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CHAM: Energiestrategie: Ein Produkt intensiver Debatten

Die Energiestrategie, die am 21. Mai zur Abstimmung kommt, polarisiert. Am Dienstagabend fand im Chamer Lorzensaal nun das «Forum Energiestrategie 2050» statt – aus rein informativen Zwecken und fernab von politischen Statements, wie betont wurde.
Nils Rogenmoser
Matthias Gysler vom BFE. (Bild: Werner Schelbert (Cham, 26. April 2017))

Matthias Gysler vom BFE. (Bild: Werner Schelbert (Cham, 26. April 2017))

Zahlreiche Besucher fanden sich am Dienstabend im Chamer Lorzensaal ein, wo initiiert von den acht Zuger Energiestädten, dem Energienetz Zug sowie dem ­Bauforum Zug eine Orientierungsveranstaltung zum neuen Energiegesetz stattfand. Das anwesende Publikum sei eine spannende Mischung aus Leu­ten verschiedenen Alters, Geschlechts und verschiedener Meinungen, anerkannte der Präsident der Energiestadtkommission Cham, Ruedi Zurbrügg.

Die Energiedebatte fordere heraus und sei komplex – bei einem Ja an der Urne seien schliesslich elf weitere Bundesgesetze wie zum Beispiel das CO2-Gesetz betroffen, so Zurbrügg. Er wies darauf hin, dass im Abstimmungsbüchlein dazu 64 Seiten lang informiert wird. Man werde von den Fakten beinahe erdrückt. Das Forum solle helfen, sich eine Meinung zu bilden. Aus diesem Grund referierten an diesem Abend Dr. Mat­thias Gysler, Chefökonom des Bundesamts für Energie (BFE), und Claudio Meisser, langjähriger Präsident der Energiestadtkommission Cham. Sie sollten für das Generationenthema sensibilisieren und fundiertes Hintergrundwissen vermitteln.

«Umsetzung der Strategie ist ein Prozess»

Gysler wies in seinem Referat darauf hin, dass die Energiedebatte durch die Reaktorkatastrophe 2011 in Fukushima in Gang gesetzt worden sei. «Die Energiestrategie 2050 ist das Produkt intensiver parlamentarischer Debatten und Forschungen im Bereich verschiedener Energie- sowie Innovationsprojekte.» Er verdeutlichte aber auch, dass die Strategie bloss eine Stossrichtung sei. «Auch unter Experten ist bei dieser Thematik nicht immer alles klar. Die Umsetzung der Strategie ist ein Prozess, der schrittweise erfolgt.» Das Potenzial erneuerbarer Energien sei vorhanden. China etwa sei Spitzenreiter beim Ausbau erneuerbarer Energien. 37 Prozent des weltweiten Ausbaus in diesem Bereich würden dort stattfinden.

Es beginnt beim Lichtlöschen

Claudio Meisser blickte über die Energieinitiative hinaus und ­erläutert seine Ideen zum zweiten Massnahmenpaket. «Der Schweizer verbraucht privat etwa 2200 Kilowattstunden Strom pro Jahr – es gibt extreme Streuwerte.» Ihm sei es wichtig, dass ein Bewusstsein für einen gemässigten Konsum entwickelt werde. Dies beginne schon beim konsequenten Lichtlöschen – das Ziel der Senkung soll der Bund mit Hilfe von Lenkungsmassnahmen erreichen. Auch müsste die CO2-Emission deutlich gesenkt und die freie Marktwirtschaft akzeptiert werden: «Unternehmen sind nun mal darauf angewiesen, den Gewinn zu optimieren, und werden ihren Energie- und Stromkonsum nicht senken.» Nach den zwei Referaten fand das Podiumsgespräch statt, an dem unter anderem Stadtökologe Walter Fassbind und Gil Georges, Dozent an der ETH Zürich, teilnahmen. Der Architekt Ruedi Zai zeigte sich zufrieden mit dem Abend. «Es wurde aufgezeigt, dass noch nicht alles gelöst ist, die Energiestrategie 2050 aber ein Weg zur Lösung ist.»

Nils Rogenmoser

redaktion@zugerzeitung.ch

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