BUNDESGERICHT: Fall Anastasia: Mutter muss in Haft bleiben

Die 37-jährige Russin, die vom Oberge­richt schuldig gesprochen wurde, am 13. Mai 2004 in Steinhausen ihre sechsjäh­rige Tochter Anastasia umgebracht zu haben, wird nicht freigelassen.

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(Symbolbild Dominik Hodel/ Neue ZZ)

(Symbolbild Dominik Hodel/ Neue ZZ)

Dies entschied das Bundesgericht aufgrund einer Beschwerde der Russin.

Das Obergericht hatte am 10. März in einem Teilurteil die Mutter der vorsätzli­chen Tötung schuldig gesprochen. Das Strafmass will es nach der Erstellung eines Gutachtens zur Schuldfähigkeit festlegen. Für das Bundesgericht ging es nicht da­rum, den Schuldspruch zu überprüfen, da noch kein abschliessendes Urteil vorliegt.

Dringender Tatverdacht besteht
Laut Obergericht war die Mutter die einzige Person, die sich zur Tatzeit in der Wohnung aufgehalten hat. Sie habe sich in einem finanziellen Engpass befunden, und ihre Tochter sei ihr beim Wiedereinstieg in die Prostitution im Weg gestanden.

Zudem verfügte die Russin laut Obergericht über Täterwissen und habe Falschaussagen gemacht. «Die Bejahung eines dringenden Tatverdachts ist verfassungsrechtlich nicht zu beanstanden», schreibt das Bundesgericht. Bei einer Freilassung gäbe es nichts, was sie hier zurückhalten könnte. Im Klartext: Es besteht eine Fluchtgefahr.

Jürg J. Aregger