Campingplatz am Zugersee ist heiss begehrt

Viele Campinganbieter drängen auf eine schnelle Öffnung ihrer Anlagen. Die Nachfrage ist hoch – auch in Zug.

Laura Sibold
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Der Campingplatz Brüggli in Zug ist momentan nur für Saisonmieter geöffnet.

Der Campingplatz Brüggli in Zug ist momentan nur für Saisonmieter geöffnet.

Bild: Stefan Kaiser (8. Mai 2020)

Camping ist coronabedingt derzeit noch verboten. Dennoch herrscht beim TCS Camping im Brüggli am Zugersee seit einigen Tagen grosse Betriebsamkeit. Wohnwagen fahren auf und am Seeufer flanieren zig Leute. Was ist da los, mag sich der ein oder andere fragen.

Grundsätzlich stimmt, dass laut Bundesrat die Campingplätze für Touristen noch geschlossen sind. Dauermieter und Standplatzbesitzer dürfen den Camping jedoch bereits wieder benützen. Entsprechend hat auch der Touring Club Schweiz (TCS) seine Campingplätze seit 4. Mai wieder für die Saisonniers zugänglich gemacht. Die Saison auf den TCS-Campingplätzen hätte am 2. April beginnen sollen, wie immer einige Tage vor Ostern. Dass dies nicht möglich gewesen sei, habe natürlich finanzielle Auswirkungen, sagt TCS-Mediensprecher Daniel Graf.

Bund soll kommunizieren– der Planung wegen

«Die Buchungen für Ostern waren sehr gut, auch für den TCS Camping Zug. Zudem hatten wir im April ideales Campingwetter.» Ab wann touristische Gäste auf Campingplätzen wieder erlaubt sind, ist noch unklar. «Wir hoffen immer noch, dass wir die Campingplätze vor Auffahrt öffnen dürfen. Wichtig ist jetzt vor allem, dass vom Bund ein Datum kommuniziert wird, damit wir planen können», betont Graf. Auf eine baldige Öffnung drängen die Campingplatzbetreiber auch wegen der derzeit hohen Nachfrage. So gab der TCS gegenüber dieser Zeitung bereits Ende April bekannt, dass auf den Zentralschweizer Campingplätzen in Zug, Sempach, Horw und Buochs die Buchungen seit Bekanntgabe der schrittweisen Lockerungen durch den Bundesrat «stark angestiegen» seien. «Auf dem Camping Zug hatten wir im Januar und Februar etwa dreimal so viele Onlinebuchungen wie im letzten Jahr», erklärt Daniel Graf. Dafür habe man im März mit Bekanntgabe des Lockdowns nur halb so viele Buchungen erhalten. Doch die Buchungen hätten sich nun bereits wieder verdoppelt, was sicherlich mit der Ankündigung der schrittweisen Lockerung erklärt werden könne.

Derzeit werden viele Campingplätze mit Buchungen regelrecht überhäuft, weil die Schweizer Bevölkerung die Ferien wohl im eigenen Land verbringen muss.

70 Prozent mehr Anfragen für Buchungen

Auch Daniel Graf verrät, dass die Onlinebuchungsanfragen für Aufenthalte im Juli und August derzeit um fast 70 Prozent höher sind als im vergangenen Jahr. «Wir erwarten, dass die Nachfrage weiter steigen wird. Da Ferien am Meer in diesem Jahr voraussichtlich nicht stattfinden können, sucht man nach Alternativen in der Schweiz. Sehr begehrt sind Campingplätze an Seen und Flüssen in allen Regionen, aber vor allem in der Zentralschweiz, dem Berner Oberland und dem Tessin», so der TCS-Mediensprecher. Auf dem Camping im Brüggli Zug habe es nur noch wenige Plätze für die Ferienzeit im Sommer.

Gross auf Gäste aus dem Ausland angewiesen – wie das andere touristische Institutionen sind – war man auf dem Camping am Zugersee nie. Laut Daniel Graf lag der Anteil an ausländischen Besuchern im vergangenen Jahr bei 30 Prozent, der Rest waren allesamt Schweizer. «Wir sind sehr zuversichtlich, dass wir einen grossen Teil der wegfallenden Gäste aus dem Ausland durch Gäste aus der Schweiz kompensieren können», so Graf. Die hohe Buchungsnachfrage mag ihm recht geben.

Wenig los ist derweil auf den weiteren Campingplätzen im Kanton Zug. Der Camping Unterägeri bleibt laut Website bis auf weiteres geschlossen, auf dem Camping Naas Sood in Morgarten sind wie im Brüggli vorerst nur Standplatzmieter zugelassen.