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CASINO: Kommission will keinen neuen Empfang

Eine Kommission fährt schweres Geschütz auf: Der Stadtrat sei ein «Befehlsempfänger» des Stiftungsrats, die Sanierung ein Flickwerk. Der Stadtrat sieht das anders.
Im Juni 2016 soll mit der Sanierung des Theaters Casino begonnen werden. (Bild: Maria Schmid)

Im Juni 2016 soll mit der Sanierung des Theaters Casino begonnen werden. (Bild: Maria Schmid)

Die Sanierung des Theaters Casino Zug ist zum Sorgenkind der Stadt geworden. Erst wurde die Foyererweiterung vom Volk an der Urne abgelehnt, dann sorgten geplante französische Balkone am Erweiterungsbau für Ärger. Nur kurze Zeit später musste die Stadt einräumen, dass der gesprochene Kredit von 13,64 Millionen Franken für die Sanierung nicht ausreichen wird, und kaum hatte sie den Rotstift angesetzt – vor allem bei der Bühnentechnik –, reichte die SVP eine Motion für einen Zusatzkredit ein. Das Anliegen fand breite Unterstützung im Parlament. Die Motion wurde an den Stadtrat überwiesen. Vor kurzem nun legte die Exekutive den Bericht und Antrag zum Zusatzkredit vor. Insgesamt werden 4,72 Millionen Franken zusätzlich benötigt, um die komplette Sanierung durchführen zu können. Der Betrag setzt sich zusammen aus 4,4 Millionen Franken für die Bühnentechnik und 320 000 Franken für einen neuen zentralen Empfang (wir berichteten). Die Bau- und Planungskommission (BPK) hiess das Vorhaben gut.

«Unbefriedigend»

Doch nun legt sich die Geschäftsprüfungskommission (GPK) quer. In ihrem Bericht zerpflückt sie den Antrag des Stadtrates richtiggehend. Dabei stört sich die GPK nicht am grossen Brocken von 4,4 Millionen Franken. Den winkt sie «ohne nennenswerte Diskussionen» durch. Dass jedoch ein zentraler Empfang für 320 000 Franken entstehen soll, passt ihr nicht. Sie sieht nicht ein, warum das Anliegen erst jetzt aufkomme. Ausserdem kritisiert sie das Verhalten des Stadtrates. Dieser scheine sich lediglich als «Befehlsempfänger der Stiftung» zu verstehen. Er hinterfrage deren Umbauwünsche zu wenig kritisch. «Es ist absolut unbefriedigend, wenn nach dem ganzen politischen Prozess, der Volksabstimmung und in Zeiten von leeren Kassen nachträglich noch solche Nachbesserungen notwendig sind», heisst es im Bericht. Die Sanierung wirke wie ein Flickwerk, und man befürchte zudem, dass noch weitere Nachbesserungen folgen könnten.

Geschäft unterteilen

Bauchef André Wicki will diese Vorwürfe nicht gelten lassen. Er betont einerseits, dass die Nachbesserungen alle sinnvoll und nötig seien. Und: «Wir sind keine Handlanger, so einfach machen wir es uns nicht.» Zudem habe auch die Stiftung des Casinos ihre Hausaufgaben gemacht und ein umfassendes Betriebs- und Nutzungskonzept erarbeitet. Dabei habe dargelegt werden können, dass mit dem zentralen Empfang ein Mehrnutzen erzielt werde. «Weiter haben wir die Kosten berechnet. So günstig wie jetzt kann ein solcher Empfang nicht mehr realisiert werden.»

Seitens der GPK lässt man diese Argumente nicht gelten. Sie will das Geschäft darum in zwei Tranchen unterteilen. Den Kredit für den zentralen Empfang empfiehlt sie zur Ablehnung. Der Grosse Gemeinderat wird am kommenden Dienstag darüber befinden. Wicki warnt allerdings davor, der Kommission zu folgen. Denn: «Eine Rückweisung würde bedeuten, dass nicht sichergestellt werden kann, dass der zentrale Empfang zusammen mit der Gesamtsanierung, mit der im Juni 2016 begonnen wird, geplant und realisiert werden kann.»

Samantha Taylor

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