BUNDESGERICHT: Strafe gegen Kinderschänder bestätigt

Ein Mann aus dem Kanton Zug ist zu Recht zu einer bedingten Freiheitsstrafe von 14 Monaten verurteilt worden, weil er an einem zwölfjährigen Knaben sexuelle Handlungen vorgenommen hatte. Er muss dem Knaben 10 000 Franken Genugtuung zahlen.

Merken
Drucken
Teilen
Das Bundesgericht in Lausanne. (Bild: Keystone / Christian Bruhin)

Das Bundesgericht in Lausanne. (Bild: Keystone / Christian Bruhin)

Die Vorfälle gehen in den Winter 2009 und 2010 zurück. Damals schlief ein zwölfjähriger Knabe insgesamt dreimal im Bett seines Bekannten. Der Pädophile nutzte die Situation aus und fasste jeweils den Penis des Knaben mit der Hand an. In einem Fall, so der Vorwurf, hat er den Penis in den Mund genommen und mit Auf-und-ab-Bewegungen stimuliert. Einen vierten Übergriff konnte der Knabe vermeiden, indem er sich von seinem Peiniger wegdrehte.

Das Zuger Obergericht sprach den Pädophilen im März letzten Jahres der mehrfachen sexuellen Handlungen mit einem Kind schuldig und bestrafte ihn mit einer bedingten Freiheitsstrafe von 14 Monaten. Zudem verurteilte das Gericht den Mann dazu, seinem Opfer eine Genugtuung für die erlittenen Übergriffe in der Höhe von 10 000 Franken zu bezahlen. Dagegen erhob der Pädophile Beschwerde beim Bundesgericht und forderte, vom Vorwurf der mehrfachen sexuellen Handlungen mit einem Kind freigesprochen zu werden. Er warf der Zuger Justiz vor, Befragungen und Einvernahmen des Knaben für seine Verurteilung verwendet zu haben, obschon diese wegen Verletzung von Verfahrensvorschriften gar nicht verwertbar seien. Zudem beanstandete er, dass sein Antrag auf Anordnung eines Gutachtens zur Abklärung der Glaubwürdigkeit des Knaben abgelehnt wurde.

Das Bundesgericht hat die Beschwerde abgewiesen. Unter anderem wurde dem Pädophilen ein SMS zum Verhängnis, das er der Mutter geschrieben hatte. Er hatte darin geäussert, er habe eine Grenze überschritten, die er nicht hätte überschreiten dürfen. Dafür müsse er nun büssen. Er sei unsagbar traurig, dass es so gekommen sei. Es schmerze ihn, dass ihre tolle Familie nun so leiden müsse. Zudem ist auch das Bundesgericht überzeugt, dass die Aussagen des Knaben glaubwürdiger sind als jene des Pädophilen, der ein Geständnis abgelegt, dieses aber später widerrufen hat. Nicht beanstandet hat das Bundesgericht auch die Höhe der Genugtuung. Die festgesetzte Summe von 10 000 Franken liegt nicht ausserhalb der üblichen Praxis, zumal die sexuellen Übergriffe nicht spurlos am Knaben vorübergingen. Er musste sich einer psychotherapeutischen Behandlung unterziehen.

Urs-Peter Inderbitzin

redaktion@zugerzeitung.ch

Hinweis

Urteil 6B_653/2016.