Casino: Rat für Sanierung ohne Erweiterung

Das Stadtzuger Stimmvolk wird über die Sanierung und die Foyererweiterung des Theater Casino Zug separat abstimmen. Der Stadtrat muss nochmals nachrechnen.

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Das Theater Casino Zug (hinten links) und die Badi Seeliken. (Bild: Werner Schelbert / Neue ZZ)

Das Theater Casino Zug (hinten links) und die Badi Seeliken. (Bild: Werner Schelbert / Neue ZZ)

Mit 36 Stimmen beschloss der Grosse Gemeinderat einstimmig, dass dem Stimmvolk zwei Varianten – eine mit und eine ohne Foyererweiterung – zur Abstimmung vorgelegt werden sollen.

Variante A beinhaltet eine Sanierung ohne Foyererweiterung (Kostenpunkt: 13,64 Mio. Franken), Variante B mit Foyererweiterung (18,76 Mio. Franken). Gleichzeitig gab der Rat unter Namensaufruf eine Abstimmungsempfehlung ab: Mit 31 zu 5 Stimmen bevorzugt er die Variante A. Dieses Resultat widerspiegelt auch den Verlauf der Debatte: Sämtliche Fraktionen lehnten die Foyererweiterung ab. Die Meinungen der Fraktionen:

  • Für die FDP (wie auch für die anderen Fraktionen) ist die Sanierung des Gebäudes im Wesentlichen unbestritten. Dass die Badi Seeliken zugunsten einer Erweiterung des Foyers verkleinert wird, ist für die Fraktion inakzeptabel. Aufwand und Ertrag der Foyererweiterung stehen in einem schlechten Verhältnis, so die FDP.
  • Die CVP-Fraktion ist der Meinung, dass die Foyererweiterung ein massiver Eingriff in das Ortsbild darstellt. Als öffentliche Institution gebe die Stadt dabei ein schlechtes Vorbild ab; Privaten würde ein solcher Umbau nicht bewilligt.
  • Die SP-Fraktion bezeichnet die Foyererweiterung als zu wenig gelungen, als dass sich eine solch grosse und teure Änderung rechtfertigen würde.
  • Die Fraktion Alternative-CSP geisselte das Programm als wenig gelungen und ortete schwere Defizite in der architektonischen Gestaltung.
  • Für die SVP-Fraktion ist die Foyererweiterung zwar nachvollziehbar, weil es im Foyer eng sei. Doch koste diese mit 5,2 Mio. Franken zu viel.
  • Bei der Sanierung handle es sich um eine Wert vermehrende Investition, so die GLP. Die Foyererweiterung lehnt sie ab; mehr Zustimmung hätte sie gehabt, wenn das Casino nur in südliche Richtung erweitert worden wäre.


Für Urs E. Meier (Fraktion Alternative-CSP) ist die Sanierung der Fassade mit einer 1 Mio. Franken zu teuer. Er rechnete dem Parlament vor, dass auch 200'000 Franken ausreichten. Eine Mehrheit folgte seinem Antrag, den Baukredit um 800'000 Franken auf 13,62 Mio. Franken (nur bei der Variante A) zu kürzen, mit 19 zu 12 Stimmen.

Monika Mathers (Fraktion Alternative-CSP) bemängelte, dass der Verbesserung der Akustik im Theatersaal zu wenig Beachtung geschenkt werde. Eine an den Stadtrat gerichtete Petition von Musikerinnen und Musiker unterstütze ihr Votum. Sie verlangt, dass der Stadtrat dies in eigener Kompetenz mache oder einen separaten Kreditantrag stelle.

Zu Diskussionen führte auch die geplante Erweiterung der Holzroste im See, welche die GLP in einem Postulat einbrachte. Die Mehrheit des Parlaments unterstützt die Idee und forderte den Stadtrat auf, den Kreditantrag in einer separaten Vorlage zu bringen und nicht an die Abstimmung über die Sanierung zu koppeln.

Die Abstimmung über die Sanierung Theater-Casino findet voraussichtlich am 25. November 2012 statt.

pd/rem