CHAM: Feiern mit Pauken und Trompeten

Die Musikschule ist seit einem halben Jahrhundert aktiv. Der Zulauf ist ungebrochen hoch. Etwas ist inzwischen jedoch schwieriger geworden.

Marco Morosoli
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Christoph Müller bereitet das grosse Fest der Chamer Musikschule vor. (Bild Stefan Kaiser)

Christoph Müller bereitet das grosse Fest der Chamer Musikschule vor. (Bild Stefan Kaiser)

Just am heutigen Tag vor 50 Jahren hat der Chamer Gemeinderat das Reglement für den Betrieb einer Musikschule genehmigt. Damals nutzten 135 Schüler das Angebot. Heute sind es rund 1800 Schüler, welche durch professionelle Lehrer in die Geheimnisse der Musik eingeführt werden. Deshalb spricht Christoph Müller, Leiter der Musikschule Cham, von einer «Erfolgsgeschichte». Diese wollen die Chamer aber nicht mit einem einzelnen grossen Festakt feiern, sondern gleich mit einem Strauss von 26 übers Jahr verteilten Veranstaltungen (siehe Box).

«Für dieses Jubiläum ist eine gewaltige Arbeit geleistet worden», sagte Philip Fuchs, Rektor der Schulen Cham, gestern an einer Pressekonferenz. Eine erste Kostprobe gibt es übermorgen Freitag mit einem Flötenkonzert.

Alle kommen auf ihre Kosten

Die Macher der Jubiläumsfeierlichkeiten haben die Veranstaltungen in drei Kategorien eingeteilt. Es sind dies Carte-blanche- und Leuchtturm-Konzerte sowie verschiedene Festivals. Ein erster «Leuchtturm» ist der Auftritt des Swiss Jazz Orchestra (22. Februar). Ebenfalls in diese Reihe gehört das Konzert von Marc Sway & Band (10. Mai). Der Auftritt des bekannten Schweizer Musikers findet als einziger Anlass in der Jubiläumsreihe ausserhalb der Grenzen der Gemeinde Cham statt. Doch zur Zuger Chollerhalle ist es ja auch keine Weltreise. Bei den Carte-blanche-Auftritten zeigen die Chamer Musiklehrer, was sie alles draufhaben. Mittlerweile sind es 50 ausgebildete Fachleute, welche die Musikschüler, die zwischen 5 und 80 Jahre alt sind, unterrichten.

Aber auch die Schüler sind nicht nur zum Konsumieren verurteilt. In zehn aufs Jahr verteilten Workshops bereiten die Schüler mit Gastkünstlern oder Gastensembles Konzerte vor. So treten die Kleinsten (Kindergarten, erste und zweite Klasse) mit der Kinderliederband Silberbüx in einer Grossformation auf.

Ein interessantes Experiment

Interessant dürfte auch ein Experiment im September werden. Spira Mirabilis kommt für eine Woche nach Cham. Was die Musiker auszeichnet: Sie spielen ohne einen Dirigenten.

Für die speziellen Aktivitäten im Jahr 2014 hat die Musikschule ein Budget von 100 000 Franken zur Verfügung. Der Zweck der Jubiläumsfeierlichkeiten umreisst Gemeinderat und Schulpräsident Beat Schilter so: «Wir möchten möglichst viele Facetten einer modernen Musikschule aufzeigen.» Nachwuchssorgen haben die Chamer keine. Der Zulauf ist ungebrochen. «Es ist einzig schwieriger geworden, die Schüler bei der Stange zu halten», sagt Musikschulleiter Christoph Müller. Beliebt seien derzeit, so Müller, Klavier und Gitarre. Nicht mehr so gefragt sind Blasinstrumente. Dies schmerzt ihn. Müller spielt selber Posaune. Doch in den nächsten 50 Jahren der Chamer Musikschule dürften bald einmal Posaunen und Trompeten wieder obenaus schwingen. Alleine schon deshalb, um die Fanfaren des nächsten Jubiläums spielen zu können.