Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

CHAM: Auch der Fluss kommt zur Ruhe

Sehr idyllisch führt der Lorzenweg nach Hagendorn. Sogar einen klaren Vorteil kann der Fluss gegenüber dem See verzeichnen.
Andrea Muff
Zwischen den Bäumen ist es im Sommer am Lorzenweg immer angenehm kühl. (Bild Stefan Kaiser)

Zwischen den Bäumen ist es im Sommer am Lorzenweg immer angenehm kühl. (Bild Stefan Kaiser)

Andrea Muff

Sie schlängelt sich von Cham nach Hagendorn, bis sie via Reuss, Aare und Rhein in der Nordsee endet. Ihr Wasser führt manchmal durch den Wald, durch alte Mühlenrädern, an Schmieden und an kleinen Kraftwerken vorbei. Die Rede ist von der Lorze. Denn mein Lieblingsplatz ist der Lorzenweg in Cham. Ich konnte mich für keinen bestimmten Ort entscheiden – doch wie sagt man so schön: «Der Weg ist das Ziel.» Die ganze Atmosphäre mit Wasser, Wald und Tieren macht den gesamten Weg zu einem Naherholungsgebiet. Nicht zu vergessen die Industriegeschichte, die bei jedem Schritt mitschwingt.

Die Seele baumeln lassen

Der Industriepfad Lorze begleitet stets meinen Weg am Fluss entlang. Die Tafeln zeugen von den grossen Leistungen des Wassers, das immer in Bewegung bleibt und viele Maschinen antreibt. Ich selbst nehme es aber lieber gemütlich. An mir vorbei ziehen Velofahrer, Jogger oder Spaziergänger mit ihren Hunden. Nicht nur ich geniesse hier die Ruhe von der alltäglichen Hektik, dem Verkehr oder von den vielen Menschen.

Mit den Füssen im kühlen Nass die Seele baumeln lassen – für einmal den eigenen Gedanken nachhängend: Die Fische beobachtend, wie sie gegen die Strömung kämpfen oder gar mit ihr schwimmen – mehr mache ich nicht. Denn in meinem beruflichen Alltag habe ich viel mit Menschen zu tun, ich lerne sie in kürzester Zeit kennen, höre ihnen zu und rede viel. Umso mehr geniesse ich die Ruhe und damit das pure Gegenteil meines Alltags. Je nach Jahreszeit verändern sich Wald und Lorze. Jetzt im Sommer ist alles grün und angenehm kühl zwischen den Bäumen. Das Wasser hat je nach Lichteinschlag eine andere Farbe, so geht diese von grün, über türkis bis durchsichtig und klar. Auch die Form der Lorze verändert sich: Ist sie bei der Papieri noch kanalisiert, so schlängelt sich der Fluss weiter oben mäanderförmig, naturbelassen Richtung Hagendorn.

Ungefähr auf Höhe der Autobahnbrücke gibt es unzählige Seerosenblätter am Uferrand. In diesem Abschnitt sieht es aus, als würde die Zeit stehen bleiben. Denn eine Bewegung der Lorze ist kaum zu erkennen. Scheinbar kommt auch ein Fluss zur Ruhe und strahlt beruhigend auf mich aus.

Auch für ein wichtiges Gespräch zu zweit empfehle ich den Lorzenweg. Zwischen Cham und Hagendorn habe ich schon so manch wichtiges Thema besprochen, oder man hat einfach zusammen geschwiegen. Denn gestört wird man eigentlich nie, ausser bei einem gelegentlichen «Grüezi».

Hier gibt es keine Schwäne

Ein abschliessender – und meiner Meinung nach entschiedenster – Vorteil ist, ein Schwan verirrt sich in die Lorze nur selten. Umso weiter ich nach Hagendorn vordringe, desto seltener sehe ich ein solches weisses Federvieh. Ich gebe es zu, ich teile das Wasser nicht gerne mit ihnen, denn bei mir schwimmt die Angst dann immer mit. Für mich also ein gewaltiger Vorteil gegenüber dem See, denn dort stört mich dieser Vogel regelmässig beim Entspannen.

Mein Lieblingsort: Alle Beiträge gibt es auf www.zugerzeitung.ch/bonus

Auch der Fluss kommt zur Ruhe (Bild Stefan Kaiser)

Auch der Fluss kommt zur Ruhe (Bild Stefan Kaiser)

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.