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CHAM: Ein neues Zuhause für Findelzwerge

Cyrill Balmer gibt Gartenzwergen und anderen Figuren in seinem Garten ein Zuhause. Inzwischen besitzt er rund 300 davon - und es sollen noch mehr werden.
Chantal Gisler
Cyrill Balmer in seinem Garten inmitten seiner zahlreichen Fabelwesen und Zwerge. (Bild: Stefan Kaiser (Cham, 7. April 2017))

Cyrill Balmer in seinem Garten inmitten seiner zahlreichen Fabelwesen und Zwerge. (Bild: Stefan Kaiser (Cham, 7. April 2017))

Sie lächeln Passanten an, winken ihnen zu oder strecken ihnen ihre rote Zunge raus: Rund 300 Gartenzwerge, Fabelwesen und Tiere aus Stein oder Plastik stehen in der Gartenparzelle von Cyrill Balmer in unmittelbarer Nähe zum Bahnhof Cham kurz nach dem Bahnübergang. Was hat es mit der Mini-Märchenlandschaft auf sich?

Seine Figürchensammlung begann mit einem kleinen Frosch: «Vor zwölf Jahren war ich beim Werkhof, um einige Dinge zu entsorgen», erzählt Balmer. «Dort sah ich eine wunderschöne kleine Froschfigur, die jemand weggeworfen hatte.» Der Chamer nahm den Steinfrosch kurzerhand mit und setzte ihn in seinen Gemüsegarten. Dies war der Beginn seiner bunten Schar: «Da packte mich das Sammelfieber. Ich gehe mehrmals wöchentlich zum Werkhof, um nach schönen Figuren Ausschau zu halten.» Neben seinem Gemüse hat es längst keinen Platz mehr für seine Sammlung. Rund 300 Findelfiguren besitzt Cyrill Balmer bereits. Sie alle mussten vom Gemüsebeet zu den grossen Hecken auf der anderen Seite seines Gartens ziehen.

Vor Vandalen nicht sicher

Seine Sammlung ist bereits über die Gartengrenzen bekannt. «Einmal kam sogar eine ganze Schulklasse vorbei. Die Kinder schauten sich die Figuren an und mussten anschliessend einen Aufsatz darüber schreiben», erinnert sich der Sammler. Doch die Bekanntheit birgt auch Risiken: «Jedes Jahr gehen durchschnittlich etwa 30 Figürchen kaputt, werden geklaut oder mutwillig zerstört», berichtet der 63-Jährige, der als Kammerjäger arbeitet. Schon sechs Mal wurde die Zwergenschar von Vandalen heimgesucht, zuletzt vor drei Jahren. Damals, als unsere Zeitung darüber berichtete, wurden etwa 40 Gartenkreaturen mutwillig zerstört. «Vor einiger Zeit wurde mir auch der Kumpel des grossen Gartenzwergs geklaut», berichtet Balmer. «Dabei wäre das gar nicht nötig. Wenn man mich fragt, verschenke ich meine Figuren auch gerne.»

Einen Zaun um sein Reich zu ziehen, kommt für den passionierten Gärtner jedoch nicht in Frage: «Das würde das ganze Bild verunstalten.» Ausserdem findet er immer wieder neue Stücke. «Manchmal schenken mir Bekannte oder auch Passanten, die an meinem Garten vorbeikommen, einige Figuren, die sie ansonsten wegwerfen würden.» So rief ihn vor einiger Zeit eine Frau aus Luzern an. «Sie erzählte, dass sie jeden Tag im Zug an meiner Sammlung vorbeifahre und mir gerne eine Figur schenken würde», erzählt Balmer. So brachte sie ihm einen etwa 30 Zentimeter grossen Zwerg, der auf einer Toi­lette sitzt. Auch er wird in nächster Zeit zur Sammlung stossen, aber zuerst wird er geputzt und bei Bedarf sogar restauriert. Ans Aufhören denkt Balmer aber noch lange nicht. Im Gegenteil: «Das kleine Tomatenhäuschen neben den Figürchen wird bald entsorgt. So entsteht Platz für rund 50 weitere Figuren. Und zu Ostern werde ich die Figürchen dekorieren und auch Osterhasen aufstellen.»

Chantal Gisler

chantal.gisler@zugerzeitung.ch

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