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Cham: Der Umzug der Amag ist eine Herkulesaufgabe

Ab 21. Oktober bezieht die Amag ihren neuen Konzernsitz. Der Zusammenzug in Cham erfolgt in sechs Etappen.
Christopher Gilb
Hier in der Überbauung Helix in der Städtler Allmend ist die neue Zentrale der Amag. Bild: Maria Schmid (Cham, 1. Oktober 2019)

Hier in der Überbauung Helix in der Städtler Allmend ist die neue Zentrale der Amag. Bild: Maria Schmid (Cham, 1. Oktober 2019)

Bald kommt Leben in die Überbauung Helix in der Städtler Allmend in Cham. Seit zweieinhalb Jahren bereitet die Amag-Gruppe die Zusammenlegung von vier Verwaltungsbereichen an diesem Standort vor. Acht Projektteams à zirka sieben Mitarbeiter mit externen Experten haben diese in Hunderten von Arbeitsstunden vorbereitet. Nun ab 21. Oktober ist es so weit: Die ersten Amag-Mitarbeiter beziehen zwei der vier Gebäude der Alfred Müller AG. Der Umzug erfolgt in sechs Etappen bis Ende November. Ab 1. Dezember werden alle zirka 950 Mitarbeiter in Cham arbeiten. Sie kommen von der Amag Import (bisher Schinznach-Bad und Buchs ZH), der Leasing AG (bisher Baden-Dättwil), der Zentralverwaltung (bisher Standort Utoquai Zürich) sowie den Supportbereichen HR, IT und Immobilien.

Gerade die IT habe eine grosse Aufgabe zu stemmen: «Sie muss die vier ehemaligen Standorte bis zum Umzug supporten, selbst umziehen und gleichzeitig den neuen Hauptsitz betriebsfähig machen muss», schreibt Unternehmenssprecherin Roswitha Brunner. Auch das Mobiliar werde teilweise aus den ehemaligen Standorten mitgezügelt und mit neuem Mobiliar ergänzt. «Hier ist eine Feinabstimmung mit dem Zügelunternehmen enorm wichtig.» Vier Standorte zur selben Zeit zu zentralisieren, sei logistisch eine Herkulesaufgabe.

Steuern standen nicht im Vordergrund

Im Rennen um den neuen Konzernsitz standen auch Birrfeld und Dübendorf, wo das Unternehmen ebenfalls grosse Immobilien besitzt. Im April 2017 erfuhr unsere Zeitung aus einer gut unterrichteten Quelle, dass die Wahl auf Cham gefallen war. In einem Interview im August 2017 nannte Amag-CEO Morten Hannesbo die Vorteile des Standorts: Die Autobahnauffahrt, das viele Mitarbeiter schon bisher um die Ecke wohnen würden, Cham wirklich sehr zentral sei, aber auch, dass sich der Zuger Finanzdirektor Heinz Tännler und der Chamer Gemeindepräsident Georges Helfenstein um das Unternehmen bemüht und gekümmert hätten.

Amag setzt nicht nur aufs Auto

Bei der Amag werden die Angestellten mit einem Mobilitätsbonus ermuntert, sämtliche Mobilitätsmöglichkeiten auszuprobieren. «Zudem wird es genügend Abstellplätze für Motorräder und Fahrräder haben» so Amag-Sprecherin Roswitha Brunner. «Gleichzeitig bieten wir eine Bike- und E-Bikeflotte an und führen ein App für Fahrgemeinschaften ein.» Für Einsatzwagen werde Carsharing angewendet. Zudem würde es 62 Ladestationen für Elektrofahrzeuge geben.
Und wo parkieren die Amag-Mitarbeiter, die im Auto kommen? Gut ein Viertel der Angestellten werde im Parkhaus Helix in der Tiefgarage parkieren, so Brunner. Das diese Woche eröffnete Amag-Parkhaus Richtung Alpenblick verfügt zudem über 462 Parkplätze, 94 davon sind öffentlich. Gemeindepräsident Helfenstein sagt, dass die Gemeinde die Entwicklung des Verkehrs rund um die Überbauung beobachten und sich allenfalls für Anpassungen einsetzen werde. «Denn nächstes Jahr zieht auch noch die Landis+Gyr mit 200 bis 250 Mitarbeiter ein.»

Entsprechend freuen sich die beiden nun auf den bevorstehenden Umzug. Die Amag habe die Mobilitätsentwicklung und den Wirtschaftsaufschwung in der Schweiz nach dem Zweiten Weltkrieg massgeblich mitgeprägt, schreibt Heinz Tännler. «Die von ihr vertriebenen und zeitweise selber montierten Autos prägten und prägen das Strassenbild markant.» Qualität, Innovation und stetige Verbesserung seien Tugenden, die sehr gut zu Zug passen. Und der Chamer Gemeindepräsident Georges Helfenstein sagt: «Dass der Konzern nach Cham kommt, ist ein gutes Zeichen für unsere Gemeinde, das sendet ein starkes Signal für Cham aus.» Auch über die zusätzlichen Steuereinnahmen wird man sich freuen? Er kenne die Zahlen der Amag nicht, sagt Helfenstein. «Aber es wird sicher etwas hängen bleiben, was dann vielleicht auch im Finanzausgleich für etwas Entlastung sorgen kann.» Diese Information unterliege dem Steuergeheimnis, weshalb er dazu keine Aussagen machen kann, schreibt Heinz Tännler zu dieser Frage. CEO Hannesbo hatte im Interview verneint, dass die Steuern ausschlaggebend gewesen seien. «Wir sparen nur einen einstelligen Millionenbetrag», sagt er damals.

Mitarbeiter ziehen auch privat um

Was bedeutet der Umzug für Mitarbeiter, die bisher an einem weiter entfernten Standort tätig waren? Auf den Standort Schinznach-Bad angesprochen, sagte die Amag kürzlich gegenüber der «Aargauer Zeitung», dass rund 90 Prozent der Mitarbeiter dieses Standorts den Schritt wagen und ihren Arbeitsplatz nach Zug verlegen würden. Auf Nachfrage schreibt Sprecherin Roswitha Brunner nun, dass bereits ab April 2017 jede neue Stelle mit der Information rekrutiert worden sei, dass 2019 der Umzug nach Cham anstehe. «Damit alle Mitarbeitenden genügend Zeit hatten, sich auf die neue Situation einzustellen.» Es gebe auch Mitarbeiter, welche nun privat in die Region umziehen würden. «Die Amag unterstützt den privaten Umzug auch finanziell.»

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