CHAM: Röhrliberg wird fit für die Zukunft

Die Sanierung und Erweiterung der Schulanlage Röhrliberg I ist umfassend. Die Bevölkerung stimmt deshalb am 21. Mai über einen Millionenbaukredit ab.

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Die Fassade des Schulhauses Röhrliberg I soll erhalten bleiben. (Bild: Visualisierung / PD)

Die Fassade des Schulhauses Röhrliberg I soll erhalten bleiben. (Bild: Visualisierung / PD)

Andrea Muff
andrea.muff@zugerzeitung.ch

Rote Backsteinmauern auf einem grünen Hügel: Dieses Bild erinnert viele Chamer an ihre Schulzeit in der Schulanlage Röhrliberg. In den frühen 1970er-Jahren wurde die Schule gebaut und steht als architektonisch prägender Bau der Nachkriegsmoderne mit hohem Wiedererkennungswert unter Denkmalschutz. Nun soll die Schulanlage Röhrliberg I saniert und erweitert werden. Am 21. Mai befinden die Stimmbürger Chams über den Baukredit für die erste Bauetappe von 26,24 Millionen Franken. Darüber hatte der Gemeinderat am Mittwochabend in der Aula Röhrliberg die Bevölkerung informiert.

Bereits beim Betreten der Aula fiel das Modell der Schulanlage aus Karton ins Auge. Ausgestellt waren zudem alle Pläne zur Sanierung und Erweiterung des Röhrlibergs I. Dass die Abstimmung dem Gemeinderat am Herzen liegt, zeigte auch die Anwesenheit des Gemeindepräsidenten Georges Helfenstein. «Ich habe heute noch einen anderen Termin und kann daher leider nicht bleiben. Aber es ist mir wichtig, hier hereinzuschauen», begrüsste er die ungefähr 20 Interessierten. Der Gemeinderat sei sich dessen bewusst, dass es hier um eine «rechte Kiste Geld» gehe. Und so ist es: Der Baukredit ist einer der höchsten der letzten Jahre.

Schulküchen kommen in das zusätzliche Geschoss

Am Tisch sass ein achtköpfiges Expertengremium bereit für die Fragen der Bevölkerung, darunter die Gemeinderäte Rolf Ineichen, Vorsteher Bau und Planung, und Beat Schilter, Vorsteher Bildung, Franziska Kaiser von der kantonalen Denkmalpflege und der Architekt Marcel Baumgartner. Beat Schilter erklärte zu Beginn, dass sich die Schule im Verlauf der vergangenen 40 Jahre verändert habe. Ehemals grosszügige Vorräume wurden in Gruppenräume oder Büros umfunktioniert. «Im Informatikzimmer unterrichten die Lehrer um Raumecken herum und können nicht die gesamte Klasse sehen», untermalte er seine Ausführungen. Auch benötigt die Schulanlage Röhrliberg Schulküchen – früher sei dies auf Primarstufe unterrichtet worden. Zudem soll die Bibliothek grösser, mit Arbeitsplätzen und Computern ausgestattet werden. Monika Bühler, Schulleiterin Röhrliberg I, präzisierte: «Über Mittag können die Schüler ihre Hausaufgaben in der Bibliothek erledigen. Die Modulare Tagesschule wird auch in der Oberstufe kommen.» Sieger des von der Gemeinde ausgeschriebenen Wettbewerbs ist Architekt Marcel Baumgartner. Dieser erklärte seine Pläne zur Sanierung und zu zusätzlichen Bauten. So soll das Schulhaus um ein Geschoss aufgestockt und die beiden Gebäudeflügel um jeweils ein Klassenzimmer pro Stockwerk erweitert werden. «Das Prinzip der Einteilung der Klassenzimmer und Vorräume zieht sich durch alle Etagen», erklärte der Architekt. Einen Stock höher wird auch der Garderobentrakt der Turnhalle, wo die neue Bibliothek entstehen soll, sein.

Die Fassade bleibt bestehen und wird saniert. «Wir haben dies bereits ausprobiert, etwa an der Rückseite der Aula. Man sieht die neuen Backsteine. Aber wir vermischen damit die Grenzen von Alt und Neu», sagte Baumgartner weiter. Insgesamt soll durch die Sanierung und Erweiterung der Heizwärmebedarf gegenüber heute um mehr als 60 Prozent gesenkt werden. Apropos Energieversorgung: Auf den Dächern des Schulhauses und der Turnhallen werden Fotovoltaikanlagen installiert.

Provisorium mit Kaufoption

Da die Sanierungen und die Erweiterung sehr umfassend sind, muss das ganze Schulhaus leer sein. Die Gemeinde will deshalb ein Provisorium mit einer Kaufoption mieten. Der Modulbau mit zwölf Klassenzimmern soll auf dem Tennisplatz zwischen dem Hallenbad und der Aula aufgestellt werden. Die Miete von 1,5 Millionen Franken ist im Baukredit enthalten. Rolf Ineichen machte klar: «Wir sind zu hundert Prozent vom Projekt überzeugt.» Läuft alles nach Plan, könnte das Provisorium im Februar 2018 aufgestellt werden. Bis die Räume des Schulhauses Röhrliberg I aber wieder bezogen werden, wird es voraussichtlich April 2020. Momentan sei noch eine Einsprache hängig, merkte Ineichen an. Bei einem Nein an der Urne kämen die Chamer nicht um die Sanierung herum. In der Abstimmungsbroschüre erklärt der Gemeinderat, dass Erfahrungen aber zeigten, dass «Investitionen, welche etappiert werden, höher ausfallen».