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BUNDESGERICHT: Einstellung des Strafverfahrens gegen Zuger Hausarzt war rechtens

Die Zuger Justiz hat das Strafverfahren gegen einen Hausarzt zu Recht eingestellt. Die Tochter einer Verstorbenen hatte den Arzt der «Falschbehandlung mit Todesfolge» bezichtigt.
Das Bundesgericht entschied im Rahmen eines Unterhaltsstreits: Kein Anspruch auf Übernahme der Wohnkosten. (Bild: Christian Brun/Keystone)

Das Bundesgericht entschied im Rahmen eines Unterhaltsstreits: Kein Anspruch auf Übernahme der Wohnkosten. (Bild: Christian Brun/Keystone)

Die Vorgeschichte: Im September 2015 verstarb im Kanton Zug eine Frau kurz vor ihrem 89. Geburtstag. Die Tochter der Verstorbenen wirft dem Hausarzt vor, er habe ihrer Mutter das Antidepressivum Surmontil verordnet, obwohl sie unter chronischen Verstopfungen und unter verschiedenen Nebenwirkungen dieses Medikaments, nicht aber unter Depressionen gelitten habe. Zudem habe der Hausarzt unnötigerweise eine Computertomografie des Bauchbereichs angeordnet. Da der Körper ihrer Mutter das Kontrastmittel wegen der Verstopfungen nicht habe abbauen können, habe dies deren Bauchschmerzen noch verschlimmert. Ohne diese Fehlbehandlung, so das Fazit der Tochter, würde ihre Mutter noch leben.

Die Staatsanwaltschaft Zug stellte das Verfahren gegen den Hausarzt im Sommer dieses Jahres ein – ein Vorgehen, welches das Obergericht des Kantons Zug schützte. Das Gericht sah keinen rechtserheblichen Zusammenhang zwischen dem Tod der Patientin und der Verabreichung des Medikaments Surmontil sowie der Computertomografie. In den Akten, namentlich auch in den Berichten des Zuger Kantonsspitals, fänden sich keinerlei Hinweise auf irgendwelche Folgeerscheinungen.

Natürliche Todesursache

Angesichts des hohen Alters der Patientin, so das Obergericht, könne eine natürliche Todesursache vermutet werden. Weder die Tochter noch die Behörden hätten es für notwendig erachtet, eine amtliche Untersuchung der Todesumstände vornehmen zu lassen. Zudem sei die Verwendung des Kontrastmittels für die Computertomografie nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und der allgemeinen Erfahrung nicht geeignet, den rund 15 Monate später eingetretenen Tod der Patientin zu verursachen.

Keine Willkür

Die Tochter erhob gegen diesen Entscheid Beschwerde ans Bundesgericht und warf dem Zuger Obergericht vor, willkürlich geurteilt zu haben. Sie argumentierte erneut, die Verschreibung des Antidepressivums sei aus medizinischer Sicht falsch gewesen. Nach dessen Absetzung sei es ihrer Mutter viel besser gegangen. Dies beweist laut Bundesgericht jedoch nicht, dass die Einnahme des Medikaments und die Computertomografie unnötig und für den Tod der Mutter kausal waren. «Eine willkürliche Beweiswürdigung ist weder dargetan noch ersichtlich», heisst es im Urteil aus Lausanne. Damit ist aber auch klar, dass die Strafverfolgungsbehörden mangels eines hinreichenden Tatverdachts für ein strafbares Verhalten nicht verpflichtet waren, weitere Untersuchungshandlungen vorzunehmen. Die Einstellung des Verfahrens ist nicht zu beanstanden. Die Tochter muss die Gerichtskosten von 3000 Franken bezahlen.

Urs-Peter Inderbitzin

redaktion@zugerzeitung.ch

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