CHAM: Die ETH landet einen Weltrekord

Vom Modellflugplatz in Niederwil auf den Mars: Der getestete Solarsegler der ETH ist bereit für die nächste Mission.

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Das ETH-Team in Aktion: Der «Sky Sailor» ist startbereit für den Rekordflug. (Bild pd)

Das ETH-Team in Aktion: Der «Sky Sailor» ist startbereit für den Rekordflug. (Bild pd)

Erich Eicher schwärmt noch heute vom geheimen Versuch. Für den Präsidenten der Modellfluggruppe Zugerland war es der Höhepunkt in der 50-jährigen Vereinsgeschichte. Die Eidgenössische Technische Hochschule (ETH) hat auf dem Flugplatz der Modellgruppe in Niederwil kürzlich einen neuen Weltrekord gelandet. Das unbemannte Solarflugzeug «Sky Sailor» flog ohne Unterbruch 27 Stunden auf einer konstanten Flugbahn in rund 200 Meter Höhe.

Gelände überzeugte die Wissenschaftler
Schon früher gab es unbemannte Solarflieger, die länger als 24 Stunden flogen. Doch sie nutzten dazu thermische Winde – ein Flugzeug nachts konstant mit einer Batterie auf gleicher Höhe zu halten, das ist erstmals in Niederwil gelungen. Erst damit konnten die Anforderungen der europäischen Weltraumbehörde ESA erfüllt werden.

Im Juni hätten sich die Projektverantwortlichen bei der Modellfluggruppe gemeldet: Der Flugplatz in Niederwil sei optimal. Topfebenes Gelände, optimale Aufwinde, ausserhalb von Siedlungsgebiet und in der Nähe von Zürich gelegen: Diese Kriterien überzeugten die Fachleute. Die Mitglieder der Modellfluggruppe unterstützten das wissenschaftliche Team.

«Vielleicht wird bald ein grösserer Prototyp gebaut»
«Ich war auch in der Nacht vor Ort. Das Flugobjekt flog im Oval; wenn es unseren Kontrollpunkt passierte, hörte man ein leichtes Surren», erinnert sich Präsident Erich Eicher. Der Rekord in Niederwil hat langfristige Auswirkungen: In rund 20 Jahren könnte nun ein Flugobjekt, wie es die ETH geplant und gebaut hat, bei einer Marsmission der ESA zum Einsatz kommen. Die ESA gab der ETH Lausanne eine Machbarkeitsstudie in Auftrag, um abzuklären, ob sich unbemannte Solarflugzeuge für Erkundungsflüge über den Mars eignen würden. Wegen Geldmangels legte die ESA das Projekt auf Eis, die ETH baute aber weiter am Prototypen.

ETH-Projektleiter André Noth sagt: «Wir haben nun das Rezept und die Zutaten, um das optimale Solarflugzeug zu bauen. Das ist die eigentliche grosse Leistung von uns.» Und weiter: «Dank des Erfolgs von Niederwil finden nun aktuell Gespräche mit der ESA statt. Vielleicht wird bald ein grösserer Prototyp gebaut.»

Luc Müller

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Donnerstag in der Neuen Zuger Zeitung.