CHAM: Ein Besuch in Handschellen

Während des Mittagessens klingelt es plötzlich: Unangemeldet steht die Zuger Polizei vor der Tür – zusammen mit einem gefesselten Einbrecher.

Wolfgang Holz
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Die Zuger Polizei stand plötzlich unangemeldet vor der Tür mit dem Einbrecher. (Symbolbild Keystone)

Die Zuger Polizei stand plötzlich unangemeldet vor der Tür mit dem Einbrecher. (Symbolbild Keystone)

Eine böse Überraschung erlebte kürzlich eine Familie aus Cham: Die Grosseltern waren gerade dabei, mit ihren Enkeln zu Mittag zu essen, als es plötzlich an der Tür klingelte. Davor stand die Zuger Polizei, zusammen mit einem gefesselten Einbrecher. Die Zuger Polizisten erklären, so der Rentner, dass sie mit dem Einbrecher eine Tatortbegehung machen wollen. Sagens und beginnen mit ihrer Arbeit, indem sie um das Haus herumgehen und die Einbruchstelle inspizieren. «Meine Enkel haben den Einbrecher natürlich gesehen und sind völlig erschrocken», sagt der Rentner.

Im Haus des Rentnerpaars ist tatsächlich eingebrochen worden – im November 2011. Damals suchen zwei Serieneinbrecher auch ihr Wohnquartier in Cham heim. Doch dann gelingt es der Zuger Polizei dank eines DNA-Spurenabgleichs, die beiden Einbrecher zu schnappen.

Täter können sich nicht erinnern

Was die Tatortbegehung im Fall der Serieneinbrecher im Chamer Wohnquartier betrifft, versichert Judith Aklin, Kommunikationsverantwortliche der Zuger Polizei, «dass es für die ortsunkundige Täterschaft schwierig ist, sich an jeden einzelnen Einbruch zu erinnern. Doch als Strafverfolgungsbehörden müssen wir dem Täter jedes einzelne Delikt beweisen können.» Deshalb nehme die Polizei in solchen Fällen einen Augenschein an den Tatorten vor. Als Rechtsgrundlage diene dafür die Schweizerische Strafprozessordnung.