Cham: Arealentwicklung Papieri geht von der Planung in die Umsetzung

Im aktuellen Geschäftsbericht der Cham Group informiert die Firma über die weiteren Schritte auf dem geschichtsträchtigen Areal. 

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(vv) Die Cham Group weist für das Geschäftsjahr 2019 einen Betriebsertrag von 2,4 Millionen Franken aus, gegenüber 2,5 Millionen Franken im Vorjahr, wie sie in einer Mitteilung schreibt. Die Mieteinnahmen lagen mit 2,2 Millionen Franken auf dem Niveau des Vorjahres. Während der Baurechtszins für das im September 2018 erworbene, an das Papieri-Areal angrenzende Pavatex-Gelände erstmals für ein volles Geschäftsjahr zum Tragen kam, fielen ab Mitte 2019 die Mieteinnahmen der Firma Sappi weg. Der Mietvertrag mit dem südafrikanischen Papierhersteller ist wie geplant ausgelaufen. Die anderen betrieblichen Erträge beliefen sich auf 0,2 Millionen (Vorjahresperiode: 0,3 Millionen).

Im Jahresverlauf habe sich der Wert des Immobilienportfolios um 41,3 Millionen erhöht. Davon stammen 30,7 Millionen aus Neubewertung als Folge der Fortschritte bei der Planung und Realisierung der Arealentwicklung Papieri sowie einer marktbedingten Senkung des Diskontierungszinssatzes. Die übrigen 10,6 Millionen sind im Wesentlichen direkte Investitionen ins Papieri-Projekt. Neben unveränderten Mieteinnahmen aus Zwischennutzung konnten die Kosten gegenüber Vorjahr reduziert werden. Das negative betriebliche Ergebnis vor Neubewertung beläuft sich auf –0,4 Millionen (Vorjahresperiode: –0,7 Millionen). Das betriebliche Ergebnis nach Neubewertung erreichte 30,3 Millionen; der Reingewinn betrug 26,9 Millionen Franken.

Der Gesamtwert des Immobilienportfolios betrug zum Bewertungsstichtag 179,7 Millionen, heisst es in der Mitteilung weiter. Davon entfielen 7,4 Millionen Franken auf Renditeliegenschaften und 147,4 Millionen auf Entwicklungsliegenschaften. Die zum Verkauf als Stockwerkeigentum vorgesehenen Promotionsliegenschaften im Wert von 24,9 Millionen wurden buchhalterisch dem Umlaufvermögen zugeordnet. Das per Jahresende ausgewiesene Eigenkapital der Cham Group von 239,6 Millionen Franken entspricht einer Eigenkapitalquote von 91%.

Baustart auf dem Papieri-Areal erfolgt

Nachdem die eingegangenen Einsprachen einvernehmlich beigelegt werden konnten, haben sämtliche Bewilligungen für die erste Bauetappe auf dem Papieri-Areal die Rechtskraft erlangt, teilt die Cham Group mit. Der Baustart für diese erste Etappe, in deren Rahmen 261 Miet- und Eigentumswohnungen sowie rund 9’000 m2 Dienstleistungs- und Gewerbeflächen erstellt werden, sei planmässig erfolgt. Der Rückbau derjenigen Gebäude der einstigen Papierfabrik, die als nicht erhaltenswert eingestuft wurden, begann bereits im Juni 2019. Ab 2022 sollen die neu erstellten wie auch die umgenutzten Gebäude sukzessive bezugsbereit werden. 

Im Rahmen der ersten Bauetappe werden fünf Gebäude realisiert: das südliche Hochhaus, das attraktive Eigentumswohnungen mit Sicht auf den Zugersee und die Alpen sowie kommerzielle Flächen im Erdgeschoss bietet, das benachbarte Kesselhaus, die entlang der Lorze gelegenen, denkmalgeschützten Hallen der ehemaligen Papiermaschinen mit Loftwohnungen und Ateliers, der gegenüberliegende Neubau mit Mietwohnungen sowie die Lokremise mit einem Showroom für die Papieri und zusätzlichen Gewerbeflächen. Der Verkauf der ersten Eigentumswohnungen, Lofts und Ateliers ist äusserst erfolgreich angelaufen. Kurz nach dem Start der Verkaufsphase am 3. Dezember 2019 waren 101 von insgesamt 105 angebotenen Einheiten reserviert. Die Cham Group hat bei den Reservationen bewusst Personen bevorzugt, welche die gekauften Wohnungen oder Ateliers selbst nutzen werden.

