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CHAM: Hier ist ein Seeli wieder auferstanden

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts nach und nach verlandet, ist der Bibersee mittlerweile wieder belebt worden. Bis er für die Bevölkerung zugänglich ist, braucht es noch etwas Geduld.
Noch ist der neue Bibersee beim oberen Abschnitt des Tobelbachs eingezäunt. (Bild Maria Schmid)

Noch ist der neue Bibersee beim oberen Abschnitt des Tobelbachs eingezäunt. (Bild Maria Schmid)

Rahel Hug

Seichtes Wasser, junge Bäumchen, viel Grün und ein geschwungener Holzsteg mit einer Plattform: Es ist ein idyllisches Bild, das der neue Bibersee und seine Umgebung abgeben. Hier, direkt bei der Autobahn A 4, im Schnittpunkt zwischen Cham, Steinhausen und Knonau, hat die kantonale Baudirektion einen See wieder aufleben lassen, der in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts nach und nach verlandet ist. Entstanden ist das rund 5000 Quadratmeter grosse Gewässer im Rahmen des Renaturierungsprojektes Tobelbach, das in zwei Etappen ausgeführt wird und insgesamt 8,5 Millionen Franken kostet.

Schutzplan liegt öffentlich auf

Im Januar 2014 hat das Tiefbauamt die Arbeiten für das Renaturierungsprojekt aufgenommen. Die erste Etappe umfasst den obersten Abschnitt des Tobelbachs bis zum Durchlass Oberwil/Knonauerstrasse mit dem Bereich des Sees sowie den untersten Abschnitt zwischen Niederwil und Rumentikon, wo der Dürrbach zufliesst. Mittlerweile hat sich einiges getan: Die Baustelle beim Bibersee sieht auf den ersten Blick aus wie fertig. Auf den ersten Blick – denn wie eine Nachfrage bei der Baudirektion des Kantons Zug zeigt, stehen noch einige Arbeiten an. «Es werden noch Bauzufahrten rückgebaut und Installationsflächen rekultiviert. Ausserdem werden wir noch Wasserpflanzen im Uferbereich anbauen», gibt Baudirektor Heinz Tännler Auskunft. Der Bibersee sei zurzeit noch eingezäunt, weil die Bauarbeiten noch nicht abgeschlossen seien, aber auch, weil sich die Begrünung in Ruhe entwickeln soll. «Von Besichtigungen ist deshalb derzeit abzusehen», betont Tännler.

Der Baudirektor will zudem erwähnt haben, dass der Bibersee in erster Linie ein wertvoller Lebensraum für Pflanzen und Tiere sei. Das ist im neuen Schutzplan Bibersee festgehalten, der noch bis zum 3. August bei der Gemeinde Cham sowie beim Amt für Raumplanung in Zug öffentlich aufliegt. «Mit diesem Plan wird das Gebiet langfristig gesichert», sagt der Regierungsrat. Durch den Steg werde der Bevölkerung ein Einblick in den Naturraum ermöglicht. «Jede weitere Nutzung des Sees wird aber nicht erlaubt sein, dies würde ein so kleines Gebiet unmöglich verkraften.» Der Schutzplan erhalte daher auch Regeln für die Erholungsnutzung. Baden beispielsweise sei nicht gestattet.

«Tag des offenen Gewässers»

Wer aber rund um das neue, an seiner tiefsten Stelle 2,5 Meter messende Seeli spazieren will, kann das bereits in rund anderthalb Monaten tun. Am Samstag, 29. August, soll der Bibersee und damit der 20 Meter lange Steg und die Plattform der Bevölkerung «übergeben» werden. Dann organisieren der Kanton, die Gemeinde Cham, die Bodenverbesserungsgenossenschaft (BVG), der Verein Lebensraum Landschaft Cham (LLC) und der Schiesssportverein Cham-Ennetsee (SSV) gemeinsam einen «Tag des offenen Gewässers». «An mehreren Orten am Tobelbach und am Bibersee wird die Bevölkerung viel Spannendes zum Bau, zu den archäologischen Funden, zum Lebensraum Bach und See und zur Bedeutung für die Vernetzung erfahren», sagt der Baudirektor.

Die Bauarbeiten seien plangemäss vorangegangen, sagt Tännler und ergänzt, man sei mit dem bisherigen Ergebnis sehr zufrieden: «Dass ein ehemals verlandeter See teilweise wiederhergestellt werden konnte, macht das Projekt schon zu etwas Besonderem.»

«Der Natur etwas zurückgeben»

Das sieht auch Bruno Werder so. Der ehemalige Chamer Gemeindepräsident war während der vergangenen Jahre in das Projekt involviert und wohnt in unmittelbarer Nähe zum neuen Gewässer. «Die Leute können es kaum erwarten, bis der See offen ist. Viele fragen, wann es endlich so weit ist», berichtet der Landwirt. Die Projektverantwortlichen hätten gute Arbeit geleistet, das Ergebnis lasse sich sehen. «Mir gefällt es, was hier entstanden ist. Der Natur dort etwas zurückzugeben, wo sich auch früher ein Gewässer befunden hat, macht Sinn», sagt Bruno Werder. Sein Vater habe als kleiner Junge noch am See, der damals zwar bereits nur mehr ein Sumpf gewesen sei, gespielt.

Zufrieden mit dem neuen lauschigen Plätzchen ist man auch bei der Gemeinde Cham: Manuela Hotz, Projektleiterin Umwelt, sagt: «Wir freuen uns, dass hier ein neuer Naturraum entsteht.» Mit dem neuen Holzsteg könne die Natur erlebt werden, ohne die Tier- und Pflanzenwelt zu stören.

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