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CHAM: Krippenausstellung: Grosse Geschichte, klein erzählt

Das Kloster Heiligkreuz stellt Darstellungen zur Weihnachtsgeschichte aus. Obwohl das Motiv in der Krippe vorgegeben ist, hat es den Schöpfern aus zahlreichen Ländern nicht an Kreativität gemangelt.
Raphael Biermayr
Die kleinste Darstellung ist in einer Nussschale zu sehen. (Bild: Werner Schelbert (Cham, 28. November 2017))

Die kleinste Darstellung ist in einer Nussschale zu sehen. (Bild: Werner Schelbert (Cham, 28. November 2017))

Raphael Biermayr

raphael.biermayr@zugerzeitung.ch

Es kann einer Ausstellung nur guttun, wenn sie mit Hingabe ­gestaltet ist. Diese vermittelt Schwester Agnes Widmer im Kloster Heiligkreuz in Lindencham vollends, wenn sie durch den Eingangsbereich und den Raum führt, wo in nächster Zeit über 100 Krippen ausgestellt sind. Sie hat die teilweise abstrakten Darstellungen der Geburt von Jesus schon oft gesehen, ihrer Faszination hat das aber offensichtlich keinen Abbruch getan. Krippen und Krippenfiguren aus Sagex, Papiermaché, Gips, Holz, Kunststoff, Maisblättern, Wachs und weiteren Materialien sind zu sehen; mal gross, mal sehr klein; aus der Schweiz genauso wie aus Chile, Tansania, Japan oder sogar Myanmar.

Alle drei Jahre gibt es im «Heiligkreuz» eine Präsentation von Stücken der hauseigenen Sammlung, die gegen 200 Krippen umfasst. Schwester Agnes war 2014 noch Mitorganisatorin, diesmal ist sie dafür verantwortlich. Mit der Unterstützung von Mitschwestern hat sie einen Raum gestaltet, der Erstaunliches zeigt. Wie etwa ein dunkelhäutiges Jesuskind. Oder eine Darstellung der Weihnachtsgeschichte, die in Horn geschnitzt ist. Oder eine Krippe, deren Figuren aus Nägeln gefertigt sind – ein Werk von Schwester Theresia Zeugin, die früher für die Ausstellung zuständig war. Eine Kuriosität stellt die sogenannte Szenenkrippe aus der Zeit um 1890 dar. Sie vereint in einer Höhlenwelt neben der klassischen Darstellung zahlreiche Motive und Figuren, von denen sich manche erst auf den dritten Blick erkennen lassen. Nicht nur im Sujet an sich steckt eine Menge Symbolik, mitunter auch im verwandten Material. So steht das Wachs beispielsweise für «die Emsigkeit der Bienen».

Josef und die Verantwortung

Mit einer grossen Arbeitsamkeit sind auch die Benediktinerschwestern im ab 1862 erbauten Kloster zu Werke gegangen. Die Figuren seien teilweise mehrfach umgestellt worden, bis das Bild im Ausdruck stimmig war. Was auffällt: Während die Mutter Maria stets dem Kind zugewandt ist, blickt Josef manchmal weg. Diese Geste steht sinngemäss für das nahende Bewusstsein der grossen Aufgabe und Verantwortung, sagt Schwester Agnes und lächelt. Für sie hat das Aufstellen der Krippe eine meditative Komponente: «Es ist wie ein Gebet.» Nicht alle der ausgestellten Varianten sagen ihr gleich stark zu. Manches nennt sie «kitschig» – «aber das gefällt den Leuten». So gibt es eine Spieldose, auf der sich die Figuren zu den Klängen von «Stille Nacht» im Kreis drehen.

Die Krippenausstellung wird ergänzt durch eine Schau im Nebenraum, die sich dem Thema «Sterne» widmet. Südkoreanische Schwestern des Ordens sind gerade dabei, diesem den letzten Schliff zu verpassen. Schwester Agnes ist angetan, auch wenn sie sich eigentlich einen beleuchteten Sternenhimmel gewünscht hatte. Doch dieser liess sich nicht umsetzen.

Pragmatismus liegt auch in den Worten der Priorin Simone Buchs. «Eigentlich wollen wir nicht derart früh mit Weihnachten beginnen wie die Geschäfte», sagt sie. «Aber so bleibt uns Zeit, uns ganz auf die häusliche und ruhige Adventszeit einzulassen.»

Hinweis
Die Ausstellung ist vom 3. bis und mit 17. Dezember samstags und sonntags sowie am 8. Dezember von 14 bis 16.30 Uhr zugänglich.

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