Camping und Parkplätze: Das Zuger Stadtparlament setzt sich für das Gebiet Brüggli ein

Parkplätze und der Campingplatz Brüggli sind dem Grossen Gemeinderat der Stadt Zug gleichermassen wichtig. Das zeigte die erneut geführte, teils hitzige Diskussion.

Laura Sibold
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Nur die Saisonmieter mit fixen Standplätzen müssen ab 2022 weg: Der Stadtrat schliesst nicht aus, dass Campieren im Brüggli auch in Zukunft möglich sein wird.

Nur die Saisonmieter mit fixen Standplätzen müssen ab 2022 weg: Der Stadtrat schliesst nicht aus, dass Campieren im Brüggli auch in Zukunft möglich sein wird.

Bild: Stefan Kaiser (Zug, 8. Mail 2020)

Traktandiert war im Stadtparlament am 12. Mai auch ein SVP-Postulat, das die Schaffung eines Parkplatzes auf der Wiese zwischen Chamerstrasse und Bahngleis fordert. Der Stadtrat will auf dieser Wiese einen Parkplatz als Zwischennutzung prüfen, was auch Postulant Philip C. Brunner (SVP) freut. Dass im Brüggli bis 2022 allerdings erst einmal nichts passieren solle, sei bedauerlich. «Der Stadtrat soll kreativ werden und die Planung im Brüggli endlich vorantreiben», betonte Brunner. Dem schloss sich auch Manuela Leemann (CVP) an:

«Wir können die Parkplatzsituation erst beurteilen, wenn die Pläne im Brüggli bekannt sind. Der Stadtrat soll dies so schnell wie möglich tun.»

Eine schnelle und umfassende Planung wünschte sich auch David Meyer (GLP), der mit der Antwort des Stadtrates auf seine Interpellation zum Campingplatz Brüggli gar nicht zufrieden war und gleich eine neue Interpellation einreichte. Was dem Stadtrat da vorschwebe, sei ein Verstoss gegen den Zonenplan. «Es gab zudem nie Probleme beim Camping Brüggli. Es gibt also keinerlei Anlass Freiheiten einzuschränken», so Meyer. Er sprach damit die Pläne laut kantonalem Richtplan an, wonach die fixen Stellplätze des Campingplatzes Brüggli bis spätestens 2022 aufzuheben sind und der frei werdende Raum für Sportler, Badende und Erholungssuchende aufgewertet werden soll.

Stadt schliesst Möglichkeit zum Campieren nicht aus

Meyer schlossen sich diverse Gemeinderäte an und verwiesen auf die Debatte im Kantonsrat von vergangenem Herbst. Der Tenor im Rat sei damals überhaupt nicht in Richtung einer kompletten Aufhebung des Campingplatzes gegangen. «Wir begrüssen, dass das Brüggli aufgewertet wird. Gleichzeitig sind wir der Meinung, dass es einen Ersatz für den Campingplatz geben sollte», sagte auch Rupan Sivaganesan (SP).

In der Folge versuchte Bauchefin Eliane Birchmeier die Wogen zu glätten und etwas Licht ins Dunkel zu bringen. Viel Neues konnte sie allerdings nicht präsentieren. So betonte Birchmeier, dass mit dem Leitbild Lorzenebene 2012 bereits ein Masterplan bestehe und die Stadt die Planung des Brügglis mit der Grundeigentümerin Korporation Zug und dem Kanton an die Hand nehme. Der Lead liege nun bei der Korporation. Noch dieses Jahr soll ein Wettbewerb vorbereitet und 2021 durchgeführt werden, mit der Realisierung könne ab 2023 gestartet werden. Die Bauchefin kam dem Rat entgegen:

«Wir sehen weiterhin eine Möglichkeit zum Campieren und ich nehme gerne auf, dass sie sich mehr als nur einen Zeltplatz wünschen.»

Die Absicht des Stadtrates sei es, die Naherholungsfläche Brüggli möglichst naturnah zu gestalten und eine Infrastruktur mit Kiosk und Garderoben zu bieten.

Urs Bertschi (SP) und Philip C. Brunner (SVP) überboten sich daraufhin mit kreativen Ideen zur Umnutzung des Seeufers. Eine Kostprobe: Man könnte doch das Gebiet Brüggli noch besser für die Bevölkerung nutzen und dazu den Schiessplatz im Choller aufheben – in der Coronakrise werde der doch eh nicht gebraucht.

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