Carlo Gavazzi kann nicht an Rekord anknüpfen

Die Elektronik-Gruppe Carlo Gavazzi spürt die Frankenstärke und die Eurokrise. Nach dem Rekordgewinn im Vorjahr verdiente das Unternehmen mit Sitz im Kanton Zug im Geschäftsjahr 2011/12 (per Ende März) rund einen Viertel weniger als im Jahr davor.

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Der Sitz von Carlo Gavazzi in Steinhausen. (Bild pd)

Der Sitz von Carlo Gavazzi in Steinhausen. (Bild pd)

Der Gewinn liege mit 16,8 Mio. Fr. dennoch deutlich über dem Fünf- und Zehnjahresdurchschnitt, teilte Carlo Gavazzi am Donnerstag mit. Der Entwickler und Hersteller von elektronischen Komponenten spricht von einem soliden Ergebnis trotz «äusserst herausforderndem Umfeld».

Insbesondere in Europa war das Umfeld für Carlo Gavazzi schwierig. Die Rezession in mehreren Schlüsselländern wie etwa Spanien, eine deutlich tiefere Nachfrage und ein Abschwung bei den erneuerbaren Energien führte in Europa zu einem Umsatzrückgang von 17,8 Prozent.

In Nordamerika und in Asien konnte das Unternehmen hingegen zulegen. Diese Märkte seien auch wichtiger geworden: Ihr Umsatzanteil stieg innert Jahresfrist von 21 auf 25 Prozent. In Ländern wie China, Mexiko und Taiwan setzte der Komponentenhersteller die Expansionsstrategie fort. Als nächstes stehe Indien im Fokus, hiess es.

Insgesamt setzte Carlo Gavazzi im abgelaufenen Geschäftsjahr 142,8 Mio. Fr. um. Der Gesamtumsatz sank damit um 21,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Stärke des Schweizer Frankens gegenüber dem Euro drückte den Umsatz um 9,4 Prozent. In Lokalwährungen gerechnet resultiert noch ein Umsatz-Minus von 13,3 Prozent.

Der Betriebsgewinn (EBIT) brach um 33,3 Prozent auf 21,2 Mio. Fr. ein. Der Auftragseingang sank um 24,8 Prozent auf 139,6 Mio. Franken.

Solarsparte rückläufig

Einen deutlichen Rückgang verzeichnete Carlo Gavazzi im Bereich erneuerbare Energien. Nach dem Boom im Vorjahr sei dieser Sektor durch staatliche Massnahmen negativ beeinflusst worden, schreibt das Unternehmen. Wichtige Absatzländern wie Deutschland und Italien hätten die entsprechenden Subventionen für die Solarenergie erheblich vermindert. Zulegen konnte Carlo Gavazzi dafür bei den Feldbus-Systemen (beispielsweise Überwachungssysteme für Förderbänder).

Für das nächste Geschäftsjahr gibt die Elektronik-Gruppe keine Prognose ab. Wegen der unvorhersehbaren Entwicklung der meisten Volkswirtschaften sei eine zuverlässige Vorhersage nicht möglich.

sda