CHAM: Die Vorsicht hat sich ausgezahlt

Die Rechnung 2016 schliesst mit einem Plus von 7 Millionen Franken ab. Brauchen kann die Gemeinde den Überschuss gut. In den nächsten Jahren stehen grosse Investitionen an.

Carmen Rogenmoser
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Das Budget und die Rechnungen der letzten Jahre. (Bild: Gemeinde Cham)

Das Budget und die Rechnungen der letzten Jahre. (Bild: Gemeinde Cham)

Carmen Rogenmoser

carmen.rogenmoser@zugerzeitung.ch

Auch in Cham zeigt die Rechnung 2016 deutlich bessere Zahlen als budgetiert: Rund 7 Millionen Franken ist der Gewinn. Dies bei einem Ertrag von 86 Millionen und einem Aufwand von 79 Millionen Franken. Budgetiert war ein Mehrertrag von rund 500 000 Franken. Damit schliesst die Rechnung um 6,5 Millionen Franken besser ab als vorgesehen.

Erreicht wurde das gute Resultat insbesondere auf der Ertragsseite: Mehreinnahmen von über 6 Millionen Franken gegenüber dem Budget konnten ausgewiesen werden. Zurückzuführen sei das auf die erfreuliche Entwicklung der Steuererträge, heisst es in der Mitteilung. So wurden bei den natürlichen Personen knapp 2,3 Millionen Franken und bei den juristischen Personen fast 200 000 Franken mehr eingenommen als geplant. Das entspricht Steuererträgen bei den natürlichen Personen von insgesamt rund 30 Millionen Franken und bei den juristischen Personen von rund 8 Millionen. Gut 3 Millionen Franken – knapp die Hälfte des Mehrertrags gegenüber dem Budget – entfielen durch die Grundstückgewinnsteuer.

«Wir haben einen Teil in diesem Bereich nachgearbeitet und sind jetzt wieder auf dem aktuellen Stand», ­erklärt Gemeindepräsident Georges Helfenstein (CVP) die Differenz zum Budget. «Steuern lassen sich halt nicht steuern», ergänzt er und meint, dass die Budgetierung der Steuererträge jeweils schwierig ist. Da müsse man Vorsicht walten lassen. «Schlussendlich ist es ja schöner, wenn die Rechnung besser abschliesst als vorgesehen. Das nimmt man gerne.»

Abhängigkeit vom Finanzausgleich bleibt

Zudem liegt der Aufwand bei der Verwaltung um 340000 Franken unter dem Budget. «Das zeigt, dass die Verwaltung sehr seriös gearbeitet hat.» Ein eigentliches Sparprogramm für die Verwaltung gebe es nicht, allerdings wurden im Jahr 2016 im Projekt «Überprüfung Finanzhaushalt Einwohnergemeinde Cham» alle Ausgaben intensiv auf ihre Notwendigkeit überprüft und wo möglich angepasst. Das Rechnungsjahr mit einem so positiven Resultat zu beenden, sei für den Gemeinderat schön. Helfenstein lenkt den Blick sogleich in die Zukunft. Cham hat einiges vor. Grosse Investitionen stehen beim Schulraum an. Primarschulanlagen sollen zu einem späteren Zeitpunkt für rund 11 Millionen Franken saniert werden. Das Stimmvolk stimmt am 21. Mai über die erste Bauetappe der Sanierung und Erweiterung der Schulanlage Röhrliberg für insgesamt 26 Millionen Franken ab. «Weiterhin ist eine vorsichtige Finanzplanung angesagt», sagt Helfenstein. Die Gemeinde gehört nach wie vor zu den grössten Nehmern des Zuger Finanzausgleichs. 17 Millionen Franken wurden dadurch im letzten Jahr in die Gemeindekasse gespült. «Sich davon zu lösen, wäre natürlich schön.» Realistisch sei das in naher Zukunft aber nicht. «Dazu müssten wir bei den juristischen Steuern massiv aufholen.» Das Papieri-Areal habe dafür Potenzial. «Aber bis es so weit ist, braucht es zuerst Investitionen.» Helfenstein sieht weder in einem höheren noch tieferen Steuerfuss eine Lösung dafür. Man liege im Durchschnitt des Kantons, und «für die Bevölkerung und die Wirtschaft ist ein verlässlicher Steuerfuss wichtig».