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BUTTWIL: 20 Monate durch den schwarzen Kontinent

Maria und Robert Vonmüllenen sind 20 Monate lang durch Afrika gereist und haben dabei vor allem eines gelernt: Gelassenheit.
Susanne Holz
Maria und Robert Vonmüllenen haben von ihrem 20-monatigen Abenteuer viele Erinnerungen mit nach Hause gebracht (Bild Stefan Kaiser)

Maria und Robert Vonmüllenen haben von ihrem 20-monatigen Abenteuer viele Erinnerungen mit nach Hause gebracht (Bild Stefan Kaiser)

Robert Vonmüllenen hat schon immer von Afrika geträumt. Und Abenteuern ist er auch noch nie aus dem Weg gegangen: Als der Buttwiler Ende der Siebzigerjahre sein Studium beendet hatte, setzte er sich zusammen mit seiner damaligen Freundin in einen Renault F4 und fuhr 8400 Kilometer nach Delhi. Auf der Rückfahrt dieser Reise sagte sich der junge Schweizer: «Wenn ich einmal aus dem Arbeitsprozess raus bin, dann gehts nach Afrika.»

Ein bisschen Luxus

Vor knapp zwei Jahren war es dann so weit: Robert Vonmüllenen, inzwischen Vater dreier erwachsener Kinder, hatte genügend vorgesorgt, um dem Ruhestand Hallo zu sagen und die Reise nach Afrika in Angriff zu nehmen. Er und seine Frau Maria kündigten ihre Jobs und bereiteten das grosse Abenteuer vor. Maria Vonmüllenen zeigte sich solidarisch: «Robert wollte schon immer nach Afrika – und ich habe mich schliesslich überzeugen lassen.» Das Paar kaufte sich einen Offroader und liess in Deutschland eine Wohnkabine draufbauen – der Offroader für die Strassen, die Wohnkabine für den Komfort mit Toilette, Dusche, Kühlschrank, Kochmöglichkeit, Wassertank mit Keramikfilter und natürlich der Schlafgelegenheit. «Purer Luxus», sagt Robert Vonmüllenen dazu – mit einem Schuss Humor.

Als das Ehepaar im April 2012 aufbrach, sie 56 und er 58 Jahre alt, liess es den Zeitpunkt der Rückkehr offen. Nach Haus und Garten schauten Nachbarn, eine Kollegin regelte Finanzen und Post. Rund 1600 Franken hatten Maria und Robert Vonmüllenen zusammen für Impfungen ausgegeben. Der Zeitpunkt der Abreise war gekommen – auch wenn die Nachbarn scherzten: «Spätestens bei der Reussbrücke kehrt ihr wieder um!» Weshalb der Blog, den das Buttwiler Paar über die Reise im Internet führte, mit «Ruessbrugg retour ond es bizzeli meh ...» betitelt ist.

20 000 Fotos, 60 000 Kilometer

Das «bizzeli meh» steht für eine 20-monatige Reise, die abenteuerliche afrikanische Westküste runter bis zum Kap der guten Hoffnung und die mehr touristische Ostküste mit ihren zahlreichen Safariparks wieder hoch. Es steht für rund 20 000 Fotos, für Begegnungen und gemeinsam verbrachte Zeit mit Einheimischen und anderen Reisenden, für 60 000 zurückgelegte Kilometer, für das Einsinken im Schlamm auf der Strasse zwischen Nigeria und Kamerun, für das Campen im Busch mitten im Kongo, für drei Tage in Polizei-Gewahrsam in der Demokratischen Republik Kongo, für staubige Haare und Kleider, für das Baden im Meer, für wilde Tiere direkt vor der Kamera ... Es ist eine Liste, die sich lange fortsetzen liesse.

Von 2 bis 51 Grad Celsius

Die beiden Buttwiler querten auf ihrer Reise Wüste, Urwald, Steppe, Savanne und Gebirge. Sie fuhren entlang des Atlantiks und des Indischen Ozeans, besuchten Naturvölker und Nationalparks, entdeckten die schönsten Strände in Angola und Ghana, erlebten den heftigsten Regen in Kamerun, die höchste Temperatur mit 51 Grad im Sudan und die kälteste mit 2 Grad in Marokko. In Zimbabwe liessen sie ihr Auto schweissen, und in Nigeria wurden sie von einem König ins Wohnzimmer geladen.

Zurück oder weiter?

Natürlich gab es auch Zeiten der Unsicherheit. Maria und Robert Vonmüllenen bekennen offen, dass sie in Ghana zwei Monate lang ausharrten mit der Überlegung: zurück oder weiter? Vor ihnen lag schliesslich der wohl gefährlichste Abschnitt der Reise: Nigeria, Kamerun, Kongo, Demokratische Republik Kongo, Angola. Doch zusammen mit einem österreichischen Pärchen schulterte man schlussendlich auch diese Herausforderung. Ohne Blessuren. «Im Land selbst fühlt man sich nicht so gefährdet wie zuvor von aussen betrachtet», sagt Maria Vonmüllenen. Und: «90 Prozent dessen, was man befürchtet, trifft nicht ein.» Trotzdem steht auf ihrem Offroader nicht ohne Grund: «Africa is not for sissies!»

Ende November 2013 kehrte das Paar – über die Reussbrücke – nach Buttwil zurück. Mit der Erinnerung an so viele Menschen in Afrika, die sie mit offenen Armen und grossem Hallo begrüssten. Mit mehr Gelassenheit und dem Wissen, dass auch kleine Dinge glücklich machen. In ihrem Blog schreiben Robert und Maria Vonmüllenen: «Afrika ist uns nahe gerückt, sein Charme wird uns nie loslassen. Wir werden wieder gehen ...»

Hinweis

Die Reise im Internet unter www.ruessbrugg-retour.blogspot.com

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