CHAM: Fahrende haben nun einen Platz in Cham

In Oberwil bei Cham ist ein Durchgangsplatz für Fahrende eröffnet worden. Er bietet insgesamt zehn Stellplätze.

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Auf diesem brachliegenden Landstück ist nun ein Durchgangsplatz für Fahrende eröffnet worden. (Archivbild Werner Schelbert/Neue ZZ)

Auf diesem brachliegenden Landstück ist nun ein Durchgangsplatz für Fahrende eröffnet worden. (Archivbild Werner Schelbert/Neue ZZ)

Fahrende sind eine geschützte nationale Minderheit, heisst es in einem Gutachten des Bundesamtes für Justiz aus dem Jahre 2002. Im Kanton Zug waren Fahrende laut einer Mitteilung der Baudirektion des Kantons Zug lange auf einem stillliegenden Autobahnteilstück an der Kantonsgrenze zu Zürich geduldet. Eine dauerhafte Lösung sei das nie gewesen.

Anfang November 1992 hatte Kantonsrat Bruno Werder aus Cham eine Motion eingereicht. Danach sollte der Kanton einen Durchgangsplatz samt Infrastruktur planen, finanzieren und erstellen. Nach umfangreichen Abklärungen und verschiedenen Gesprächen hat der Kantonsrat laut Mitteilung einen Kredit von 830'000 Franken für den Bau eines Durchgangsplatzes beschlossen.

Zehn Stellplätze stehen zur Verfügung
Der neue Platz im Chamer Ortsteil Oberwil sei «ein weiteres Trittbrett auf dem Weg der Fahrenden, der sie durch die Schweiz führt», heisst es weiter. Es seien vor allem Jenische, die ihn aufsuchen werden. Für den Durchgangsplatz mit zehn Stellplätzen musste ein brachliegendes Stück Land hergerichtet werden.

Der Durchgangsplatz ist laut Baudirektion bereits in Betrieb, auch erste Gäste seien bereits eingetroffen. Sie melden sich jeweils bei der Polizeidienststelle in Cham an und können dort Wertmarken für Strom beziehen. Auf dem Platz herrschen Regeln, die mit der Radgenossenschaft der Landstrasse abgesprochen sind.

ana/zim