CHAM: Hier wohnen ab September 50 Asylbewerber

Die Zivilschutzanlage Schluecht in Cham wird erneut Asylunterkunft. Die Anlage bietet Platz für maximal 50 Personen und ist ab September bezugsbereit.

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Die Zivilschutzanlage Schluechthof in Cham (rechts im Bild), die im September von Asylbewerbern bezogen wird. (Bild Christian H. Hildebrand)

Die Zivilschutzanlage Schluechthof in Cham (rechts im Bild), die im September von Asylbewerbern bezogen wird. (Bild Christian H. Hildebrand)

Die steigende Zahl von Asylgesuchen hat die Zuger Regierung veranlasst, die Zivilschutzanlage Schluecht in Cham erneut als Asylunterkunft zu nutzen. Die Anlage bietet Platz für maximal 50 Personen und soll ab Anfang September bezugsbereit sein. Weil sie schon im Jahre 2009 für Flüchtlinge zur Verfügung stand, fallen keine hohen Investitionskosten an. Die Unterkunft ist auf sechs Monate befristet.

Der Bund weist dem Kanton Zug 1,4 Prozent der Asylbewerber zu. Eritrea, Syrien und Sri Lanka sind die am stärksten betroffenen Herkunftsländer. Per Ende Juli 2015 hielten sich 1100 Flüchtlinge im Kanton Zug auf, was einer erneuten Zunahme um 43 Personen im Vergleich zum Vormonat entspricht.

«Der Kanton stösst bei der Suche nach Unterkünften an Kapazitätsgrenzen, darum sind wir sehr froh, mit dem Einverständnis der Gemeinde Cham als Anlagenbesitzerin kurzfristig die Notunterkunft bereitstellen zu können», wird Regierungsrätin Manuela Weichelt in einem gemeinsamen Communiqué der Direktion des Innern und der Gemeinde Cham zitiert. «Der Gemeinderat Cham anerkennt die Pflicht, den Kanton im Asylbereich zu unterstützen und möchte dem entsprechenden Solidaritätsgedanken Rechnung tragen», so Gemeindepräsident Georges Helfenstein.

Der Kanton Zug prüft für die Asylbewerber ein Beschäftigungsmodell. Die Unterkunft wird während 24 Stunden bewacht. Für die Aufsicht und Betreuung der Asylbewerber ist das kantonale Sozialamt zuständig.

HINWEIS: Die Anwohner wurden mit einem Schreiben bereits informiert. Am 19. August um 19.30 Uhr findet im Pfarreisaal eine öffentliche Informationsveranstaltung statt.

Asylpraxis: Das macht der Kanton Zug

Die Regierung hat in den vergangenen Monaten auch andere Standorte für den Betrieb einer temporären Notunterkunft evaluiert. Die Kosten und Investitionen wären jedoch wesentlich höher ausgefallen als für die Zivilschutzanlage in Cham, die bereits im Jahre 2009 als Asylunterkunft diente.

Der Kanton versucht auf allen möglichen Kanälen passende Unterkunftsmöglichkeiten für die dem Kanton Zug zugewiesenen Asylbewerber zu finden. Aus diesem Grund hat die Direktion des Innern Mitte Juli alle im Kanton Zug domizilierten Religionsgemeinschaften, die Landeskirchen sowie die Klöster angeschrieben (wir berichteten). Zusätzlich prüft der Regierungsrat als längerfristige Option die Realisierung von Container-Wohnsiedlungen.

pd/rem