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CHAM: Mit der Scheibe bis zur Endzone

Insgesamt fünf Mitglieder des Solebang Ultimate Club fahren Anfang August an die U17- und U20-Europameisterschaften in Holland. Die Frisbeespieler schätzen an ihrer Sportart vor allem den «Spirit of the Game».
Andrea Muff
Andrin Hauser, Martin Fähndrich und Cedric von Jüchen (von links). (Bild: Stefan Kaiser (Cham, 25. Juli 2017))

Andrin Hauser, Martin Fähndrich und Cedric von Jüchen (von links). (Bild: Stefan Kaiser (Cham, 25. Juli 2017))

Andrea Muff

andrea.muff@zugerzeitung.ch

Gekonnt werfen die Spieler einander die Frisbeescheibe zu. Momentan noch zu Trainingszwecken auf der Spielwiese beim Röhrliberg in Cham. Doch bald reisen ein paar Mitglieder des Solebang Ultimate Club Cham an die U17- und U20-Europameisterschaften nach Veenendaal in Holland. Zu fünft steigen sie am 4. August in den Zug: Cedric von Jüchen (18) aus Cham, Martin Fähndrich (16) aus Steinhausen und Andrin Hauser (18) aus Cham spielen für die U20-Nationalmannschaft und Cléo Mathis (16) aus Hünenberg sowie Philipp Hurschler (16) aus Baar für die U17-Nationalmannschaft. Die beiden U17-Spieler geniessen momentan noch die Ferien, bevor es an der Europameisterschaft für sieben Tage ums Ganze geht.

Was liegt für die jungen Schweizer denn überhaupt drin? Es sei schwierig, die anderen Mannschaften einzuschätzen, da man die Spielweise zu wenig kenne, erklärt Andrin Hauser. Teamkollege Cedric von Jüchen fügt hinzu: «Unser Ziel ist aber Platz 5.» Martin Fähndrich nennt Grossbritannien und Deutschland als die stärksten Mannschaften. Aber eigentlich seien das Mass aller Dinge die USA und Kanada. Dort sei Ultimate Frisbee keine Randsportart, sondern auch ein «Stadionfüller» mit einer Profiliga. «Bei uns schauen aber meistens nur Familienmitglieder und Freunde zu», bestätigt Andrin Hauser. Der Solebang Ultimate Club Cham sei gar der einzige Frisbee-Sportclub im ganzen Kanton Zug. Schweizweit gebe es insgesamt 14 Clubs, vermuten die drei Jungs.

So war die Auswahl für das U20-Nationalteam «weniger schwierig als in anderen Sportarten», meint Andrin Hauser. Er selbst trainiert seit zwei Jahren regelmässig beim Chamer Club mit. Es habe ein sogenanntes Try-out gegeben, ein Probetraining in Bern, und danach seien sie ausgewählt worden – neben 17 anderen U20-Teammitgliedern. Sechsmal – plus an zwei Wochenenden – habe man zusammen trainiert. Von Jüchen erklärt: «Jeder soll sich selber physisch auf den Wettkampf vorbereiten.» Der 18-Jährige spielt nebenher noch Unihockey und trainiert so seine Kondition. Ultimate Frisbee gehört seit anderthalb Jahren zum Freizeitprogramm des 1,95 Meter grossen Hünen.

Das Vorbild ist der ältere Bruder

Beim Ultimate Frisbee ist Schnelligkeit und Wendigkeit gefragt, gleichzeitig müssen die Spieler aber den Überblick behalten. «Die Kombination von Athletik, Technik und Taktik fasziniert mich und macht Ultimate zu einer einzigartigen Sportart», findet Martin Fähndrich. Der 16-jährige Kantischüler spielt sie seit drei Jahren. Sein Vorbild ist der viereinhalb Jahre ältere Bruder Elmar Fähndrich, der in der A-Nationalmannschaft den Frisbee wirft. Durch ihn sind Cedric von Jüchen und Martin Fähndrich zu diesem Sport gekommen. «Jetzt gibt er mir Tipps für die Vorbereitung und übt mit mir in der Freizeit das Scheibenwerfen», erläutert der Steinhauser. Auch sein ehrgeiziges Ziel gibt er ohne Umschweife grinsend zu: «Ich will in viereinhalb Jahren besser als mein Bruder jetzt sein – das ist ganz klar.»

Andrin Hauser nimmt es lockerer und trainiert drei- bis viermal pro Woche beim Solebang Ultimate Club. Momentan behindert ihn aber eine überdehnte Sehne am Fussgelenk beim Mitspielen, aber bis zur EM in zwei Wochen sollte die Verletzung verheilt sein, hofft der 18-Jährige zumindest. Ganz besonders freut er sich auf den Teamgeist, welcher über die Grenzen der Mannschaften hinaus zu spüren ist: «Die Offenheit und lockere Gangart der ganzen Community machen den Sport und vor allem grössere Turniere zu etwas Einzigartigem.» Das Spiel lebt vom Fairplay der beiden Mannschaften, dem sogenannten «Spirit of the Game». «Wir sind zwar auf dem Spielfeld Gegner, aber danach sind wir gute Freunde», sagt Hauser und freut sich auf neue Freundschaften, die er in Holland voraussichtlich wird knüpfen können.

So funktioniert Ultimate Frisbee

Ultimate Frisbee wird mit je sieben Spielern pro Mannschaft gespielt. Das Feld ist meist zirka 100 Meter lang und etwa 37 Meter breit. Auf beiden Seiten gibt es je eine 23 Meter breite Endzone. Punkte werden erzielt, indem die Scheibe in der Endzone des Gegners vom eigenen Spieler gefangen werden kann. Nach jedem Punkt darf eine beliebige Anzahl von Spielern ausgewechselt werden. Wenn ein Spieler die Scheibe fängt, muss er sofort stehen bleiben und innerhalb von zehn Sekunden die Scheibe zum nächsten Spieler passen. Sofern er vom Gegenspieler angezählt wird. Das Spiel dauert bis die erste Mannschaft 15 Punkte erreicht hat oder bis 90 Minuten vorbei sind. Die Halbzeit ist, wenn eine Mannschaft 8 Punkte erreicht hat. Körperkontakt ist nicht gestattet. Einen Schiedsrichter gibt es aber nicht, und das Spiel beruht auf gegenseitigem Fairplay.

mua

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