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Cham: Grosseinsatz im Lorzensaal

Werden Feuerwehr und Zivilschutz zum Einsatz aufgeboten, ist die Lage ernst. Die Feuerwehr Cham, die Zivilschutzorganisation des Kantons Zug und Mitarbeiter des Lorzensaals übten sich am Szenario «Lorze» 2019.
Daniela Sattler
Die Feuerwehr Cham ist mit einem Grossaufgebot zum Brand im Lorzensaal ausgerückt. (Bild: Zivilschutzorganisation Zug)

Die Feuerwehr Cham ist mit einem Grossaufgebot zum Brand im Lorzensaal ausgerückt. (Bild: Zivilschutzorganisation Zug)

Am Montag, kurz vor 19 Uhr, geht bei der Einsatzzentrale der Zuger Polizei ein automatischer Brandmeldealarm ein: Brand im Lorzensaal, am Dorfplatz in Cham. Das fiktive Szenario: Anlässlich des Eidgenössischen Schwing- und Älplerfestes (Esaf) dient der Lorzensaal 83 jugendlichen und 20 erwachsenen Helfern als Nachtquartier. Sie haben die Unterkunft bereits bezogen, um am nächsten Morgen rechtzeitig ihren Einsatz antreten zu können. Durch den Brand ist es im zweiten Untergeschoss des Gebäudes, im Treppenhaus und im Verbindungsgang auf der Seite zur Seestrasse, zu einer starken Rauchentwicklung gekommen. Einige der Einquartierten begeben sich mit den Mitarbeiterinnen des Lorzensaals sofort zur Sammelstelle beim Kirchenplatz. Andere jedoch stehen unter Schock und haben den Saal nicht verlassen. Es gibt also Vermisste.

Das Ersteinsatzelement ist automatisch aufgeboten, rund 15 Feuerwehrleute kommen auf den Schadenplatz. Vizekommandant Felix Hegner von der Feuerwehr Cham ist als Einsatzleiter als erster vor Ort, trifft die nötigen Vorabklärungen und lässt mehr Feuerwehrleute alarmieren. Die Seestrasse wird von der Einfahrt Tiefgarage Lorzensaal bis Zugerstrasse gesperrt.

Verrauchte Zone

Bei der geschilderten Situation handelt es sich um das Szenario für die Einsatzübung «Lorze» 2019, an der sich die Einsatzkräfte der Feuerwehr Cham und der Zivilschutzorganisation des Kantons Zug (ZSO) für den Ernstfall übten. «Die Einsatzkräfte kannten zwar den ungefähren Zeitpunkt der Übung, über das Übungsszenario wurden sie aber nicht informiert», erklärte Major Urs Baggenstos, Kommandant der Feuerwehr Cham. Das Drehbuch verlangte den Einsatzkräften der Feuerwehr einiges ab. Das Schwergewicht der Übung lag bei den Rettungen. Die starke Rauchentwicklung, die übrigens auf einen Defekt bei der Elektro-Hausverteilung zurückzuführen war, machte den Einsatz von Atemschutztrupps notwendig. Für sie galt es unter anderem, im zweiten Untergeschoss drei Schwerverletzte, davon eine Person mit Verbrennungen, aus der verrauchten Zone zu retten. Im ersten Obergeschoss mussten derweil von einem anderen Trupp vier Personen mit einer Handschiebeleiter vom Balkon gerettet werden. Alle Personen wurden ins Verwundetennest unter dem Vordach auf dem Dorfplatz gebracht, wo sie von Sanitätsdiensteingeteilten betreut wurden.

Ein Mädchen wird von einem Feuerwehrmann gerettet. (Bild: Zivilschutzorganisation Zug)

Ein Mädchen wird von einem Feuerwehrmann gerettet. (Bild: Zivilschutzorganisation Zug)

Auch die ZSO-Einsatzkräfte waren bei dieser Einsatzübung gefordert. Unter der Anleitung der Kader hatten sie innert kürzester Zeit eine Sammelstelle mit Beleuchtungselementen errichtet. «Hier werden wir die Personalien der Evakuierten aufnehmen», erklärte Oberstleutnant Oliver Füllemann, Kommandant ZSO Zug. An diesen Sammelstellen soll sichergestellt werden, dass jeder den Gefahrenbereich verlassen hat. Für die Evakuierten aus dem Einsatz «Lorze» würden von dort aus dann auch Übernachtungsmöglichkeiten organisiert, so Füllemann. Die Übung verlief wie erwartet, alle Personen wurden gerettet und der Brandherd wurde schnell lokalisiert. Entsprechend zufrieden zeigte sich Major Urs Baggenstos, der die Übung als Beobachter verfolgte und während dieser noch ein Aufgebot zu einem Ernstfall erhielt. «Das Übungsziel wurde erreicht, Fehler konnten identifiziert werden und werden in der Ausbildung korrigiert», so Baggenstos.

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