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CHAM: Das Sägemehl ist sein treuer Begleiter

Das Eidgenössische Schwing- und Älplerfest nimmt nicht nur in der Planung Form an: Die Skulptur von Stephan Schmidlin tut dies ebenfalls. Der Künstler erzählt von Herausforderungen und einem Glücksgriff.
Andrea Muff
Stephan Schmidlin zeigt eine seiner Holzskulpturen, die allerdings nichts mit dem Eidgenössischen Schwing- und Älplerfest 2019 in Zug zu tun hat. (Bild: Jakob Ineichen (Cham, 8. März 2018))

Stephan Schmidlin zeigt eine seiner Holzskulpturen, die allerdings nichts mit dem Eidgenössischen Schwing- und Älplerfest 2019 in Zug zu tun hat. (Bild: Jakob Ineichen (Cham, 8. März 2018))

Andrea Muff

andrea.muff@zugerzeitung.ch

Am Anfang stand die Idee: Inzwischen ist diese vier Meter hoch, rund zehn Tonnen schwer und der Sockel misst einen Durchmesser von drei Metern. Gemeint ist die Skulptur für das Eidgenössische Schwing- und Älplerfest 2019 in Zug. Diese hat seit der Logo-Enthüllung im November 2016 Gestalt angenommen. Als gut gehütetes Geheimnis dürfen wir sie noch nicht im Bild zeigen. «Wir wollen die Spannung noch ein wenig aufrechterhalten bis zur offiziellen Präsentation im August 2019», sagt Bildhauer Stephan Schmidlin mit einem verschmitzten Lächeln.

Der 55-jährige Künstler schnitzt in seinem Atelier – einer ausrangierten Werkhalle auf dem Papieri-Areal in Cham – an vier Holzskulpturen gleichzeitig. Neben den eher mannshohen sticht das grosse Schwingfest-Logo sofort ins Auge. Auf dem ungefähr einen Meter hohen Sockel ragt ein Schweizer Kreuz in die Höhe mit zwei Bösen in Schwingerposition drauf. Kaum vorstellbar, dass die Skulptur vor gut einem Jahr noch als 40 Meter hoher Mammutbaum auf dem Nestlé-Areal in Cham stand. Der ungefähr 130-jährige Baum musste wegen Pilzbefalls gefällt werden – für den Künstler ist das Material aber ein Glücksgriff: «Die Grösse stimmte und auch das Innere des Holzes ist in einem guten Zustand – es ist sehr schönes Holz», erklärt Stephan Schmidlin und seine Hände streichen über den Sockel der Skulptur.

Die Herausforderung ist die Logistik

Der Weg bis zum Chamer Papieri-Areal war lang: «Die Logistik ist immer eine Herausforderung bei so grossen Skulpturen.» Mit einem Pneukran und einer Seilwinde wurde der Baumstrunk in die Halle geschafft. «Das hat einen halben Tag gedauert», erinnert sich Schmidlin. Vorher wurde das Mammutbaumstück aber im Freien entrindet und grob mit der Motorsäge behandelt. Die Feinarbeit verrichtete Schmidlin mit Meissel und Schlegel, dem runden Hammer der Bildhauer, dann in der Halle.

Nun ruht der hölzerne Koloss. «Bis im Herbst wird die momentan noch zehn Tonnen schwere Skulptur drei Tonnen an Wasser verlieren», weiss der Chamer Künstler. Auf dem Holz hat sich inzwischen ein weisser Pilz gebildet. «Das ist gut, das heisst, die Feuchtigkeit kommt an die Oberfläche», so Stephan Schmidlin. Die watteähnliche Schicht bürstet er regelmässig ab. Wenn die Skulptur im Herbst dann trocken genug sei, pinsle er sie mit einer farblosen Holz-Behandlung ein. «Damit wird sie vor der Sonne geschützt. Diese ist sehr aggressiv.» Erst danach komme die Farbe: Zweimal wird der 55-Jährige das Markenzeichen des Eidgenössischen mit einer Lasur anmalen. Damit sei es gegen Wind und Wetter gewappnet.

Mit der Anfertigung von grossen Skulpturen hat Stephan Schmidlin Erfahrung: So hat er etwa den acht Meter hohen Sihlbogen in Zürich oder die über zehn Meter grosse FIFA-Skulptur geschnitzt. «Die Schwierigkeit ist, das grosse Ganze im Blick zu behalten. Bei der Arbeit sieht man nicht, wie es als Ganzes aussieht», versucht er zu erklären. «Die Schwinger brauchen Farbe. Sonst ist alles zu braun und wirkt verwirrend.» Auch die Handgriffe der beiden Bösen müssen stimmen. «Die Schwinger müssen aber noch richtig zu Bösen werden. Der Ausdruck im Gesicht muss stimmen und auch Zähne sollen sie zeigen», erklärt Schmidlin weiter. Er müsse stets aufpassen, dass er sich nicht zu sehr in den Details verliere. «Man lebt halt mit», sagt er.

Schmidlins erste Sportart war Schwingen

Auch ist Schwingen kein Sport, der gänzlich an ihm vorbeigehe, meint der Künstler. «Mein Vater war ein Schwingfan.» Und so sei es auch die erste Sportart gewesen, die er als Kind ausprobiert habe. «Aber ich war schon damals viel zu leicht und damit ein dankbares Opfer», erinnert sich Stephan Schmidlin und lacht. «Wie sagt man so schön? Ich musste oft Sägemehl fressen.» Den Sport habe er dann nach einem halben Jahr wieder an den Nagel gehängt – beim Sägemehl ist er aber bis heute geblieben.

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