CHAM: Die einzigartige Spaziermeile ist so gut wie vollendet

Der neue Weg entlang der Lorze nach Hagendorn ist nun auf seiner vollen Länge begehbar. Für das nötige Grün sorgen über 1000 Sträucher.

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Über 1000 Sträucher pflanzen die Werkhofmitarbeiter 
im Gebiet Lindencham. (Bild Stefan Kaiser)

Über 1000 Sträucher pflanzen die Werkhofmitarbeiter im Gebiet Lindencham. (Bild Stefan Kaiser)

Die sommerlichen Temperaturen lassen die Herzen der Zugerinnen und Zuger höher schlagen. Glaceverkäufer vermelden Hochbetrieb, am See tummeln sich die Menschen, um Sonne zu tanken, kurze Hosen und Sandalen sind bereits wieder angesagt. Frühlingszeit ist auch Spazierzeit. Und wer dieser Tage in Schlender- oder Wanderlaune ist, hat dazu eine ganz neue Gelegenheit. Der Lorzenweg zwischen Cham und Hagendorn ist nämlich seit kurzem vollständig begehbar. Die 3,5 Kilometer lange Route entlang des Flusses lädt zum Verweilen und Flanieren ein in einer idyllischen und industriegeschichtlich interessanten Umgebung. So kommt der Spaziergänger auf seinem Streifzug an der Papierfabrik, der Hammerschmiede, dem Hirzenchäller und den historischen Kosthäusern vorbei. Aussichtsplattformen, Uferzugänge sowie zwei neue Brücken ermöglichen dem Spaziergänger, ganz nah am Wasser zu sein und die Natur zu erleben.

Spatenstich im Dezember

Im Dezember 2014 fand der Spatenstich für die letzte Bauetappe des Lorzenwegs statt. Inzwischen ist er auch im Bereich des Lorzenstausees, von der Untermüli bis zum Gibelwäldli, fertig erstellt. Dieser Abschnitt war zuvor gar nicht erschlossen. «Das Gelände war nicht einfach zu bebauen. Dank des guten Wetters gingen die Arbeiten jedoch viel schneller vorwärts als geplant», informiert Projektleiter Antonio Milone von der Einwohnergemeinde Cham. Nach einer mehrjährigen, intensiven Planungszeit freue er sich, dass die Strecke nun auf ihrer ganzen Länge begehbar sei. Das Ergebnis lasse sich sehen: «Der Weg ist phänomenal», freut sich Milone.

Noch ist der Lorzenweg aber nicht ganz fertig. Es stehen noch kleinere Arbeiten an. Sie betreffen vor allem die Plätze, an denen die Spaziergänger verweilen können. So entstehen beispielsweise bei der Untermüli ein Spielplatz mit einer Grillstelle und einem Brunnen und beim Weg­anschluss Lindencham ein Rastplatz mit Sitzbänken. Bänke sollen auch an zahlreichen anderen Orten zum Verweilen einladen. Abfallkübel, die noch installiert werden, sorgen dafür, dass der Weg sauber bleibt. Zudem werden aktuell rund 70 Bäume und über 1000 Sträucher im Gebiet Lindencham gepflanzt, wie Markus Schuler, Bereichsleiter Gartenbau beim Werkhof Cham, berichtet. «In der Karwoche haben wir mit der Bepflanzung begonnen, Anfang nächste Woche werden wir fertig sein», hält Schuler fest. Spitzahorn, Hainbuchen, Stieleichen, Vogelbeeren und zahlreiche Wildgehölze säumen nun den Spazierweg. Auch Markus Schuler zeigt sich zufrieden mit dem neuen Weg entlang des Flusses: «Was hier entstanden ist, ist eine tolle Sache.»

Kredit 2010 gesprochen

Im Jahr 2010 haben die Chamer Stimmbürger einem Rahmenkredit von 3,9 Millionen Franken für das Projekt Lorzenweg zugestimmt. Um Rücksicht auf die Gemeindefinanzen zu nehmen, beschloss die Exekutive damals, das Projekt etappenweise zu realisieren.

Die letzten Arbeiten dauern laut Antonio Milone nun noch rund anderthalb Monate. «Wir gehen davon aus, dass wir den Weg offiziell Ende Mai eröffnen können.» Spazieren lässt es sich aber auf dem Lorzenweg bereits jetzt ausgiebig und mit etwas Glück entdeckt der aufmerksame Wanderer im Bereich des Lorzenstausees gar den dort heimischen Eisvogel.

Rahel Hug

Thomas Wormstetter vom Werkhof Cham beim Pflanezn von Sträuchern. (Bild Stefan Kaiser)

Thomas Wormstetter vom Werkhof Cham beim Pflanezn von Sträuchern. (Bild Stefan Kaiser)