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CHAM: Bei Autokauf übers Ohr gehauen

Seit fast einem Jahr läuft das Konkursverfahren gegen eine Autogarage in Hagendorn. Noch ist das Ende nicht absehbar. Dafür sagt ein ehemaliger Kunde, wie ihn die Garage um Tausende Franken betrog.
Eine Garage hat einen Kunden um mehrere tausend Franken betrogen. (Symbolbild Keystone)

Eine Garage hat einen Kunden um mehrere tausend Franken betrogen. (Symbolbild Keystone)

Wolfgang Holz

Die Autogarage Zimmermann in Hagendorn befindet sich mittlerweile in Liquidation (siehe Box). Ein langjähriger Kunde berichtet nun, wie er am eigenen Leib zu spüren bekam, dass dort so einiges schieflief. Dieser wollte, gutgläubig und im Vertrauen auf die Seriosität der Premiummarke Volvo, 2014 ein erstklassiges Occasionsmodell des schwedischen Herstellers erwerben. Seinen alten Wagen tauschte er gleichzeitig ein. «Ich konnte Probefahrten machen und wurde sehr zuvorkommend behandelt», erzählt der 52-jährige Geistliche aus dem angrenzenden Knonau.

40 000 Franken in bar bezahlt

Kein Wunder: Der Volvo in edlem Schwarzmetallic mit schwarzen Ledersitzen kostete mehr als 40000 Franken, die der Kunde bar auf den Tisch blätterte. «Die Garage bot mir sogar freundlicherweise an, die Zulassung des Wagens zu übernehmen», sagt der Mann. Und schildert weiter, dass unter der Kopie des Fahrzeugausweises, die ihm die Garage dann als neuem Besitzer aushändigte, stand: «Original liegt bei Garage W. Zimmermann AG.» Daneben ein Stempel und eine Unterschrift. «Wenn man vertraut, vertraut man einfach», meint der Zürcher. Und muss Monate danach eingestehen, dass er einen verhängnisvollen Fehler begangen hatte.

Denn zwar ist der Kaufvertrag ordnungsgemäss ausgefertigt und unterschrieben worden. Doch auf der Kopie des Fahrzeugausweises hätte ihm auffallen können, dass dort die Ziffer 178 eingetragen war und dahinter stand: «Halterwechsel verboten CG2.» Sprich: Das Auto hätte von der Garage gar nicht verkauft werden dürfen, weil es ihr gar nicht gehörte. Vielmehr war eine Leasing-Firma Eigentümerin des Wagens. Die Kopie des Fahrzeugausweises liegt der Redaktion vor.

Schlichtung durch Friedensrichter

Dass etwas mit seinem edlen Volvo nicht stimmte, merkte der Kunde lange nicht. Seltsam war aber, dass er Monate nach dem Kauf noch immer mit einem ZG-Nummernschild der Autogarage herumfuhr – anstatt mit seinem ZH-Schild. «Ich wurde immer wieder vertröstet, das komme schon noch», erklärt der Geprellte. Im Januar meldete sich dann besagte Leasing-Firma beim Geistlichen – im Zuge des inzwischen eingeleiteten Konkursverfahrens: Er möge doch sein Auto endlich bezahlen, das ihm ja nicht gehöre. Der Mann fiel aus allen Wolken: «Man forderte mich tatsächlich auf, das Auto nochmals zu bezahlen.» Und es kam noch schlimmer: Denn er konnte vorläufig mit «seinem» Volvo gar nicht mehr fahren – weil ihm attestiert wurde, es sei gar nicht versichert, solange es nicht bezahlt sei. Beteuerungen seinerseits gegenüber der Leasing-Firma, er habe das Auto doch schon längst bezahlt, fruchteten nicht. Er schloss den Wagen darauf ein halbes Jahr lang in seine Garage ein (aus Angst, es könnte plötzlich nicht mehr vor dem Haus stehen) und setzte alle Hebel in Bewegung, um zu seinem Recht zu kommen. Der 52-Jährige erstattete Strafanzeige wegen Betrugs und Veruntreuung.

15 000 Franken zusätzlich bezahlt

Inzwischen hat sich der Mann mit der Leasing-Firma vor dem Friedensrichter getroffen. Sein Volvo gehört nun wirklich ihm. Allerdings musste er der Leasing-Firma, die ja auch geprellt wurde, nochmals 15000 Franken bezahlen. Unterm Strich ein satter Preis für eine Occasion. Der ehemalige Geschäftsleiter der Garage, Walter Zimmermann war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

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