Abstimmung

Die Fensterfabrik in Hagendorn kann ausgebaut werden

Das Chamer Stimmvolk sagt zwei Mal Ja zum Bebauungsplan Allmend Hagendorn und zur Zonenplanänderung. Damit kann die Fensterfabrik G. Baumgartner AG die Ausbaupläne in Angriff nehmen.

Carmen Rogenmoser
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Die Produktionshalle (rechts) soll künftig bis zur Frauentalstrasse reichen.

Die Produktionshalle (rechts) soll künftig bis zur Frauentalstrasse reichen.

Bild: Patrick Hürlimann (Hagendorn, 27. Oktober 2020)

Mit einem Anteil von je fast 70 Prozent sagen die Chamerinnen und Chamer deutlich Ja zur Bebauungsplan- wie auch zur Zonenplanänderung in Hagendorn – und unterstützen damit das Erweiterungsprojekt der Fensterfabrik G. Baumgartner AG. Bei der Änderung des Bebauungsplans Allmend Hagendorn lag der Ja-Stimmenanteil bei 69,8 Prozent (3845 zu 1667 Stimmen), bei der Zonenplanänderung bei 69,6 Prozent (3775 zu 1652 Stimmen). Mit so einer hohen Zustimmung haben weder Stefan Baumgartner, exekutiver Verwaltungsratspräsident der Fensterfabrik, noch Gemeindepräsident Georges Helfenstein gerechnet. «Die Freude ist gross», sagt Baumgartner. Er habe damit gerechnet, dass die Vorlagen angenommen werden, aber nicht so deutlich. Grund dafür hätten ihm unter anderem die Standaktionen der vergangenen Samstage in Cham und Hagendorn geliefert. «Wir haben viel positives Feedback erhalten.»

Das Ergebnis motiviere nun umso mehr, das «wirklich gute Projekt» weiterzuentwickeln. Die Vorarbeiten laufen bereits auf Hochtouren. «Wir haben die Planung im vergangenen Sommer gestartet.» Den beteiligten Firmen habe er nun bereits Bescheid gegeben, dass die Arbeit weitergehe. «Vielen ist ein Stein vom Herzen gefallen», so der Fabrikchef.

Die sichtbaren Arbeiten starten im Sommer

Schon im Dezember soll ein Teil der Baueingaben eingereicht werden. Im kommenden Sommer werden die sichtbaren Bauarbeiten in Angriff genommen. Vorgesehen ist, dass die Produktionshalle nach Norden zur Frauentalstrasse hin sowie in den Boden hinein vergrössert wird. Ausserdem sollen die Bürogebäude entlang der Flurstrasse neu gebaut und ebenfalls nach Norden hin vergrössert werden. Der Bau kostet nach Angaben der Firma einen dreistelligen Millionenbetrag. Zudem wird die Fensterfabrik den Allmendbach auf eigene Kosten über ihr Land leiten lassen und im Rahmen einer Renaturierung offenlegen, auch der bestehende Wanderweg entlang dem Firmengrundstück wird ausgebaut, und der Gemeinde wird Land für die Erweiterung des Spielplatzes Lorzenparadies abgegeben.

Das Ausbauprojekt entstand in enger Zusammenarbeit mit der Gemeinde, die ihrerseits ebenfalls erfreut ist über den Abstimmungsausgang. «Das ist ein deutliches Zeichen für die Firma und deren Arbeitsplätze und auch für das Projekt», sagt Gemeindepräsident Georges Helfenstein. Lange habe man sich mit dem Projekt befasst, es möglichst optimiert, auch was die Umweltverträglichkeit angehe. Zahlreiche Informationsveranstaltungen und Mitwirkungsanlässe wurden in den vergangenen Jahren organisiert. «Der Aufwand hat sich gelohnt», meint Helfenstein. Unterstützt wurde das Projekt vom Pro-Komitee «Ja zur grünen Fabrik», dem Gewerbeverein und den bürgerlichen Parteien. Es sei von Anfang an klar gewesen, dass Gegner auffahren werden, so Helfenstein. Der Abstimmungskampf in Vorfeld wurde dementsprechend hart geführt.

Keine Überraschung für die Gegner

Die Gegner rund um den Verein «Mehr Wert Cham» und der IG «Grosse Fensterfabrik nein» bemängelten, dass das Projekt zu gross sei, Grünflächen in der Schutzzone zerstört würden, zu viel Verkehr und damit Sicherheitsprobleme und Lärm mit sich bringen werde und die Bauzeit zu lange dauere. Im Gegenkomitee engagiert hat sich auch Cathrine Ast, die in direkter Nachbarschaft der Fabrik wohnt. Sie nimmt das Resultat gefasst zur Kenntnis. «Wir haben damit gerechnet, dass die Vorlagen durchkommen», sagt sie auf Nachfrage.

Das Ziel sei es gewesen, dass die Abstimmung überhaupt an die Urne komme und dass die Bevölkerung wachgerüttelt werde. Die hohe Stimmbeteiligung zeige, dass der Entscheid breit abgestützt sei. «Wir haben vor allem den Standort hier in Hagendorn kritisiert», sagt Ast. Sie sei nie gegen die innovative Weiterentwicklung oder die Arbeitsplätze gewesen. Nun gehe es darum, die Zusammenarbeit mit der Firma weiterzuführen. «Ich werde mich weiterhin mit Stefan Baumgartner austauschen.»