BUNDESGERICHT: Urteil bestätigt: Einbrecher müssen definitiv hinter Gitter

Die Zuger Strafjustiz hat zwei Einbrecher zu Recht zu 4 Jahren und 10 Monaten verurteilt. Die beiden Männer hatten in Zug, aber auch in andern Kantonen zahlreiche Einbrüche getätigt.

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Das Bundesgericht hat entschieden, dass die Frau eines Kokainbosses nur vier Jahre ins Gefängnis muss. (Symbolbild LZ)

Das Bundesgericht hat entschieden, dass die Frau eines Kokainbosses nur vier Jahre ins Gefängnis muss. (Symbolbild LZ)

Ein Urteil des Zuger Obergerichts wurde vom Bundesgericht bestätigt. Zwei Männer, die verschiedene Einbrüche in Zug und anderen Kantonen verübt haben, müssen eine Freiheitsstrafe von fast fünf Jahren verbüssen. Sie erregten vor allem Aufsehen mit einem Einbruch in Zug, bei dem sie über 2800 Krügerrands (eine süd­afrikanische Goldmünze in verschiedenen Stückelungen) im Wert von fast 3 Millionen Franken erbeuteten.

Die beiden Männer waren insbesondere in der Nacht vom 7. auf den 8. März 2014 in zwei Geschäftshäusern in der Stadt Zug aktiv. In sechs Fällen gelang es ihnen, in Geschäftsräumlichkeiten im Gebiet Göbli einzudringen und Waren zu stehlen. Viermal jedoch scheiterten sie, richteten dabei aber einen erheblichen Sachschaden an.

Grösster Coup: In den Räumlichkeiten einer Finanz-Aktiengesellschaft fielen den beiden Einbrechern 2850 Krügerrand-Goldmünzen in die Hände. Deren Wert beträgt fast 3 Millionen Franken, vorausgesetzt es handelt sich bei den Münzen durchgehend um den Krügerrand 1 oz (Unze = 28,3495 Gramm) und nicht um kleinere Stückelungen mit 1/2 oz, 1/4 oz oder 1/10 oz Feingewicht. Das Zuger Strafgericht verurteilte die beiden Männer aufgrund dieser Einbrüche, aber auch aufgrund weiterer Straftaten in Winterthur und Schaffhausen, wegen mehrfachen Diebstahls, mehrfachen versuchten Diebstahls, mehrfacher Sachbeschädigung und mehrfachen Hausfriedensbruchs zu einer Freiheitsstrafe von 4 Jahren und 10 Monaten. Die Klagen der Einbruchsopfer verwies das Gericht auf den Zivilweg.

Als das Zuger Obergericht diese Verurteilungen und die verhängten Freiheitsstrafen bestätigte, riefen die beiden Verurteilten das Bundesgericht an. Die beiden Männer bestritten die Taten mehrheitlich. Einer der Täter forderte, für einen Einbruch in Winterthur wegen Diebstahls und Hausfriedensbruchs lediglich zu einer Geldstrafe von 90 Tagessätzen zu je 30 Franken verurteilt und für die Überhaft entschädigt zu werden. Der andere, vorbestrafte Täter behauptete, beim Diebstahl der 2850 Krügerrand-Goldmünzen und andern Einbrüchen in Zug gar nicht beteiligt gewesen zu sein, und forderte eine mildere Bestrafung. Das Bundesgericht hat nun sämtliche Einwände der beiden Täter abgewiesen und die Schuldsprüche bestätigt. Das Zuger Kantonsgericht durfte davon ausgehen, dass das Vorgehen sehr planmässig, gezielt, mit hoher krimineller Energie, professionell und routiniert war. Dementsprechend erweist sich auch die ausgesprochene Strafe als angemessen.

Urs-Peter Inderbitzin

redaktion@zugerzeitung.ch

Hinweis

Urteile 6B_1053/2016 und 6B_1058/2016 vom 18. Mai 2017.