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CHAM: Raum der Kunst unter Blättern

Mit ihrem interaktiven Kunstprojekt «BaumRaum» schafft Luz Maria Molinari für neun Tage einen intimen, in jeder Hinsicht unkonventionellen Ort der Begegnung und des Austauschs.
Andreas Faessler
Mit viel Liebe zum Detail richtet die Chamer Künstlerin Luz Maria Molinari den «BaumRaum» ein.

Mit viel Liebe zum Detail richtet die Chamer Künstlerin Luz Maria Molinari den «BaumRaum» ein.

Andreas Faessler

andreas.faessler@zugerzeitung.ch

Privatsphäre mitten im öffentlichen Raum – wie geht das? An sich ist es ganz einfach. Eine stattliche Trauerbuche reicht bereits, wenn im Sommer ihr dichtes Blätterdach kuppelartig bis zum Boden fällt und einen geschützten Hohlraum bildet. Und dann braucht es selbstverständlich noch die nötige Kreativität, diesen Raum in einen Ort der Ruhe und Einkehr zu verwandeln.

Als bildende Künstlerin mit einer starken Verbundenheit zur Natur hat Luz Maria Molinari in der Trauerbuche mitten im Villettepark – einen Steinwurf von der Villa entfernt – den perfekten Ort für ihren «BaumRaum» gefunden. Der Name steht für ein Kunstprojekt, das über eine Woche lang interaktive Kulturstätte, sinnlicher Begegnungsraum und Ort der Geborgenheit in einem ist. Hinter dem dichten Blätterkleid der Hängebuche liegt eine andere Welt – mit Möbeln aus Grossmutters Zeiten ausgestattet, hat die gebürtige Peruanerin aus Cham Wohnzimmeratmosphäre ins Bauminnere gezaubert, inklusive Schlafecke, Toilette und einer kleinen Bühne. «Hier ist Platz für Begegnung und Kunst. Hier ist jeder jederzeit willkommen», sagt die 37-Jährige. Luz Maria Molinari hat bereits mit «Posting Bäume» 2015 und mit «AtemZUG» 2016 einen starken Akzent im Zuger Kulturleben gesetzt.

Den Rahmen des Traditionellen sprengen

Ihr aktuelles Projekt «BaumRaum» startet diesen Samstag gleichzeitig wie das Villette-Fäscht. Eine ganze Woche lang wird die Trauerbuche täglich bespielt mit rund 40 Veranstaltungen mannigfaltigster Art. Sei’s eine Wanderausstellung, klangliche Berieselung, Tuchfühlung mit dem eigenen Körper, Lite­ratur, Fotografie, Bildhauerei, Kunstdialoge, Aktionskunst oder einfach Zeit für persönliche Begegnungen und Austausch. «Als Kulturstätte mitten in der Öffentlichkeit soll der ‹BaumRaum› die Menschen ohne konkrete Vorstellung neugierig ­machen», sagt Luz Maria Molinari. «Und wer weiss, ob in einer so ungezwungenen, familiären Atmosphäre der eine oder andere einen (neuen) Zugang zu Kunst und Kultur findet?» Der Einbezug von Menschen in ihr künstlerisches Schaffen ist der 37-Jährigen, die selbst hauptsächlich mit Malerei, Skulpturen und Installationen arbeitet, stets ein besonderes Anliegen. «Kunst ist Kultur, und Kultur ist ein Teil von uns», sagt sie. Kunst sei ferner die Freiheit, den Rahmen des Traditionellen zu sprengen, die Freiheit, sich zu entfalten, ohne sich anpassen zu müssen.

Der Einrichtung des «BaumRaums» nimmt sie sich sichtlich mit Herz und Seele an. Dekoratives aus dem Brockenhaus wird liebevoll in der Vitrine platziert, die Kissen auf der Bettstatt aus vergangener Zeit werden gebüschelt, Tisch und Stühle für eine gemütliche Kaffeerunde bereitgestellt ... Alles im Schutze des grünen Blätterrockes. «Dieser Park mit seinen alten Bäumen hat mich seit jeher in den Bann gezogen», sagt die Künstlerin. «Man spürt förmlich die Kraft jedes einzelnen Baumes und die Energie, die sie ausstrahlen.» Möge diese Energie auf alle ausstrahlen, die den «BaumRaum» mit Leben füllen.

Hinweis

Infos zum «BaumRaum» sowie das detaillierte Programm gibt es unter www.dimolinari.com.

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