CHAM: Büroräume mit Ablaufdatum zu vergeben

An der Hinterbergstrasse im Industriegebiet stehen auf vier Etagen Räume für eine Zwischennutzung bis Januar 2020 bereit. Neben den tiefen Kosten gibt es noch andere Vorteile für die künftigen Nutzer.

Andrea Muff
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Das Projekt Interim stellt Räume an der Hinterbergstrasse zur Verfügung. (Bild: Stefan Kaiser (Cham, 18.01.2017))

Das Projekt Interim stellt Räume an der Hinterbergstrasse zur Verfügung. (Bild: Stefan Kaiser (Cham, 18.01.2017))

Andrea Muff

andrea.muff@zugerzeitung.ch

Ganze 9500 Quadratmeter stehen an der Hinterbergstrasse 32/34 für eine Zwischennutzung zur Verfügung. Die Liegenschaft befindet sich im Gebiet Städtler Allmend zwischen der S-Bahn-Station Steinhausen Rigiblick und der Bushaltestelle Cham, Riedstrasse. Für eine Leihgabe bis Januar 2020 stehen über 70 Räume bereit.

Eigentümerin ist die Swisscanto Anlagestiftung, die zur Zürcher Kantonalbank gehört. Die Gründe, warum es zu einer Zwischennutzung kommt, erklärt Pat­rick Friedli, Mediensprecher der Zürcher Kantonalbank, in einer schriftlichen Stellungnahme. Das besagte Gebäude stehe auf einem trockengelegten Sumpfgebiet, wodurch sich das Terrain jährlich «geringfügig» absenke. «Vor einigen Jahren sind Rissbildungen in Fassade und Geschossdecken festgestellt worden», so Friedli. Das daraufhin beigezogene Ingenieurbüro empfahl, Stahlträger zur Stabilisierung zu montieren. «Die Ergebnisse dieser Massnahmen sind nun über einen längeren Zeitraum zu beobachten.»

Im Gegensatz zur Gebäudesubstanz wurde der Standort mit der günstigen Verkehrsanbindung «als sehr gut» bewertet. Die Zwischennutzung schaffe Swisscanto Zeit, die erwähnten Massnahmen zu testen. «Zudem ermöglicht die Zwischennutzung, Alternativen für die Vermarktung des Standorts zu entwickeln und die Möglichkeit eines Neubaus zu prüfen», teilt Friedli abschliessend mit. Das Management der Zwischennutzung übernimmt die Zürcher Firma Projekt Interim. «Wir sind im Grunde genommen eine spezialisierte Verwaltung, sind Ansprechpartner aller Parteien und für die gesamte administrative Abwicklung zuständig», erklärt Lukas Amacher, der im Unternehmen den Fokus auf Finanzen und Kommunikation hat. Projekt Interim betreut vor allem in Zürich, Bern und Basel leer stehende Liegenschaften. Das Gebäude an der Hinterbergstrasse sei das erste im Kanton Zug.

An der besagten Adresse gibt es Räume mit einer Grösse von 9 bis 1048 Quadratmeter, verteilt auf fünf Stockwerke. Der kleinste Raum kostet monatlich 105 Franken, für 250 Franken bekommt man bereits 52,5 Quadratmeter oder für 1878 Franken einen Raum in der Grösse von 540,8 Quadratmetern. Wie teuer die grösste Ausstellungsfläche ist, wird auf der Homepage von Projekt Interim nicht ausgewiesen. Die Büroräume sind für verschiedene Zwecke geeignet: Architekten, Schriftsteller, Kulturschaf­fende, Jungunternehmer oder Start-ups gehören oft zu den Zwischennutzern. «In diesem Gebäude gibt es im Keller auch Bandräume», weiss Amacher.

Kleinstfirmen nutzen die Form der Leihgabe

Als Vorteil einer Zwischennutzung zählt er die günstigen Raumkonditionen, das kostenlose Internet sowie gemeinsam nutzbare Teeküchen, Lifte und Sitzungszimmer auf. «Wir haben in Zürich die Erfahrung gemacht, dass die Nutzer bunt durchmischt sind.» Oft seien es Kleinstfirmen, die diese Möglichkeit wahrnehmen. «Ihr gemeinsamer Nenner ist meist, dass Zwischennutzer sehr flexibel sind.» Damit aber beispielsweise die Rockband nicht direkt im Raum neben dem Schriftsteller probt, dafür sorgt Projekt Interim. «Wir nehmen natürlich bei der Raumvergabe darauf Rücksicht, dass alle gut aneinander vorbeikommen», versichert Amacher.

Neben dem Vorteil des günstigen Mietpreises gibt es noch einen anderen entscheidenden Pluspunkt: «Meist ist man in der Liegenschaft unter Gleichgesinnten und kann dadurch ein Netzwerk aufbauen.» Projekt Interim habe schon oft beobachtet, dass die nicht selten über hundert Personen unter einem Dach beginnen, gemeinsame Synergien zu nutzen und zusammenzuarbeiten. Und für die Eigentümerin, die Swisscanto Anlagestiftung, kann diese Form einen Gewinn bringen: «Auch ein Leerstand kostet Geld, und mit einer Zwischennutzung haben die Eigentümer die Möglichkeit, ihre Kosten zu decken», erklärt Amacher. «Zudem wird das Haus belebt, was für die Umgebung attraktiver ist, als wenn ein Industrieareal zur Geisterstadt verkommt.»

Hinweis

Der Besichtigungstermin am Mittwoch, 25. Januar, findet von 17.30 bis 18.30 Uhr, und am Samstag, 28. Januar, von 12 bis 13 Uhr statt. Nähere Informationen zum Projekt und der Grundrissplan mit Preisangaben finden Sie auf der Webseite www.projektinterim.ch