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CHAM: Sie singt aus dem Nähkästchen

In ihrem neuen Programm ist Simone Baumann auf der Suche nach dem roten Faden – das macht Laune.
Susanne Holz
Powerfrau, Sängerin, Musikerin: Simone Baumann mit ihrer Band bei der Generalprobe im Schulhaus am Enikerweg in Cham. (Bild Christof Borner-Keller)

Powerfrau, Sängerin, Musikerin: Simone Baumann mit ihrer Band bei der Generalprobe im Schulhaus am Enikerweg in Cham. (Bild Christof Borner-Keller)

Was diese zierliche 27-Jährige so alles kann: dem Piano Jazz entlocken, dazu sanft oder wuchtig die Stimme erheben, texten, komponieren, schauspielern, Briefwechsel in Gang halten und – nähen. Weshalb ihr neues Programm auch «Musig usem Nähchästli» heisst. Nach dem Milchchästli nun also das Nähchästli. Hatte Simone Baumann vor zwei Jahren die Leute dazu aufgefordert, ihr Briefe in ihr Milchchästli zu schicken und daraus dann Lieder gemacht, so singt sie dieses Mal aus dem Nähkästchen. Erneut aber anhand von Briefen, speziell jener von Toni – oder auch jener, die Toni nicht geschickt hat: «Am Sidäfädeli» heisst ein Lied, das sich dem Ende einer Freundschaft widmet.

Ein roter Faden

Der rote Faden. Er ist die Leitlinie des neuen Programms. «Man muss ihn immer wieder suchen», sagt Simone Baumann und meint das grundsätzlich, aber auch auf ihr Arbeiten bezogen. Sie sei hartnäckig mit sich selbst, erzählt sie, verschreibe sich der Musik über Stunden: «Man muss dranbleiben, am Punkt arbeiten.» Und, in der Wortwahl des Nähkästchens: «Das Ergebnis muss stichhaltig sein. Man muss mit dem Nädeli den Punkt treffen, wo es weh und wo es gut tut.» Mit ihrer Musik will die 27-jährige Hochschulabsolventin, die einen Master in Popgesang hat, berühren.

Alter Ego «Moni»

Bei der Premiere des Nähchästli-Programms am Donnerstagabend im Burgbachkeller scheint ihr das zu gelingen: Das Publikum applaudiert, trampelt mit den Füssen, ruft nach «Moni».

Diese Moni ist das Alter Ego von Simone Baumann, und sie ist titelgebend für ihre Band, die sich Moni und die Luftpost nennt. Drei Musiker hat Moni um sich geschart: Aus Uri sind Livio Baldelli und Patrik Horat für Zupfinstrumente und Percussion zuständig, aus Cham spielt Buddy Stocker den Kontrabass und die Posaune. Die Bandleaderin selbst ist in Hünenberg aufgewachsen, wohnt heute in Cham und Thalwil und hat ihren Heimatort in Uri. Auf Mundart zu texten und zu singen, ist ihr sehr wichtig – wegen der Zwischentöne: «Damit kann ich das sagen, was ich will.»

Man merkt: Obwohl erst 27 Jahre alt, hat die Musikerin schon recht viel Ahnung davon, wie die Nähnadel läuft. Und sie betrachtet das Dasein in ihren Bühnenprogrammen immer mit einer guten Portion Ironie.

Auch Marketingtalent

Diesen Humor setzt Simone Baumann nicht nur in Wort und Ton um, sondern im gesamten Auftritt. Monis blaues Kleid aus dem ersten Programm hat sie mit Spitze verziert, den Unterrock mit einem speziellen Statement versehen, das sie erst zum Schluss präsentiert. In ihrem Haar tummeln sich die Fadenrollen und ab Mitte der Vorführung leuchtende LED-Sternchen. Die Pumps werden irgendwann ausgezogen, dafür kommen ein paar Glöckchen um den Knöchel.

Wer Moni und Toni als Stoffpuppen mit nach Hause nehmen will, der kann diese käuflich erstehen: genäht von Monis «Hofschneiderin» Ines. Hier offenbart sich noch ein Talent von Baumann: das Marketingtalent. «Ich mag diese Ganzheitlichkeit», meint sie. Was ihr wichtig ist: Brav möchte sie nicht sein, lieber zickzack und schräg als genau der Naht entlang. Und wie sagt sie so schön bei ihrer Aufführung: «Ich hab nur den rosaroten Faden verloren, nicht den roten.»

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