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Cham «lagert» die Kunstbiennale nach Zug aus

26 Kunstschaffende mit engem Bezug zur Ennetseegemeinde präsentieren ab heute in Zug ihr Schaffen.
Monika Wegmann
Sind sehr zufrieden mit der Zuger Shedhalle als Austragungsort: die Organisatoren Heiri Scherer (links) und Ignaz Staub. (Bilder: Patrick Hürlimann, Zug, 18. Oktober 2019)

Sind sehr zufrieden mit der Zuger Shedhalle als Austragungsort: die Organisatoren Heiri Scherer (links) und Ignaz Staub. (Bilder: Patrick Hürlimann, Zug, 18. Oktober 2019)

Klar wird sich der eine oder andere fragen, warum die heute beginnende Chamer Biennale statt im Ennetsee in Zug stattfindet. Ignaz Staub vom organisierenden Verein KunstKubus Cham berichtet von der schwierigen Suche nach geeigneten Räumen, obwohl der Anlass nur alle zwei Jahre stattfindet. Er erklärt lächelnd: «Das ist der Fehler von Cham. In der Shedhalle sind wir jetzt der Not gehorchend. Aber der Raum ist ideal für die Kunst, hell und hoch; zudem sind hier Stellwände vorhanden.» Ignaz Staub präzisiert: «Allerdings müssen die Teilnehmer in Cham leben oder einen Bezug zum Ort vorweisen.»

So wird in der grossen Shedhalle das vielfältige künstlerische Schaffen aus dem Ennetsee präsentiert. Und wieder überrascht die Bandbreite der ausgestellten Arbeiten von 26 Künstlerinnen und Künstlern: Da gibt es abstrakte Sujets, Landschaften, Blumen- und Naturmotive in Acryl, Mischtechnik, Aquarell, als Drucke und Fotos sowie Objekte und eine grosse Installation.

Zum ersten Mal an der Biennale beteiligt sich Heinz Greter, der Zeichnungen von Bambus-Motiven mit chinesischer Tusche zeigt: «Hier kann man nicht ‹mölele›, denn jeder Pinselstrich muss sitzen, mit der Tusche kann man nichts korrigieren. Diese Malerei enthält für mich eine meditative Dimension.» Ebenfalls neu dabei ist Ann-Elisabeth Lauber, die Blütenpoesie auf ihren pastelligen Aquarellen verbreitet: «Vor fünf Jahren bin ich nach Cham gezogen. Doch ich male schon lange, auch Landschaften, doch der Platz ist hier ja beschränkt. Meine Aquarelle entstehen spontan.» Sie male aus dem Kopf, denn sie trage die Frische der Blumenfarben und ihr Blühen im Kopf und setze dies auf dem Papier um.

Jedem seine Stellecke

Richtig begeistert von der Zuger Halle ist Andrea Leisinger: «Es ist hier wunderbar, und die Ausstellung ist gut gemacht. Ich würde es begrüssen, wenn der Anlass jedes Jahr hier sein könnte.» Wie alle anderen hat sie ihre Ecke aus schwarzen Stellwänden, wo sie die abstrakte, farbenfreudige Serie «sotto la luna» sowie Querschnitte eines Gehirns als ästhetische Motive zeigt. Sie nimmt bereits das dritte Mal teil: «So konnte ich inzwischen die ganze Sparte meines Schaffens präsentieren. Dank der Biennale erhalte ich die Möglichkeit, vor allem den Chamern meine Kunst näher zu bringen.»

Zu den Stammgästen gehören auch einige Teilnehmer der Kunstwerkstatt an der Lorze, wie «D.P.» mit Speckstein-Arbeiten oder Mel Sommerhalder mit frechen Papiermaché-Objekten. Und natürlich Andreas Tschappu, der wieder seine Phantasie auf Holzkistchen spielen lässt. Man sollte auch die Ecke nicht auslassen, wo in der dunklen Kabine Nicole Billeter Mischler die mit Sound untermalte Installation «Vom Fliessen der Seele» aufgebaut hat. Was wie eine Wasserleitung mit Brause aussieht, deren breiter Strahl scheinbar ins Rohr hin- und wieder zurückfliesst, wird durch eine LED-Funkenlichtleiter erzeugt. «Mich interessiert, welche Kraft oder welchen Glauben bei den Menschen ein Engagement auslösen kann. Es geht mir auch um die Verbindung von unten nach oben. Und jeder reagiert anders auf die Installation. Ich habe sie bereits woanders gezeigt, und es gab Leute, die blieben unberührt, andere dagegen zeigten sich ergriffen. Man sollte sich dafür Zeit nehmen und auch dem Geräuschsound lauschen», rät die Künstlerin.

Unterstützung beim Aufbau

Zufrieden zeigt sich auch Heiri Scherer, Kurator vom Verein KunstKubus Cham: «Das Aufhängen war nicht so einfach, mit zwei Helfern haben wir die Künstler unterstützt. Bei der Platzverteilung war mir wichtig, dass die Bilder zusammenpassen, um trotz der Vielfalt eine schöne Ausstellung zu gestalten.

Obwohl «Biennale» ein bisschen hoch gegriffen ist, was Ignaz Staub nicht abstreitet, halte man als humorvoller Sammelbegriff daran fest. «Natürlich wollen wir nicht Venedig konkurrenzieren. Der Hintergrund ist, dass es immer um die Frage geht, wie hoch die künstlerische Latte sein soll. Da wir neben den Sponsoren in der Gemeinde von der öffentlichen Hand unterstützt werden, haben wir entschieden, allen Chamer Künstlern die Teilnahme zu ermöglichen, denn nur wenige haben die Möglichkeit zur Einzelausstellung.» Allerdings sei der Platz beschränkt, auch in der Shedhalle, wo jeder drei Stellwände nutzen kann. Ignaz Staub gefällt die diesjährige Ausstellung sehr. An der ersten Biennale mit dem Schwerpunkt Bildende Kunst sei man überrascht worden, denn es hatten sich 52 Teilnehmer gemeldet. Die hohe Zahl sei zustande gekommen, weil damals alle von der Kunstwerkstatt an der Lorze mitgemacht hatten. An der zweiten Ausgabe mit dem Schwerpunkt Fotografie waren dagegen nur 17 Anmeldungen eingetroffen. Mit 26 Teilnehmern sei die Grösse jetzt optimal, findet Staub. In zwei Jahren soll wieder die Fotografie im Zentrum stehen, so Heiri Scherer, denn er ist überzeugt: «Auf diesem Gebiet ist durch die neuen Techniken eine grosse Entwicklung im Gange.»

Hinweis
3. Chamer Biennale in der Shedhalle, Hofstrasse, 15, Zug. Vernissage am Samstag, 19. Okt.,von 13–19 Uhr. Offen: Sonntag, 20. Okt., 11–17 Uhr; Samstag, 26. Okt., 13–19 Uhr und Sonntag, 27. Okt., 11–17 Uhr.

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