Bürgerliche wollen Schulnoten wieder einführen

Das Zuger Stimmvolk entscheidet am 11. März über zwei Initiativen zur Notengebung. Die FDP Kanton Zug verlangt Noten ab der 2. Klasse. Die SVP will Noten ab der 1. Klasse einführen. Die Schulpräsidenten lehnen beide Vorschläge ab.

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Zweitklässler begutachten den Test eines Mitschülers. Der Test ist nicht benotet, sondern enthält als Beurteilung Symbole. (Bild: Stefan Kaiser / Neue ZZ)

Zweitklässler begutachten den Test eines Mitschülers. Der Test ist nicht benotet, sondern enthält als Beurteilung Symbole. (Bild: Stefan Kaiser / Neue ZZ)

Die FDP Kanton Zug hat am Donnerstagabend für die Gesetzesinitiative die Ja-Parole gefasst. Zur Verfassungsinitiative sagt sie Nein. Dementsprechend empfiehlt die FDP auch bei der Stichfrage die Gesetzesinitiative «Wiedereinführung von Noten ab der 2. Klasse». Diese fordert, das Schulgesetz so zu ändern, dass ab der 2. Primarklasse wieder Noten erteilt werden. Die bisherigen Beurteilungsgespräche sollen weitergeführt werden. Das überparteiliche Komitee besteht aus Mitgliedern der CVP und der FDP.

Die SVP Kanton Zug sprach sich am Donnerstagabend einstimmig für ihre Verfassungsinitiative «für das Notenobligatorium und gegen Schulexperimente ohne Noten» aus. Sie verlangt, dass Schülerinnen und Schüler ab der 1. Klasse Noten erhalten und dass während zehn Jahren keine Schulversuche ohne herkömmliche Noten durchgeführt werden. Dies soll in der Kantonsverfassung festgeschrieben werden. Die SVP-Mitglieder unterstützen auch die Gesetzesinitiative. Bei der Stichfrage sprachen sich die Mitglieder für die Verfassungsinitiative aus.

Heute werden Schulnoten erst ab der 4. Klasse erteilt, verbunden mit regelmässigen Beurteilungsgesprächen. Die Mehrheit des Kantonsrats und der Regierungsrat lehnen beide Initiativen ab.

sda/rem

Schulpräsidien sagen Nein

Die Konferenz der Schulpräsidenten lehnen sowohl die Verfassungsinitiative als auch die Gesetzesinitiative ab. Sie begründen dies damit, dass sich das Zuger Modell der Beurteilungspraxis bewährt habe. Es baut auf dem Grundsatz des Zusammenspiels von Beurteilen und Fördern auf und sei über die letzten Jahre schrittweise weiter entwickelt worden. Leistungsbeurteilungen sollen in erster Linie das Lernen fördern, in zweiter Linie dienen sie der Selektion. Laut Mitteilung vom Freitag könne der Förderbedarf nicht aus Noten abgelesen werden. Eine leistungsorientierte Primarschule sei auch ohne Noten möglich, heisst es weiter.

pd/rem