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CHAM: Einblicke der besonderen Art in die Natur an der Lorze

Seit Mai ist er offen: der neue Fussweg entlang der Lorze. Auf 3,5 Kilometern macht er die Natur am Fluss speziell erlebbar. Momente eines Spaziergangs.
Ganz nah am Wasser: der Lorzenuferweg im Gebiet des Gibelwäldlis. (Bild Stefan Kaiser)

Ganz nah am Wasser: der Lorzenuferweg im Gebiet des Gibelwäldlis. (Bild Stefan Kaiser)

Auch wenn es ein kalter Wintermorgen ist – die Sonne blinzelt schon hell durch die kahlen Bäume und bringt den Fluss zum Glänzen. Zusammen mit Antonio Milone, dem geistigen Vater des Lorzenwegs, gehen wir flussaufwärts von Hagendorn Richtung Cham – 3,5 Kilometer entlang des Zuger «Mainstreams». Schon nach wenigen hundert Metern, bei den früheren Kosthäusern, stuft sich eine grosse Steintreppe zum Wasser hinunter. Eine Art Verweilplattform, die sich in verschiedenen Variationen an anderen Orten des Lorzenwegs wiederholt.

«Hier verweilen oft Kinder aus der Schule Hagendorn», erklärt der 39-Jährige. Man habe bewusst Sandsteinquader aus der Region gewählt und keine Geländer angebracht, um eine möglichst offene Situation am Wasser zu schaffen. Lustig: Aus dem Stamm eines gefällten Baums, der krank war, wurde ein Biber als Skulptur gesägt. «Natürliche Biber haben sich unseres Wissens noch keine angesiedelt», sagt Milone und lächelt.

Der Weg ist auch rollstuhlgängig

Mit viel Akribie, Geduld und Einfühlungsvermögen haben der Projektleiter der Gemeinde Cham und die Mannen des Werkhofs den Lorzenweg realisiert. «Es gab in den letzten Jahren viele Verhandlungen mit dem Kanton und mit Grundstückseigentümern», sagt Milone. Denn im Wald entlang des Lorzeufers dürfe ja eigentlich nichts gebaut werden. Die Plattformen und Aussichtsterrassen sind dabei sanft in die Uferlandschaft integriert worden. Kostenpunkt für den gesamten Lorzenweg: rund 3 Millionen Franken. Geld, das bestens investiert scheint. Denn herausgekommen ist nicht nur ein natürliches Bijou in Form eines schönen Spazierwegs entlang des Flusses – der zugleich rollstuhlgängig und kinderwagentauglich ist. An verschiedenen Punkten kann man, wie gesagt, verweilen und in aller Ruhe die beschauliche Natur beäugen. Es gibt aber auch Picknick- und Feuerstellen für geselliges Leben am Fluss. Bei der Kläranlage ist ein ganz neuer Spielplatz errichtet worden, der sich mit seinen Holzgeräten bestens in die Waldoptik einpasst. «Hierher kommen auch gerne Hundefreunde, die ihre Vierbeiner im Wasser apportieren lassen», berichtet Milone.

Gespannt ist man auf den Abschnitt des Lorzenwegs unterhalb der Autobahnbrücke – bislang eine «terra inkognita» für viele Zuger. Im Rücken von Lindencham sticht einem dabei sofort das «Sichtfenster zum Fluss» ins Auge – ein mit Holzlamellen eingerahmter, sichtgeschützter Steg mit schiessscharten­artigen Ausgucken. «Von hier aus kann man, wenn man Glück hat, einen Eisvogel erspähen, dessen Habitat sich hier in der Nähe befindet», sagt der Lorzenweg-Kenner. Wir haben an diesem Morgen kein Glück. Dafür steigt ein Graureiher mit aufgefächerter Spannweite majestätisch in die Höhe. Ein Blesshuhn gleitet friedlich übers Wasser. Wenige hundert Meter weiter lärmt dann zwar der Verkehr von der Autobahnbrücke herunter. Doch die Dezibel-Kulisse ignoriert man schnell angesichts der sich faszinierend aufweitenden Lorze. Ein absolutes Idyll. «Das Wasser ist hier so klar, dass es im Sommer fast wie an der Costa Smeralda aussieht», schwärmt Milone. Eine Joggerin habe ihn auch schon angerufen und erzählt, sie habe grosse Fische auf dem Weg entdeckt. «Da war wohl ein Fuchs am Werk und hat seine Beute am Ende nicht mehr geschafft».

Am Rande Chams wird der Lorzenweg dann herrschaftlich und industriell. Auf der linken Seite bohren sich die Schlote der «Papieri» in den Himmel. Rechts kann sich der Spaziergänger am Anblick des weitläufigen Hammergut-Anwesens mit kitschiger Säulchenkolonnade und noblem Pferdedressurplatz weiden.

Wolfgang Holz

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