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Cham: Ist die geplante Kanti ein Schnellschuss?

Die Abstimmung zur Kantonsschule Ennetsee bewegt die Gemüter. Die Gemeinde lädt nun zu einer Infoveranstaltung. Anwesend sein werden auch Vertreter der Nein-Komitees. Diese organisieren ihrerseits Besichtigungen des Areals.
Carmen Rogenmoser
Der Standort für die geplante Kantonsschule Ennetsee. (Bild: Werner Schelbert (Cham, 6. Juli 2018))

Der Standort für die geplante Kantonsschule Ennetsee. (Bild: Werner Schelbert (Cham, 6. Juli 2018))

Am 10. Februar wird in Cham über eine Zonenplanänderung sowie einen Standortbeitrag abgestimmt. Was auf den ersten Blick trocken scheint, hat doch ziemliches Diskussionspotenzial. Die Abstimmung hängt mit der geplanten Kantonsschule Ennetsee am Standort Allmendhof/Röhrliberg zusammen. Der Gemeinderat spricht von einem «bildungspolitischen und wirtschaftlichen Mehrwert» für Cham. Die Bevölkerung ist anderer Meinung – zumindest gemessen an den Leserbriefen, die bei der «Zuger Zeitung» eingetroffen sind. Da ist von Spekulation beim Quadratmeterpreis oder von politischer Zwängerei die Rede.

Zudem wurde erst kürzlich ein Nein-Komitee mit Vertretern der Linksparteien, dem Verein Mehr Wert Cham und der IG Allmendhof gegründet. «Der Landpreis beträgt satte 40 Millionen Franken», sagt Markus Jans vom Nein-Komitee. Das entspreche einem Quadratmeterpreis von 1100 Franken. Das «unverhältnismässige Geschenk», der Standortbeitrag von 20 Millionen Franken, sei in keiner Weise gerechtfertigt. «Die Dringlichkeit für eine Umzonung ist nicht gegeben. Die Kanti Ennetsee läuft uns nicht davon.» Mit einem Nein zur Umzonung könne ein besserer Standort in Ruhe evaluiert werden.

Die Gegenbewegung erklärt weiter etwa, dass der Standort verkehrstechnisch nicht gut erschlossen sei. Mit rund 600 Schülern werde im Gebiet ein sozialer Brennpunkt geschaffen. Auch brauche die Gemeinde die 20 Millionen Franken dringender für die Renovation und Erweiterung eigener Schulanlagen. «In der Hauptsache geht es aber um den Erhalt der Grünflächen in der Gemeinde Cham.» Viele hätten auch genug vom stetigen Bauboom.

Der Infoabend soll Bedenken ausräumen

Zu den Argumenten ist anzumerken: Es gibt eine Vorgeschichte. Tatsächlich drängt die Zeit. Für die Schulbauten müsste eine Fläche von rund 3,8 Hektaren Fläche im Gebiet Allmendhof/Röhrliberg von der Landwirtschaftszone in die Zone öffentlichen Interesses für Bauten umgewandelt werden. Der Bund verlangt die Anpassung des entsprechenden Bau- und Planungsgesetzes zwingend bis Mai 2019. Falls diese nicht erfolgt, kann nicht mehr eingezont werden. Zusätzlich hat der Landbesitzer mit dem Kanton bereits einen Kaufrechtsvertrag für das Grundstück abgeschlossen.

Dieser ist bis 2020 gültig. Vereinbart wurde 2012 ein Kaufpreis von 16 Millionen Franken, wobei der Kanton zusätzlich die Grundstückgewinnsteuer von voraussichtlich 4 Millionen Franken übernimmt. Infolge der Pensionierung des Landbesitzers wird das Grundstück vom Geschäft- ins Privatvermögen überführt. Deshalb liegt die Grundstückgewinnsteuer nun bei 23,7 Millionen Franken. Die Gemeinde schlägt vor, die zusätzlichen rund 20 Millionen Franken als Standortbeitrag zu entrichten.

Ein entsprechender Artikel in der «Gemeindeinfo »hat das berühmte Fass zum Überlaufen gebracht. «Nach der völlig einseitigen Berichterstattung (...) fanden sich Parteien und Interessengruppen zusammen, um gegen das Projekt anzutreten», so Jans. Nun organisiert das Komitee am 12., 19. und 26. Januar Besichtigungen des Areals. Treffpunkt ist um 10 Uhr beim Parkplatz nördlich der Anlage Röhrliberg.

«Der Gemeinderat ist sich bewusst, dass Abstimmungen in einer solchen Grössenordnung immer auch kontroverse Diskussionen auslösen können», sagt Gemeindepräsident Georges Helfenstein. Das Geschäft sei komplex und vielschichtig. «Insbesondere die finanztechnische Ausgangslage ist für viele im ersten Augenblick nicht einfach nachzuvollziehen und wird teils auch falsch interpretiert.»

Erstaunt sei er, dass sich viele kritische Äusserungen um das Bedürfnis im Allgemeinen drehen und somit gegen den Bildungsstandort Ennetsee richten. Es sei nicht einfach, eine verfügbare und gut erschlossene Fläche im Ennetsee zu finden. Deshalb sei der Standort durch den Kanton umfangreich analysiert worden, so Helfenstein.

Die wesentlichen Gesichtspunkte sollen der Bevölkerung an einer Infoveranstaltung aus erster Hand aufgezeigt werden, auch um Fragen zu klären und Bedenken auszuräumen. Jene findet am Donnerstag, 17. Januar (19 Uhr, Lorzensaal) statt.

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