CHAM: Kantonsrat spricht Kredit für Pfahlbauten

Pfahlbausiedlung bei Cham wird durch Bauvorhaben bedroht. Nun hat der Kantonsrat einen Kredit von 4,27 Millionen Franken gesprochen, um die Funde sicherzustellen und zu untersuchen.

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Ausgrabungsleiter Johannes Weiss mit David Zimmermann (links) und Kilian Weber. (Bild Martin Heimann/Neue ZZ)

Ausgrabungsleiter Johannes Weiss mit David Zimmermann (links) und Kilian Weber. (Bild Martin Heimann/Neue ZZ)

Nördlich der bestehenden Überbauung «Alpenblick» in Cham sollen die zwei neuen Hochhäuser «Alpenblick II» mit einer Tiefgarage erstellt werden. Das Bauvorhaben tangiert die Reste jungsteinzeitlicher Pfahlbauten.

Das Amt für Denkmalpflege und Archäologie der Direktion des Innern hat den gesetzlichen Auftrag, die wertvollen Funde vor ihrer drohenden Vernichtung sicherzustellen. Die Siedlungsreste werden mit dem gesprochenen Kredit von 4,27 Millionen Franken wissenschaftlich untersucht und dokumentiert.

Nur der Teil wird ausgegraben, der durch das Bauvorhaben zerstört würde. Vorabklärungen der Kantonsarchäologie Zug haben ergeben, dass die Fundstelle rund 4000 Quadratmeter umfasst, wovon rund 2900 Quadratmeter durch das geplante Bauvorhaben betroffen sind. Bei den angetroffenen Spuren handelt es sich um die Überreste von mindestens zwei jungsteinzeitlichen Ufersiedlungen aus der Zeit der Horgener Kultur (3500-2750 vor Christus) und der Schnurkeramik-Kultur (2750-2450 vor Christus).

Die Rettungsgrabung beginnt am 6. Juli 2009. Sie soll bis Ende 2010 abgeschlossen sein. Am Samstag, 12. September 2009 findet ein «Tag der offenen Ausgrabung» statt.

ost