Cham
Die Rechnung 2020 schliesst mit einem Plus von über 10 Millionen Franken ‒ dank sprudelnder Steuereinnahmen

Die Gemeinde reiht sich ein in den Reigen der Zuger Orte mit positiven Abschlüssen. Der Finanzchef und Gemeindepräsident Georges Helfenstein ist natürlich erfreut.

Harry Ziegler
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Pandemiebedingt generierte der Lorzensaal in Cham weniger Einnahmen für die Gemeindekasse. Im Bild spielt die Zuger Sinfonietta im Livestream vor leeren Stühlen.

Pandemiebedingt generierte der Lorzensaal in Cham weniger Einnahmen für die Gemeindekasse. Im Bild spielt die Zuger Sinfonietta im Livestream vor leeren Stühlen.

Bild: Stefan Kaiser (Cham 12. Dezember 2020)

Bei einem Ertrag von gut 100,1 Millionen Franken und einem Aufwand von rund 89,8 Millionen Franken schliesst die Rechnung 2020 der Gemeinde Cham mit einem Ertragsüberschuss von gut 10,3 Millionen Franken ab. Veranschlagt war ein Plus von 545'000 Franken. Für Gemeindepräsident Georges Helfenstein ist klar:« Es zeigt sich, dass sich die Coronapandemie bis jetzt noch nicht gravierend auf unsere Gemeindefinanzen ausgewirkt hat.»

Die um gut 8,5 Millionen höheren Steuererträge sind der Hauptgrund für den guten Rechnungsabschluss. «Die höheren Steuererträge zeigen, dass Cham über eine starke Wirtschaft verfügt», sagt der Gemeindepräsident. Weshalb die Chamer Wirtschaft 2020 derart gut unterwegs war «können wir noch nicht endgültig beurteilen, aber es sind mehrere Firmen, die zum positiven Ergebnis beigetragen haben», führt der CVP-Politiker aus. Die aktuell gute finanzielle Situation der Gemeinde «hilft uns, die grossen bevorstehenden Aufgaben – beispielsweise Investitionen im Bereich der Schulhausbauten – zu finanzieren», erklärt Helfenstein.

Die juristischen Personen haben mit 4,3 Millionen Franken mehr als budgetiert den grössten Teil zu den hohen Steuereinnahmen beigetragen. Bei den natürlichen Personen resultierte aus den Quellensteuern eine zusätzliche Einnahme von 700'000 Franken. Und schliesslich hat die Grundstückgewinnsteuer mit einem Plus von 3,2 Millionen ebenfalls zum guten Ergebnis verholfen.

Gewinn auch dank tieferer Ausgaben

Die Einnahmen der Gemeinde Cham im Jahr 2020 sind rund sieben Millionen Franken höher als budgetiert ausgefallen. Das alleine hätte allerdings nicht zu einem derart satten Überschuss geführt. Dazu hat es auch Minderausgaben gebraucht, die teils deutlich ausfielen – in der Regel pandemiebedingt. So sind die Verkäufe um 900'000 Franken tiefer als veranschlagt. «Verkäufe, das sind die Mieten für Anlässe und entgangene Einnahmen aus dem Servicebereich – vor allem im Lorzensaal», sagt Helfenstein. Konkret hat der Umsatzeinbruch im grössten Chamer Veranstaltungslokal 800'000 der 900'000 Franken Mindereinnahmen ausgemacht.

Der Aufwand, so schreibt die Gemeinde Cham, konnte 2020 gegenüber dem Budget um rund 2,8 Millionen Franken vermindert werden. Insbesondere die beeinflussbaren Sach- und Betriebskosten wurden gut 1,4 Millionen Franken tiefer gehalten. Mit den Einnahmen gingen entsprechend auch die Ausgaben beim Lorzensaal zurück (um 300'000 Franken). Laut Gemeindepräsident Georges Helfenstein mussten keine Investitionen zurückgestellt werden, aber «Verzögerungen oder für 2020 budgetierte, aber noch nicht angefangene Aufträge und dadurch verspätete Abrechnungen sind mit ein Grund dafür. Diese Kosten kommen dann noch auf uns zu». Generell aber sei die Ausgabendisziplin der Verwaltung sehr hoch gewesen, erklärt Helfenstein.

Abschreibungen beim Schulhaus Röhrliberg ausstehend

Zudem konnten im vergangenen Jahr verschiedene Schulhausbauten noch nicht definitiv abgerechnet werden. Deshalb sind die Abschreibungen in diesem Bereich um 1,3 Millionen Franken tiefer ausgefallen. Beim Schulhaus Röhrliberg hätten die Abschreibungen beispielsweise noch nicht aktiviert werden können.

Die Investitionsrechnung schliesst gut 2,7 Millionen Franken unter Budget ab. Ausgegeben wurden netto 15,9 Millionen Franken. Der Rechnungsabschluss ermöglicht einen Selbstfinanzierungrad von 115,2 Prozent. Das Nettovermögen pro Einwohner betrug Ende des vergangenen Jahres 3840 Franken, 97 Franken mehr als noch 2019.