Ebenfalls im Zuge der ersten Bauetappe wird die Energiezentrale erstellt, die mittels Wärmepumpen alle Gebäude auf dem Papieri-Areal heizt und kühlt. Sie bildet das Herzstück des nachhaltigen Energiesystems, das eine weitgehend autarke und auf erneuerbarer Energie beruhende Wärme- und Kälteversorgung gewährleistet.

Zweite Bauetappe in Planung

Parallel zum Start der ersten Bauetappe habe die Cham Group im Berichtsjahr bereits mit der Planung der zweiten Etappe begonnen. Sie umfasst drei Gebäude – zwei neu zu erstellende Hochhäuser mit Eigentums- und Mietwohnungen sowie einen Ersatzneubau für das ehemalige Silogebäude mit Büround Gewerbeflächen. Nachdem ein entsprechendes Studienauftragsverfahren abgeschlossen wurde, läuft gegenwärtig die Planung mit den ausgewählten Architekturbüros.

Die Mietverträge mit der Firma Pavatex für die auf dem Papieri-Areal gemieteten Lagerflächen sind Ende November 2019 ausgelaufen. Auf der frei gewordenen Fläche wurde ein teilweiser Rückbau der Bausubstanz vorgenommen und die Aussenflächen, inklusive der noch bestehenden Gebäude, sind für Zwischennutzungen vorgesehen. Die bestehenden Baurechtsverträge für das Pavatex-Areal laufen Ende Oktober 2020 aus. Mittelfristig wird der Prozess für die Planung einer Neunutzung des Areals erfolgen.

Erfolgreicher Start des ausserbörslichen Handels 

Am 19. Dezember 2019 wurde der ausserbörsliche Handel der Cham Group-Aktien aufgenommen. Das Handelsvolumen ist erfreulich und der Aktienkurs entwickelt sich im Rahmen des Gesamtmarktes. Das stärkt uns in der Überzeugung, dass der Entscheid richtig war, von SIX Swiss Exchange ins ausserbörsliche Handelssegment zu wechseln.

Die Cham Group spart dadurch Kosten und reduziert ihren internen Aufwand. Auch als OTC-gehandelte Gesellschaft behält die Cham Group ihre transparente Finanzkommunikation bei. Sie wird weiterhin zweimal pro Jahr über ihre finanzielle Lage Bericht erstatten unter Anwendung des bisherigen Rechnungslegungsstandards Swiss GAAP FER. Das Portfolio wird auch künftig einmal pro Jahr durch einen unabhängigen Schätzungsexperten bewertet.

Anträge der Generalversammlung

Der Verwaltungsrat der Cham Group AG beantragt der Generalversammlung vom 6. Mai 2020, für das Geschäftsjahr 2019 eine unveränderte Ausschüttung von 6.00 Franken je Aktie auszuzahlen. Die Verwaltungsräte Philipp Buhofer (als Präsident), Christoph Caviezel, Claude Ebnöther, Annelies Häcki Buhofer und Felix Thöni stellen sich für eine weitere einjährige Amtsperiode zur Wiederwahl. 

Zurzeit beschäftigt die Bewältigung von Covid-19 die Welt. Der Bundesrat hat zuletzt am 16.03.2020 die Massnahmen verschärft, um die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen und die Gesundheitsversorgung für die Schweizer Bevölkerung zu sichern.

Aufgrund dieser Verordnung wird die Generalversammlung vom 6. Mai 2020 nicht im üblichen Rahmen respektive ohne physische Präsenz der Aktionäre stattfinden müssen. Wir verweisen auf die Erläuterungen in der Einladung zur Generalversammlung, die Anfang April verschickt werden wird.

Ausblick

Für die Cham Group steht im laufenden Jahr der Fortschritt der Bauarbeiten für die erste Bauetappe auf dem Papieri-Areal im Fokus. Nachdem der Verkauf der Stockwerkeigentumseinheiten schon weit fortgeschritten ist, folgt nun die Suche nach Nutzern für die kommerziellen Flächen. Die Planung der zweiten Bauetappe soll so weit vorangetrieben werden, dass bis Jahresende 2020 entsprechende Baueingaben erfolgen können. Wie stark Covid-19 diese Aktivitäten beeinflussen wird, kann derzeit noch nicht gesagt werden.

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