies bisher der Fall war.

Die Frage des Verzichts

Konkret drehte sich die Diskussion darum, dass die Fraktion der Alternative-CSP vor vier Jahren zu Gunsten der SP nicht zur Wahl angetreten war. «Dies war aber kein Verzicht», sagte Stefan Hodel, Fraktionschef der Alternative-CSP. «Wir waren der Meinung, dass die SP nach zwölf Jahren wieder an der Reihe sei. Es kann nicht sein, dass nach unserer Grosszügigkeit nun alle vordrängen und unseren Anspruch auf 2020 verschieben.»

Dass der Vortritt an die SP seitens der Alternativen seinerzeit kein Verzicht war, bestätigt auch Bertschi. Es sei damals nicht nur zwischen der SP und den Alternativen so abgemacht worden, sondern mit dem ganzen Rat.

Trotzdem konnte sich die Linke nicht durchsetzen. Bei einem absoluten Mehr von 19 Stimmen erzielte SVP-Mann Bruno Zimmermann deren 20. ­Tabea Zimmermann von der ALG erhielt 16 Stimmen.

Zoe Gwerder

zoe.gwerder@zugerzeitung.ch

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