CHAM: Rosenkavalier im Bärenpelz

Die Fasnacht ist gestern Abend offiziell eröffnet worden. Die bei dieser Gelegenheit vorgestellte Umzugsplakette hat für einige Schmunzler gesorgt.

Raphael Biermayr
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Thomas Huber hat die Fasnachtsplakette kreiert. Bild: Christian H. Hildebrand (Cham, 3. Februar 2017)

Thomas Huber hat die Fasnachtsplakette kreiert. Bild: Christian H. Hildebrand (Cham, 3. Februar 2017)

Raphael Biermayr

raphael.biermayr@zugerzeitung.ch

Chams medienwirksamster Botschafter im vergangenen Jahr? Das war ausnahmsweise nicht der Gemeindepräsident Georges Helfenstein, sondern unzweifelhaft Janosch Nietlispach alias «der Bachelor». Er hat das Her­zenbrechen zu einem Kavaliersdelikt gemacht und damit der Fasnacht eine Steilvorlage für Sujets geliefert – zumal in diesem Jahr in Cham wieder der Umzug stattfindet. Die gestern vorgestellte Fasnachtsplakette nimmt jedenfalls Bezug darauf: Der Chamer Wappen-Bär lugt unter dem Namen «Bärchelor» hinter einem Strauss Rosen hervor.

Zum wiederholten Mal zeichnet der ortsansässige Bildhauer Thomas Huber unter seinem Künstlernamen «Hans» für die Gestaltung der Plakette verantwortlich. Er hat dem neu zusammengestellten Umzugs-Organisationskomitee (OK) mehrere Sujets vorgelegt. Die Entscheidung zu Gunsten des «Bärchelor» sei schnell gefallen, sagt OK-Präsident Jean-Luc Mösch: «Die Fernsehsendung war omnipräsent zu dieser Zeit. Ausserdem mag jedermann Wortspiele.» Was das Gestalterische anbelangt, ist der Künstler seiner Linie treu geblieben, wie er erklärt, und hat auf wenige und wiederer­kennbare Farben gesetzt. Wenngleich sich der langjährige Guggenmusikpräsident als «leidenschaftlicher Fasnächtler zutiefst geehrt» fühlt, die Plakette zu gestalten, wünscht sich Huber etwas Belebung hinsichtlich des Umzugsjahrs 2019.

Zunächst aber gehört die Fasnacht 2017 begangen. Mit der gestrigen Fasnachtseröffnung der Guggenmusik Holdriofäger auf dem Rigiplatz ist sie in Cham offiziell eingeläutet worden. Die neue Guggenmusik HirseGeischter hatte ihren ersten offiziellen Auftritt – sie ist aus der Fusion der Villettechlöpfer und der Lorze-Dräck-Gusler hervorgegangen. Richtig los geht es in Cham am Abend vor dem Schmutzigen Donnerstag, am 22. Februar, mit dem «Fasi-Warm-Öp» in der Wirtschaft zum Glück auf dem Rigiplatz. Der Höhepunkt ist erwähnter 31. Umzug am Fasnachtssonntag, 26. Februar. Dieser umfasst 45 Nummern mit Teilnehmern aus zahlreichen Zuger Gemeinden. «Die eine oder andere wilde Nummer dürfte dazukommen», weiss OK-Chef Mösch. Die stattliche Zahl von 23 Wagen ist gemeldet.

Ob auch der «Bachelor» Thema sein wird, weiss Mösch nicht mit Sicherheit – das Geheimnis des Sujets mancher Wagenbauer ist besser gehütet als das der Freundin des Rosenkavaliers.