CHAM: Aderlass bei der SVP Cham

Die Mehrheit des Vorstands der SVP-Ortsgruppe hat an der Generalversammlung den Bettel hingeschmissen. «Halb so schlimm», sagt einer der beiden Vizepräsidenten.

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«Ich habe wenig bis keine Unterstützung bekommen», sagt Theo Biedermann, EX-Präsident SVP Cham (Bild: PD)

«Ich habe wenig bis keine Unterstützung bekommen», sagt Theo Biedermann, EX-Präsident SVP Cham (Bild: PD)

Charly Keiser

Bei der Zuger SVP tobt ein Hauskrach. So titelte die «Neue Zuger Zeitung» Anfang Juli 2015. Der Knatsch bei der SVP-Ortsgruppe Cham drehte sich um die Aufnahme von FDP-Kantonsrat Beat Sieber in die Ortspartei (siehe Box).

Unter enormem Druck der Kantonalpartei hätten die Chamer Beat Sieber aufnehmen sollen, wie unsere Zeitung damals in Erfahrung brachte. Und sogar Sieber selber habe dies nicht goutiert, heisst es heute. Beat Sieber mache bei der SVP Cham gut mit und engagiere sich oft, ist weiter zu vernehmen.

Mangelnde Unterstützung

Doch Sieber ist nur ein Thema des aktuellen Zerwürfnisses, das wohl schon länger schwelt. Denn alteingesessene Chamer würden Zugezogenen vorge­zogen, wird moniert. Und der zurückgetretene SVP-Ortspräsident Theo Biedermann klagt: «Ich habe bei der ­Organisation des Podiums zur Durchsetzungsinitiative mit Roger Köppel im Casino in Zug wenig bis gar keine Unterstützung von meinen Chamer Parteikollegen bekommen.» Im Gegenteil: Nur wenige Chamer Vorstandsmitglieder und Mandatsträger hätten den Anlass besucht, und andere hätten ihn sogar boykottiert, ergänzt Biedermann: «Und dies, obwohl Cham offiziell zusammen mit Zug als Co-Organisator aufgetreten ist.»

«Haben einen Vorsprung gehabt»

Kantonsrat Rainer Suter, der nun zusammen mit Hans Jörg Villiger die Ortspartei als Vizepräsident führt, gibt zu bedenken: «Ich glaube schon, dass es beim Übertritt von Sieber zur SVP den einen und andern zu schnell gegangen ist.» Die involvierten Kantonsräte hätten halt einen Wissensvorsprung gehabt. Der Termin für die Aufnahme Siebers ist auf die Zeit nach den Wahlen gelegt worden, damit ihn die Ortssektion besser kennen lernen konnte. «Wir nahmen uns die Zeit, und es hat sich auch gelohnt», sagt Suter. «Denn die Causa Sieber war nachher kein Thema mehr.»

Wahlen weit weg

Weggenommen habe der SVP Cham niemand etwas, betont Suter. «Nur der FDP ist etwas abhandengekommen.» Die Wahlen seien erst in drei Jahren, und wie es dann aussehe, das wisse heute wohl niemand – auch Beat Sieber nicht, sagt Suter und ergänzt: «Es ist noch viel zu früh, sich darüber Gedanken zu machen.»

Der Vorstand wolle sich nun genügend Zeit für die Suche nach einem neuen Präsidenten lassen, bekräftigt Suter. «Ich wünsche mir gute Leute im Vorstand, die die Gemeinde Cham gut vertreten. Womöglich ist dieser Neuanfang für uns auch eine Chance.»