Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

CHAM: Sie entführen das Publikum in eine Märchenwelt

Das Orchester Cham-Hünenberg bringt «Däumelinchen» auf die Bühne. Für die Komposition hat der Verein den Zuger Klarinettisten Mathias Landtwing beauftragt. Die Vorstellungen bieten aber auch etwas fürs Auge.
«Däumelinchen» ist ein Gemeinschaftswerk. Beteiligt sind unter anderem Geschichtenerzählerin Maria Greco, Komponist Mathias Landtwing, Michèle Willimann, Präsidentin des Orchesters, und Illustratorin Brigitt Andermatt (von links). (Bild: Werner Schelbert (Cham, 20. September 2017))

«Däumelinchen» ist ein Gemeinschaftswerk. Beteiligt sind unter anderem Geschichtenerzählerin Maria Greco, Komponist Mathias Landtwing, Michèle Willimann, Präsidentin des Orchesters, und Illustratorin Brigitt Andermatt (von links). (Bild: Werner Schelbert (Cham, 20. September 2017))

Ein winziges Mädchen, gerade mal so gross wie ein Daumen, wird von einer alten Kröte entführt. Diese möchte das zarte Wesen mit ihrem dummen Sohn verheiraten. Damit beginnt für «Däumelinchen» eine abenteuerliche Reise durch eine bedrohliche Welt. Es landet bei einer Gruppe von Maikäfern, die aber bald nichts mehr mit ihm zu tun haben will, und soll daraufhin die Frau eines reichen Maulwurfs werden. Mit Hilfe einer Schwalbe gelingt dem kleinen Geschöpf schliesslich die Flucht.

Was der dänische Schriftsteller Hans Christian Andersen im Jahr 1835 zu Papier brachte, führt das Orchester Cham-Hünenberg nun auf der Bühne auf – in einer märchenhaften Mischung aus Musik, Erzählung und Bild. Das Stück «Däumelinchen» feiert am kommenden Freitag, 29. September, im Lorzensaal Premiere, danach finden zwei weitere Vorstellungen statt (siehe Hinweis). Die musikalische Leitung liegt bei Samuel Nyffeler.

Einstündiges Werk aus neun Sätzen

Immer wieder wagt sich der Vorstand des Orchesters an innovative Projekte. Mit «Peter und der Wolf» im Jahr 2013 brachte der Verein eine spartenübergrei­fende Inszenierung mit Videosequenzen und Schauspiel zur Aufführung. Bei «Däumelinchen» war das Ziel, ein bekanntes ­Märchen zu vertonen. «Die Geschichte von Andersen eignet sich sehr gut, weil viele Figuren vorkommen, denen man mit Musik Leben einhauchen kann», sagt die Vizepräsidentin Regula Meier. Für die Komposition beauftragte das Orchester den Zuger Klarinettisten Mathias Landtwing. Der Komponist hat ein einstündiges Werk für Streicher und Bläser geschrieben, das aus neun Sätzen besteht. Es war für ihn das erste Mal, dass er ein Stück für eine komplette Sinfoniebesetzung komponierte. «Die Arbeit an diesem Projekt war ­­für mich sehr spannend. Ich habe viel gelernt», sagt der Profimu­siker. Während der Vorbereitungszeit arbeitete er eng mit Brigitt Andermatt und Maria Greco zusammen. Die Illustratorin und die Geschichtenerzählerin – beide stammen aus Baar – waren bereits bei «Peter und der Wolf» mit im Boot. Brigitt Andermatt gestaltete überdimensionale Illustrationen, die den Lorzensaal in die fantastische Welt von Däumelinchen verwandeln werden. Bis zu 3,5 Meter hoch sind die Figuren, die die Inszenierung auch visuell zu einem Erlebnis machen werden. «Ziel ist es, dass sich die Leute im Publikum so klein wie Däumelinchen fühlen», erklärt Andermatt.

Dafür, dass die Zuhörerinnen und Zuhörer den roten Faden nicht verlieren, ist Maria Greco zuständig. Sie wird auf der ­Bühne hinter dem 55-köpfigen Orchester sitzen und die Geschichte von Däumelinchen erzählen. Grecos Stimme und die Musik werden durch Lautsprecher im Raum verbreitet. «Damit wollen wir ein neuartiges Klangerlebnis schaffen und die Stimmung noch stärker rüberbringen.»

Greco hat das Märchen frei in Mundart bearbeitet und neu verfasst. «Mir gefallen die verschiedenen Charaktere, etwa die hässliche, hinterlistige Kröte oder die geschäftige Feldmaus», sagt sie. Ausserdem sei das Märchen sehr aktuell: «Es handelt von einem unerfüllten Kinderwunsch, von Zwangsheirat und Flucht.» Die Erzählung in die heutige Zeit zu übertragen, sei aber nicht das Ziel gewesen: «Jeder und jede kann es für sich selber interpretieren.» Die Inszenierung richte sich an Erwachsene und Kinder ab sechs Jahren.

Landtwing, Andermatt und Greco, die vor anderthalb Jahren mit den Vorbereitungen begonnen haben, streichen alle die gute Zusammenarbeit heraus. Der Komponist sagt: «Es war eine ­Herausforderung durch unsere unterschiedlichen Hintergründe und Herangehensweisen. Doch wir haben sehr gut harmoniert.»

Alle Beteiligten ziehen am selben Strang

Das Orchester Cham-Hünenberg wurde im Jahr 1895 gegründet. Das jüngste Mitglied ist 20, das älteste 73 Jahre alt. Mit Nachwuchsproblemen habe man nicht zu kämpfen, sagt Vizepräsidentin Regula Meier. Sie freut sich auf die Aufführungen von «Däumelinchen»: «Alle Beteiligten und das Orchester ziehen am selben Strang. Solche Projekte zu realisieren, macht richtig Spass.»

Rahel Hug

rahel.hug@zugerzeitung.ch



Hinweis

«Däumelinchen» im Lorzensaal in Cham: Freitag und Samstag, 29. und 30. September, jeweils 19.30 Uhr, sowie Sonntag, 1. Oktober, 17 Uhr. Die Abendkasse öffnet eine Stunde vor Aufführungsbeginn. Vorverkauf: www.ticketino.ch. Weitere Informationen gibt es unter www.daeumelinchen.ch.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.