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CHAM: Eine Steuersenkung ist geplant

Mit dem Budget 2018 beantragt der Gemeinderat die Reduktion des Steuerfusses um 4 Prozentpunkte. Gleichzeitig erhält die Gemeinde über 5 Millionen Franken mehr aus dem kantonalen Finanzausgleich.
Andrea Muff
Blick in ein Portemonnaie mit Geld. (Bild: Keystone)

Blick in ein Portemonnaie mit Geld. (Bild: Keystone)

Andrea Muff

andrea.muff@zugerzeitung.ch

Das Budget 2018 der Einwohnergemeinde Cham ist auf den ersten Blick überraschend: Der ­Gemeinderat beantragt eine Steuerfusssenkung von 4 Prozentpunkten auf 61 Prozent. Mit einem Ertrag von rund 87,2 Millionen Franken und einem Aufwand von rund 86,1 Millionen Franken prognostiziert er einen Ertragsüberschuss von rund 1,1 Millionen Franken. Georges Helfenstein (CVP), Gemeindepräsident und Finanzvorsteher, freut sich über das Resultat und sagt: «Es freut mich, dass wir mit der Steuerfusssenkung den Bürgern und den Firmen etwas zurückgeben können.»

Die Gemeinde rechnet mit einem Mehrertrag von rund 4,5 Millionen Franken, das entspricht einer Steigerung von 5,5 Prozent gegenüber dem letztjährigen Budget. Dies ist auf den höher ausfallenden Anteil am kantonalen Finanzausgleich (ZFA) zurückzuführen, schreibt die Gemeinde in ihrer Medienmitteilung zum Budget 2018. Der Voranschlag rechnet mit 22,6 Millionen Franken. Über die Höhe der Zunahme war auch der Gemeindepräsident erstaunt: «Wir haben nicht mit einem so hohen ZFA-Anteil gerechnet.» Der CVP-Politiker verweist auf die Hauptaufgabe des ZFA. So steht im ersten Paragrafen des Gesetzes über den direkten Finanzausgleich: Dieser «bezweckt, die unterschiedliche Steuerkraft der Einwohnergemeinden teilweise auszugleichen und damit eine Annäherung der Steuerfüsse zu fördern». Georges Helfenstein sagt: «Und genau das haben wir jetzt gemacht.» Und präzisiert: «Wir sind zwar die grösste Nehmergemeinde, aber pro Kopf erhalten wir rund 1300 Franken. Damit sind wir im Mittelfeld.»

Weniger Steuereinnahmen

Der Finanzplan für die nächsten fünf Jahre besagt, dass auch weiterhin mit einem Steuerfuss von 61 Prozent gerechnet werden kann. Auch mit diesem Steuerfuss bleiben die Steuereinnahmen der natürlichen Personen auf dem Niveau des Vorjahres, schreibt die Gemeinde in der Medienmitteilung. Hingegen wird aufgrund aktueller Einschätzung bei den juristischen Personen mit 988 000 Franken weniger Einnahmen gerechnet. «Wir gehen proaktiv auf Firmen zu und stärken weniger wirtschaftliches Gebiet. Die Bemühungen werden sich aber erst in vier bis fünf Jahren auszahlen», erklärt der Finanzvorsteher.

Gleichzeitig wachsen aber auch die Aufwände: Der aktuelle Voranschlag rechnet mit einer siebenprozentigen Steigerung, in Zahlen sind das gerundet 5,6 Millionen Franken. Der Grund in der Zunahme liegt in einer einmaligen Einlage von 8,2 Millionen Franken in die finanzpolitischen Reserven. Diese haben den Zweck, künftige Schwankungen – insbesondere des ZFA – auffangen zu können. Die übrigen Aufwandspositionen konnten unter dem Vorjahresbudget gehalten werden. «Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht. Die Aufwände, die wir beeinflussen können, wurden gesenkt – sie liegen sogar weit unter unseren Vorgaben», erklärt Helfenstein. So fallen etwa der Personalaufwand um 297 973, der Sach- und übrige Aufwand um 430 223 und der Transferaufwand um 568 354 Franken tiefer aus. «Auch in Zukunft werden wir unsere Ausgaben konsequent prüfen.»

In der Gemeinde Cham stehen auch Investitionen auf dem Plan. Als nächster grosser Brocken wird die Sanierung und Erweiterung des Schulareals Röhrli­berg die Rechnungen belasten. So werden im aktuellen Voranschlag 8,1 Millionen Franken Netto­investitionen prognostiziert, das sind 2,1 Millionen Franken mehr als im Vorjahresbudget.

Wie sieht die Zukunft Chams aus? Der Gemeindepräsident, der sich selbst als Optimisten bezeichnet, antwortet: «Wir weisen ein Plus aus, bauen Schulden ab, haben die Investitionen im Griff und schaffen Arbeitsplätze – wir sind auf einem guten Weg.»

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